Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Zweifel am Rettungspaket der US-Regierung und Sorgen vor einer weltweiten Rezession haben die Aktienmärkte zum Wochenauftakt rund um den Globus auf Talfahrt geschickt.
Der
DAX brach in der Spitze um 8,7 Prozent auf 5.292 Punkte ein. Letztendlich schloss der deutsche Leitindex 7,07 Prozent schwächer bei 5.387,01 Zählern (XDAX: 5.431,26 Punkte; -3,56 Prozent). Der MDAX lag zeitweise zweistellig im Minus. Zum Schluss war ein Abschlag von 8,66 Prozent auf 6.131,59 Punkte auszumachen. In New York fiel der Dow Jones schon kurz nach Handelsstart unter die psychologisch wichtige 10.000er Marke. Zum Handelsende in Deutschland lag der US-amerikanische Leitindex mit 4 Prozent im Minus bei rund 9.910 Punkten.
Finanzwerte standen gestern erneut im Mittelpunkt. Am Samstag hatte der Immobilienfinanzierer HRE noch mitgeteilt, dass das zuletzt zugesagte und angekündigte Rettungspaket nicht länger gültig sei. In letzter Minute wurde aber doch ein neues Rettungspaket geschnürt. Die Aktie brach am DAX-Ende dennoch um 37,4 Prozent ein. Unterdessen meldete die französische Bankgesellschaft BNP Paribas, dass sie für 14,5 Mrd. Euro die Kontrolle über die Bankaktivitäten des angeschlagenen Finanzdienstleisters Fortis in Belgien und in Luxemburg sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft übernimmt. Außerdem will sich die italienische Bankgesellschaft UniCredit im Zuge der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen. Die Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Regierung für die Spareinlagen der Bürger garantieren wird, konnte indes kaum beruhigen.
Papiere der Commerzbank schlossen mit 16,1 Prozent im Minus. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge das Finanzinstitut im Rahmen eines weiteren Bewertungsgutachtens zur Übernahme der Dresdner Bank zusätzliche Risiken aus der Finanzkrise berücksichtigen wird. Die Aktie des Allfinanzkonzerns Allianz, der eine Beteiligung an der amerikanischen Hartford Financial Services angekündigt hat, fielen um mehr als 9 Prozent zurück. Titel der Deutschen Bank gaben ebenfalls über 9 Prozent ab. Anteilsscheine der Deutschen Postbank hielten sich mit -5 Prozent vergleichsweise wacker.
Außerhalb des Finanzsektors stachen mitunter SAP nach einer Gewinnwarnung mit -16,4 Prozent hervor. Daneben gaben Daimler 14,6 Prozent und Continental 12,6 Prozent ab. MAN büßten trotz eines Großauftrags mehr als 7 Prozent ein. Bayer gaben lediglich 3,8 Prozent ab. Der Titel profitierte von einer Meldung, wonach der Konzern Fortschritte bei seinen klinischen Untersuchungen zum Medikament Riociguat vorzuweisen hat. Der schlechten Stimmung zum Trotz gewannen Papiere von Volkswagen 5,2 Prozent.
Im MDAX brachen gestern Premiere am Indexende um 29,4 Prozent ein. Daneben verloren die Aareal Bank rund 22 Prozent, Wacker Chemie mehr als 19 Prozent und ProSiebenSat.1 über 17 Prozent.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 5.304 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Industrieaufträge zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Großbritannien die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Acuity Brands Inc., Alcoa Inc., Safeway Inc., Yum! Brands Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 9.955,50 Punkten um 3,58 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 4,34 Prozent auf 1.862,96 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.426 Punkten (+1,4 Prozent) und der S&P Future bei 1.068 Zählern (+1,5 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 89,84 Dollar; Euro: 1,3575 Dollar; Gold: 862,72 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der Software-Konzern SAP AG (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) hat seine Gewinnprognose nach unten korrigiert. Wie der Softwarekonzern am Montag erklärte, erwartet man für das dritte Quartal nach einer ersten
Analyseder vorläufigen Umsatzzahlen, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (US-GAAP) zwischen 1,970 und 1,980 Mrd. Euro (2007: 1,74 Mrd. Euro) liegen. Das entspricht einer Steigerung von 13 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Bank of America Corp. (
ISIN US0605051046 /
WKN 858388 ), die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA, gab am Montag nach US-Börsenschluss bekannt, dass sie im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang verbuchen musste. Zudem kündigte die Bank die Ausgabe von neuen Aktien im Wert von 10 Mrd. Dollar. Daneben wurde zur Liquiditätssicherung eine Dividendenkürzung von bisher 64 Cents pro Aktie auf nun 32 Cents pro Aktie beschlossen.
Die US-Fluggesellschaft JetBlue Airways Corp. (
ISIN US4771431016 /
WKN 541867 ) veröffentlichte am Montag die Passagierzahlen für den Monat September 2008. Die Billigfluglinie konnte dabei trotz gesunkener Passagierzahlen eine deutlich verbesserte Auslastung erzielen.
Der Vorstand der CyBio AG (
ISIN DE0005412308 /
WKN 541230 ) gab am Montag bekannt, dass die Manz Automation Tübingen GmbH, eine Tochter der Manz Automation AG (
ISIN DE000A0JQ5U3 /
WKN A0JQ5U ), wesentliche Vermögenswerte der CLS Laborautomationssysteme GmbH, an der CyBio rund 78 Prozent der Geschäftsanteile besitzt, im Rahmen eines Asset Deals erworben hat. (07.10.2008/ac/n/m)