Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt von freundlichen Vorgaben der Wall Street ist der deutsche Aktienmarkt am Freitagnachmittag in die Gewinnzone zurückgekehrt.
Der
DAX30 erzielte letztendlich einen Anstieg um 2,41 Prozent auf 5.797,03 Punkte (XDAX: 5.631,58 Punkte; -0,28 Prozent). Dagegen verlor der MDAX 0,47 Prozent auf 6.713,09 Zähler.
Belastet wurde der Handel von einer Verschlechterung der US-Arbeitsmarktsituation im September. So verringerte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 159.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Hierbei handelt es sich um den stärksten Rückgang seit über fünf Jahren. Volkswirte hatten nur einen Stellenabbau um 105.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Minus von 73.000 im August.
An der Spitze des DAX stand mit großem Abstand die Aktie des angeschlagenen Hypothekenfinanzierers HRE, die mehr als 41 Prozent fester schloss. Am Vorabend hatte die EU-Kommission grünes Licht für das von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket für den durch die Finanzkrise schwer gebeutelten Finanzkonzern gegeben. Gefragt waren auch andere Finanzwerte wie die Deutsche Postbank, die dank positiver
Analystenkommentare mehr als 10 Prozent zulegen können. Für gute Stimmung bei Finanz- und Versicherungswerten sorgte vor allem die am Morgen angekündigten Umstrukturierungen bei der schweizerischen Großbank UBS im Investmentbanking-Bereich. Davon profitieren konnten auch die Deutsche Bank und die Commerzbank die jeweils mehr als 6 Prozent fester tendieren.
Erholt zeigten sich ferner Automobilwerte, die am Vortag noch von schwachen US-Absatzzahlen belastet wurden. So stand Volkswagen mit über 5 Prozent im Plus, während BMW mehr als 4 Prozent zulegte. Bei Daimler sorgte ein Pressebericht, wonach Investoren aus dem Mittleren Osten und Asien verstärkt Interesse am Erwerb einer größeren Beteiligung an dem Stuttgarter Automobilbauer gezeigt haben, für ein Plus von fast 2 Prozent.
Am unteren Ende fanden sich am Freitag die Anteilsscheine von Linde, die mehr als 4 Prozent abgeben. Daneben verloren MAN mehr als 3 Prozent.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 5.692 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Großbritannien steht heute die Industrieproduktion zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Kanada die Baugenehmigungen bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei IDT Corp. und Leading Brands Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 10.325,38 Punkten um 1,50 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 1,48 Prozent auf 1.947,39 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.453 Punkten (-1,7 Prozent) und der S&P Future bei 1.088 Zählern (-1,8 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 95,09 Dollar; Euro: 1,3601 Dollar; Gold: 831,60 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die amerikanische Northwest Airlines Corp. (
ISIN US6672804084 /
WKN A0MTCR) hat am Freitag die Passagierzahlen für den Monat September 2008 veröffentlicht. Dabei musste die Fluggesellschaft, die vor einer Fusion mit dem Konkurrenten Delta Air Lines Inc. (
ISIN US2473617023 /
WKN A0MQV8 ) nicht nur rückläufige Passagierzahlen, sondern auch eine geringere Auslastung hinnehmen.
Die Delta Air Lines Inc. (
ISIN US2473611083 /
WKN 850874 ) legte am Freitag die Verkehrszahlen für den Monat September 2008 vor. Die Fluggesellschaft, die vor einer Fusion mit dem Konkurrenten Northwest Airlines Corp. (
ISIN US6672804084 /
WKN A0MTCR ) steht, verzeichnete dabei rückläufige Passagierzahlen, konnte aber die Auslastung verbessern.
Die AIG International Real Estate GmbH & Co. KGaA (
ISIN DE0006344211 /
WKN 634421 ) rechnet für das dritte Quartal und für das gesamte Jahr 2008 mit Rekordgewinnen und gab außerdem zusätzliche Veräußerungen aus dem Portfolio bekannt.
Die Wells Fargo & Co. (
ISIN US9497461015 /
WKN 857949 ) will mit der angeschlagenen Wachovia Corp. (
ISIN US9299031024 /
WKN 868326 ) die viertgrößte US-Bank übernehmen.
Der schwer angeschlagene US-Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (
ISIN US0268741073 /
WKN 859520 ) will Anlagen außerhalb seines Kerngeschäfts verkaufen, um seine Schuldenlast zu reduzieren. (06.10.2008/ac/n/m)