Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten sich am letzten Handelstag nach der schwachen Performance der vergangenen Tage mit einem wahren Kursfeuerwerk ins Wochenende verabschieden.
Der
DAX legte am Freitag 5,56 Prozent auf 6.189,53 Punkte zu (XDAX: 6.207,61 Punkte; + 3,56 Prozent), während der MDAX 5,38 Prozent auf 7.819,17 Zähler hinzugewinnen konnte. Hintergrund der kräftigen Kursaufschläge ist ein groß angelegtes Maßnahmenpaket der US-Regierung zur Stabilisierung des Finanzsystems, das mittelfristig für eine deutliche Entspannung der Finanzkrise sorgen soll. Bereits am Vorabend hatten die US-Börsen daraufhin deutliche Aufschläge verbuchen können. Unter anderem schloss der Dow Jones 3,9 Prozent fester. Ebenfalls für gute Stimmung sorgte die Entscheidung der US-Wertpapieraufsicht SEC, Leerverkäufe bei Finanzaktien kurzfristig zu verbieten. Nach starker Eröffnung an den US-Leitbörsen konnte der DAX seine Gewinne zum Handelsende noch weiter ausbauen, wobei vor allem die zuletzt verschmähten Finanzwerte kräftig an Fahrt gewinnen konnten. Mit zu den deutlichen Kursgewinnen beigetragen hat u.a. auch der so genannte "Dreifache Hexensabbat", der Verfallstag für Futures sowie Optionen auf Indices und Einzelaktien, was traditionell zu einer deutlichen Zunahme der Volatilität führt.
Ganz oben auf der Liste der Gewinner waren Anteilsscheine der Commerzbank zu finden, die nach den deutlichen Abschlägen der vergangenen Handelstage zeitweise um mehr als 20 Prozent vorrücken konnten. Ebenfalls auf der Gewinnerseite waren die Deutsche Bank sowie der Versicherer Allianz zu finden, die zwischenzeitlich mehr als 15 Prozent fester tendierten. Zuletzt hatten die Commerzbank und die Allianz aufgrund von Spekulationen über ein mögliches Scheitern des Dresdner Bank-Verkaufs kräftig Federn lassen müssten. Deutliche Kursgewinne waren auch bei ThyssenKrupp, MAN, Infineon, TUI und Linde auszumachen, die allesamt zweistellige prozentuale Kurszuwächse zu verbuchen hatten. Daimler, Siemens, Deutsche Post und die Münchener Rück verzeichneten nach der zuletzt schwachen Performance der Werte ebenfalls überdurchschnittliche Aufschläge. Die Aktie von BMW verzeichnete ein Kursplus von mehr als 12 Prozent, nachdem der Konzernchef bei Investoren für das beschlossene Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramm geworben hatte. Deutlich erholt zeigten sich auch die beiden Versorger RWE und E.ON. RWE hatte am Vortag angekündigt, dass man die in Aussicht gestellte erhöhte Dividenden-Ausschüttungsquote nicht länger von der erfolgreichen Platzierung einer Mehrheit von American Water am Markt abhängig machen werde. SAP präsentierte sich nach den starken Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Oracle ebenfalls fester und gewann mehr als 4 Prozent hinzu.
Am unteren Ende der kurzen Verliererliste waren über den gesamten Tagesverlauf hinweg Anteilsscheine von Volkswagen zu finden. Am Vortag hatte die Aktie allerdings im Zuge von Spekulationen über den Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags zugunsten des Großaktionärs Porsche rund 26 Prozent zulegen können. Zum Schluss verzeichnete die VW-Aktie ein Minus von mehr als 10 Prozent. Kursabschläge waren daneben außerdem bei Continental sowie FMC und METRO auszumachen.
In der zweiten Reihe richteten sich am Freitag die Blicke der Investoren auf die Aktie von Arcandor. Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Handelstage konnte sich der Wert deutliche erholen und legte mehr als 5 Prozent zu. Einem Pressebericht zufolge ziehen sich die Verhandlungen über eine Refinanzierung der Gesellschaft länger hin als erwartet.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 6.219 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute der Monatsbericht der Bundesbank zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Japan die gesamtwirtschaftliche Aktivität bekannt gegeben. Aus den USA wird heute der Chicago Fed National Activity Index gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei 3Com Corp., AutoZone Inc., Circuit City Stores Inc. und CarMax Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 11.388,44 Punkten um 3,35 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 3,40 Prozent auf 2.273,90 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.726 Punkten (-0,8 Prozent) und der S&P Future bei 1.239 Zählern (-0,6 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 100,09 Dollar; Euro: 1,4486 Dollar; Gold: 865,72 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Europäische Kommission hat am Freitag nach der EG-Fusionskontrollverordnung die geplante Übernahme von Siemens Enterprise Communications (SEN), einer Tochter des Industriekonzerns Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610), durch das amerikanische Privat-Equity-Unternehmen Gores Group freigegeben. Die Prüfung des Vorhabens durch die Kommission hatte ergeben, dass die Übernahme des deutschen Herstellers von Kommunikationsprodukten den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern wird.
Der Industriekonzern Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) gab am Freitag bekannt, dass Siemens VAI Metals Technologies im Produktionskomplex Tscherepowetz des russischen Stahlerzeugers SeverStal (
ISIN US8181503025 /
WKN A0LEJV ) ein durchgängiges Manufacturing Execution System (MES) installiert.
Die Management- und Investmentgesellschaft GCI Management AG (
ISIN DE0005855183 /
WKN 585518 ) meldete am Freitag, dass die Vantargis Factoring GmbH am 1. Oktober 2008 die operative Geschäftstätigkeit aufnimmt.
Der Pflegezentrumsbetreiber CURANUM AG (
ISIN DE0005240709 /
WKN 524070 ) gab am Freitagabend bekannt, dass sein Aufsichtsrat heute dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt hat, eigene Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 5 Prozent zu erwerben.
Die Vossloh AG (
ISIN DE0007667107 /
WKN 766710 ) hat den Verkauf des Geschäftsfelds Vossloh Infrastructure Services (VIS) an die Eurovia S.A. planmäßig abgeschlossen. (22.09.2008/ac/n/m)