Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten sich gestern Morgen nach den deutlichen Abschlägen der vergangenen drei Handelstage zunächst deutlich erholen, mussten am Nachmittag jedoch aufgrund schwacher US-Arbeitsmarktdaten sowie der weiterhin unsicheren Gesamtsituation ihre Gewinne fast komplett wieder abgeben.
Am Ende konnte der
DAX ein Plus von 0,04 Prozent auf 5.863,42 Punkte (XDAX: 5.994,26 Punkte; +3,55 Prozent) verbuchen, während der MDAX 1,04 Prozent auf 7.419,80 Zähler verlor. Am Vorabend hatten die US-Leitbörsen erneut deutliche Abschläge zu verzeichnen. Neben der Umsatzwarnung von Nortel stand erneut die US-Finanzkrise im Mittelpunkt des Interesses. In diesem Zusammenhang mussten vor allem führende US-Investmentbanken empfindliche Verluste hinnehmen, nachdem Befürchtungen über eine Schieflage bei Morgan Stanley die Runde gemacht hatten. Nach einer konzentrierten Aktion einiger Notenbanken, im Rahmen derer neue Liquidität für die schwer strapazierten Finanzmärkte zur Verfügung gestellt wurde, konnten die US-Leitbörsen trotz schwacher Arbeitsmarktdaten fester eröffnen. Für zusätzlichen Schwung sorgte am späten Nachmittag der besser als erwartet ausgefallene Philadelphia-Fed-Index, der deutlich über den Prognosen gelegen hatte. Danach setzten allerdings wieder Gewinnmitnahmen ein, was auch die deutschen Leitindices zu spüren bekamen.
Im Blickpunkt des gestrigen Handelstages stand wieder einmal die Aktie von Volkswagen. Presseberichten zufolge will der Großaktionär Porsche einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für den Wolfsburger Autobauer abschließen. Zuvor hatte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller bereits faktisch die Kontrollmehrheit über VW übernommen. Anleger honorierten dies mit einem Kursplus von zeitweise mehr als 26 Prozent. Die Aussichten auf steigende Handelsumsätze im Zuge der Börsenkrise sorgten bei der Deutschen Börse ebenfalls für ein deutliches Kursplus von mehr als 7 Prozent. Deutlich fester präsentierten sich außerdem TUI und Henkel. Leicht erholt zeigten sich zwischenzeitlich auch Finanzwerte wie die Deutsche Bank oder Hypo Real Estate, wobei beide Werte am Ende jedoch ihre Aufschläge wieder abgeben mussten und marginal leichter schlossen.
Wenig gefragt waren über den gesamten Tagesverlauf hinweg Anteilsscheine von MAN, die angesichts der schwachen Charttechnik mehr als 5 Prozent leichter tendierten. Ebenfalls unter Druck standen gestern Anteilsscheine von E.ON sowie ThyssenKrupp. Die Allianz hatte unter den nach wie vor anhaltenden Schwierigkeiten des US-Versicherers AIG zu leiden und tendierte über den gesamten Tagesverlauf hinweg schwächer. Gerüchte über ein mögliches Nichtzustandekommen des Verkaufs der Dresdner Bank belasteten den Kurs zusätzlich.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 5.923 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Erzeugerpreise zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Industrieaufträge und -umsätze bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei ESCADA AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 11.019,69 Punkten um 3,86 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 4,78 Prozent auf 2.199,10 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.741 Punkten (+2,0 Prozent) und der S&P Future bei 1.235 Zählern (+2,7 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 97,25 Dollar; Euro: 1,4181 Dollar; Gold: 844,00 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Cintas Corp. (
ISIN US1729081059 /
WKN 880205 ) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal 2008/09 veröffentlicht. Dabei konnte der führende amerikanische Hersteller von Uniformen und Arbeitsbekleidung Umsatz und Gewinn steigern. Zudem wurde der Ausblick bekräftigt.
Die Palm Inc. (
ISIN US6966431057 /
WKN A0ETPB ) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal 2008/09. Dabei musste der amerikanische Handheld-Hersteller seinen Verlust ausweiten und konnte dennoch auf bereinigter Ebene die Ergebniserwartungen schlagen.
Die Oracle Corp. (
ISIN US68389X1054 /
WKN 871460 ) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Fiskalquartal 2008/09 veröffentlicht. Dabei konnte der US-Softwarekonzern seinen Gewinn um 28 Prozent steigern und damit auch die Erwartungen übertreffen.
Die US-Investmentbank Morgan Stanley (
ISIN US6174464486 /
WKN 885836 ) befindet sich aktuellen Presseberichten zufolge in Verhandlungen mit der China Investment Corp. (CIC) über den Verkauf eines bis zu 49 Prozent großen Anteils. (19.09.2008/ac/n/m)