Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am gestrigen Handelstag nach volatilem Verlauf mit kräftigen Abschlägen schließen.
Der
DAX verabschiedete sich mit einem Minus von 2,96 Prozent auf 4.620,80 Punkte (XDAX: 4.579,04 Punkte; -4,79 Prozent) in den Feierabend, während der MDAX 2,79 Prozent auf 5.345,22 Punkte abgeben musste. Gestern Morgen zeigte sich der DAX nach den herben Vortagesverlusten der US-Börsen zunächst deutlich erholt, musste jedoch im weiteren Verlauf einen Großteil seiner Gewinne wieder abgeben und rutschte am frühen Nachmittag angesichts schwacher Vorgaben aus Übersee deutlich in die Verlustzone. In den USA dominierten erneut Bedenken über die weiteren konjunkturellen Gesamtaussichten das Handelsgeschehen. Insbesondere der Einzelhandelssektor hatte unter einer überraschenden Gewinnwarnung der Elektronikkette Best Buy zu leiden. Zum Xetra-Schluss lagen die US-Leitindizes kräftig im Minus.
Im Blickpunkt standen am gestrigen Handelstag die Anteilsscheine des Salz- und Düngemittelherstellers K+S, der für das abgelaufene Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen konnte. Nach anfänglichen Gewinnen rutschte die Aktie im weiteren Verlauf immer weiter ab, da man die Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert hatte. Ebenfalls deutlich schwächer präsentierte sich die Aktie der Hypo Real Estate. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer und ein Finanzkonsortium, die Deutsche Bundesbank und die Bundesregierung haben sich über die vom Bund teilweise garantierte Liquiditätsfazilität in Höhe von 50 Mrd. Euro abschließend geeinigt. Wie der Konzern weiter ausführte, geht man für das laufende Quartal außerdem aufgrund der Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten von einem milliardenschweren Verlust aus. Am Ende bildete der Wert mit einem Minus von mehr als 11 Prozent das Schlusslicht im DAX.
Aufgrund neuer Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche - unter anderem hat der schweizerische Versicherer Swiss Life seine Jahresprognosen gesenkt - hatten Finanz- und Versicherungswerte mit deutlichen Abschlägen zu kämpfen. So mussten Allianz, Commerzbank und die Deutsche Bank kräftige Verluste verbuchen. Wenig begeistert reagierten Anleger auf die Geschäftszahlen des Energieversorgers E.ON, obwohl man für das abgelaufene Quartal einen operativen Ergebnisanstieg ausweisen konnte und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt wurden. Haltlos präsentierten sich daneben Automobilwerte wie Daimler und BMW aber auch der Nutzfahrzeughersteller MAN musste kräftig Federn lassen. Einem Pressebericht zufolge werden die beiden Premium-Automobilhersteller künftig im Einkauf stärker zusammenarbeiten.
An der Spitze des DAX konnten sich über weite Strecken die Anteilsscheine der Deutschen Börse platzieren, die zeitweise mehr als 4 Prozent zulegen konnten. Am Ende musste die Aktie des Börsenbetreibers jedoch ihre Zugewinne teilweise wieder abgeben, wobei jedoch das Plus von 1,9 Prozent für den Spitzenplatz genügte. An zweiter Stelle befand sich die Aktie des Automobilzulieferers Continental (+1,8 Prozent). Behauptet präsentierte sich der Software-Konzern SAP. Zuvor hatten die Walldorfer einen Auftrag aus Indien vermeldet. Im Steigflug befanden sich hingegen Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa, die von den weiter rückläufigen Ölpreisnotierungen profitieren konnten. Größere Zugewinne waren zeitweise auch bei Linde auszumachen die dank positiver
Analystenkommentare über weite Strecken mit unter den größten Gewinnern zu finden waren. Am Ende wies der Wert ein leichtes Minus aus.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 4.624 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute das BIP zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich und Italien die Verbraucherpreise und in der EU der EZB-Monatsbericht bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Handelsbilanz, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Staatshaushalt gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Dr Pepper Snapple Group Inc., Kohl's Corp., Urban Outfitters Inc., Wal-Mart Stores Inc., Aleo Solar AG, AUGUSTA Technologie AG, Benetton Group S.p.A., Celesio AG, Crédit Agricole S.A., CURANUM AG, DIC Asset AG, Eurofins Scientific Group S.A., FJH AG, IKB Deutsche Industriebank AG, Integralis AG, IVG Immobilien AG, Jungheinrich AG, LANXESS AG, Mayr-Melnhof Karton AG, Phoenix Solar AG, Premiere AG, Q-Cells AG, REpower Systems AG, Siemens AG , STADA Arzneimittel AG, SUEZ S.A., TAG Tegernsee Immobilien- und Beteiligungs-AG, Vivacon AG, Vivendi Universal S.A. und Zurich Financial Services an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.282,66 Punkten um 4,73 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 5,17 Prozent auf 1.499,21 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.152 Punkten (-1,0 Prozent) und der S&P Future bei 851 Zählern (-0,2 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 58,29 Dollar; Euro: 1,2477 Dollar; Gold: 714,25 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die National Semiconductor Corp. (
ISIN US6376401039 /
WKN 857469 ) hat ihre Umsatzprognose für das laufende zweite Quartal gesenkt.
Der amerikanische IT-Dienstleister Computer Sciences Corp. (CSC) (
ISIN US2053631048 /
WKN 855862 ) meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2008/09. Der Nettogewinn belief sich auf 451,7 Mio. Dollar bzw. 2,95 Dollar pro Aktie, nach 75,8 Mio. Dollar bzw. 43 Cents pro Aktie im Vorjahr.
Die amerikanische Applied Materials Inc. (
ISIN US0382221051 /
WKN 865177 ) veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2007/08. Dabei musste der größte Chip-Ausrüster in den USA deutliche Rückgänge bei Umsatz- und Gewinn hinnehmen, konnte die Erwartungen aber schlagen.
Die TAG Immobilien AG (
ISIN DE0008303504 /
WKN 830350 ) hat dank einer deutlichen Steigerung der Mieteinnahmen den Umsatz in den ersten neun Monaten 2008 erhöht, gleichzeitig aber seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach unten revidiert. (13.11.2008/ac/n/m)