Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
DAX ist gestern Nachmittag in die Verlustzone gerutscht. Zum Handelsende lag der deutsche Leitindex mit 1,05 Prozent im Minus bei 4.784,41 Punkten (XDAX: 4.710,86 Punkte; -4,29 Prozent).
Der MDAX konnte sich dagegen um 0,50 Prozent verfestigen auf 5.596,29 Zähler. Nach der Kursrallye vom Vortag hat die Wall Street gestern Nachmittag mit roten Vorzeichen eröffnet. Unterdessen läuft die Berichtssaison in den USA auf Hochtouren. Positiv überrascht haben mitunter Pfizer, American Express und 3M. Weniger überzeugt haben dagegen Caterpillar, DuPont und Texas Instruments.
Zum Spitzenreiter avancierte die Commerzbank mit einem satten Aufschlag von 5,9 Prozent. Titel der Deutschen Bank rückten um 3,4 Prozent vor, obwohl das Finanzinstitut einem Pressebericht zufolge offenbar keineswegs so blendend dasteht, wie es der Vorstandschef Josef Ackermann glauben machen will. So lag die Relation vom Eigenkapital zur Bilanzsumme zuletzt nur bei mageren 1,6 Prozent. Gestützt auf die positiv aufgenommenen Ergebnisse von Pfizer schlossen Bayer 3,3 Prozent und Merck 3,8 Prozent fester. Zu den Favoriten zählten außerdem die Deutsche Börse (+4,4 Prozent), BMW (+3,7 Prozent) und die Deutsche Post (+3,4 Prozent).
Die Aktie von Henkel tendierte gestern gut behauptet. Einem Pressebericht zufolge will sich der Konsumgüterhersteller künftig verstärkt auf wichtige Kernmarken innerhalb des Produktportfolios konzentrieren. Ferner erwarte der Konzern im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent.
Einen weiten Bogen machten die Anleger erneut um die Volkswagen-Aktie. Der Wert sackte bis Handelsende um 12,4 Prozent ab. Infineon verloren nach enttäuschenden Ergebnissen des amerikanischen Speicherchip-Herstellers SanDisk 5,4 Prozent. Verstärkter Abgabedruck war gestern außerdem bei der HRE, E.ON und der Deutschen Postbank auszumachen.
Die Aktie der Münchener Rück gab 2,3 Prozent ab. Im MDAX knickten Anteilsscheine der Hannover Rück um 12,4 Prozent ein. Wie bekannt wurde, hält der Rückversicherer die Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2008 für nicht mehr erreichbar. Papiere von Bilfinger Berger schoben sich dagegen um gut 12 Prozent nach vorne. Der Baukonzern gab am Vorabend bekannt, die französische Tochter Razel veräußert zu haben. Gleichzeitig wurde der Ausblick angehoben. Titel des Konsumgüterherstellers Beiersdorf, der den Hygiene-Spezialisten Bode Chemie veräußert hat, zogen leicht an.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 4.738 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Japan steht heute der Index der gesamtwirtschaftlichen Aktivität zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Italien der Einzelhandelsumsatz und in der EU die Leistungsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge und der Ölmarktbericht gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Air Products and Chemicals Inc., Alliance Data Systems Corp., Allstate Corp., Amazon.com Inc., Amgen Inc., AT&T Inc., Baker Hughes Inc., Boeing Co., ConocoPhillips, EMC Corp., General Dynamics Corp., Genzyme Corp., Kimberly-Clark Corp., Lennox International Inc., McDonald's Corp., Merck & Co. Inc., Northrop Grumman Corp., Northwest Airlines Corp., PepsiAmericas Inc., Philip Morris International Inc., Pulte Homes Inc., Reynolds American Inc., Rohm and Haas Co., Seagate Technology, SLM Corp., Travelers Cos. Inc., Wachovia Corp., WellPoint Inc., Wyeth, Akzo Nobel N.V., GlaxoSmithKline plc und WaveLight AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 9.033,66 Punkten um 2,50 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 4,14 Prozent auf 1.696,68 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.290 Punkten (-0,2 Prozent) und der S&P Future bei 944 Zählern (-1,6 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 72,11 Dollar; Euro: 1,2808 Dollar; Gold: 762,60 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Apple Inc. (
ISIN US0378331005 /
WKN 865985 ) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2007/08 bekannt. Der US-Hersteller von Unterhaltungselektronik konnte dabei erneut einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Während man beim Gewinn überraschte, fiel der Umsatzanstieg unter den Erwartungen aus. Der Absatz des Multifunktionshandys iPhone belief sich auf 6,9 Millionen. Beim iPod belief sich der Absatz auf 11,1 Millionen, während er sich bei Computern auf 2,6 Millionen belief.
Die Yahoo! Inc. (
ISIN US9843321061 /
WKN 900103 ) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht. Wie der US-Internetkonzern erklärte, stieg der Umsatz geringer als erwartet. Dagegen fiel der Gewinnrückging im Rahmen der Erwartungen aus.
Die amerikanische Broadcom Corp. (
ISIN US1113201073 /
WKN 913684 ) veröffentlichte am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008. Dabei konnte der Spezialist für Halbleiter im Kommunikationsbereich Umsatz und Gewinn deutlich ausweiten.
Die E*Trade Financial Corp. (
ISIN US2692461047 /
WKN 902447 ) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht. Aufgrund der Krise an den Finanzmärkten musste der amerikanische Online-Broker erneut einen Verlust ausweisen.
Aktuellen Presseberichten zufolge verschärft sich die Autokrise bei Opel in den kommenden Wochen massiv. Dies berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) am Dienstag vorab aus ihrer Mittwochausgabe. (22.10.2008/ac/n/m)