Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus New York hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Für den
DAX ging es am Ende um 0,70 Prozent nach unten auf 5.903,56 Punkte.
Der MDAX gab daneben 0,95 Prozent ab auf 7.851,36 Zähler. Der SDAX stieg indes um 0,55 Prozent auf 3.798,25 Stellen. Der TecDAX verlor 0,82 Prozent auf 827,09 Punkte.
Die Betriebe des deutschen Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten haben im Januar einen weiteren Beschäftigungsrückgang ausgewiesen. Dies gab das Statistische Bundesamt bekannt. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Zahl der Beschäftigten um rund 251.500 Personen bzw. 4,9 Prozent auf knapp 4,9 Millionen per Ende Januar.
Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 0,8 Prozent im Minus. Hintergrund sind Sorgen vor einer Rating-Abstufung der weltgrößten Volkswirtschaft. Unterdessen hat die Federal Reserve Bank of New York für März eine Verschlechterung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York ermittelt. Demnach verringerte sich der Empire State Manufacturing Index auf 22,9 Punkte, während Volkswirte sogar mit einem Rückgang auf 22,00 Zähler gerechnet hatten. Für Februar war ein Stand von 24,91 Punkten ausgewiesen worden. Daneben ist die US-Industrieproduktion im Februar mit vermindertem Tempo gestiegen. Der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger lag um 0,1 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Januar noch um 0,9 Prozent geklettert war. Volkswirte hatten einen unveränderten Output prognostiziert. Zudem wuchs die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 72,7 Prozent, während die Prognose auf 72,5 Prozent gelautet hatte.
Papiere des Dialysespezialisten FMC gewannen gegen den schwachen Trend als DAX-Spitzenreiter 1,2 Prozent. Dahinter zogen Fresenius ebenfalls um 1,2 Prozent und METRO um 0,8 Prozent an. RWE schlossen leicht positiv. Vorstandschef Jürgen Großmann hat sich in einem Presseinterview für eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten bei Atomkraftwerken ausgesprochen. In diesem Zusammenhang verwies der Manager auf die deutlich längeren Laufzeiten in anderen Ländern: International üblich seien 50 bis 60 Jahre, in den USA sogar 80 Jahre. Deutschland sei mit seinen 32 Jahren die einsame Ausnahme. Titel des Mitbewerbers E.ON gaben 0,7 Prozent ab. Die Aktie der Deutschen Bank fiel um 0,6 Prozent zurück. Wie in der Presse zu lesen war, gibt der Finanzkonzern angesichts der absehbaren regulatorischen Herausforderungen dem Aufbau zusätzlichen Kapitals absoluten Vorrang vor einer hohen Ausschüttung. Die Deutsche Bank habe der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2009 eine Anhebung der Dividende von 50 auf 75 Cent je Aktie vorgeschlagen, was nicht einmal 10 Prozent ihres Gewinns von 5 Mrd. Euro entspricht. Vor der Finanzkrise war auf mittlere Sicht eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent in Aussicht gestellt worden. Von dieser Politik gebe es keine grundsätzliche Abkehr. Zudem haben die Frankfurter den Erwerb der Sal. Oppenheim Gruppe abgeschlossen. Der Kaufpreis wurde bar bezahlt und beläuft sich exklusive der weiterveräußerten BHF Asset Servicing auf 1,0 Mrd. Euro. MAN bröckelten um 2,4 Prozent ab. Finanzchef Frank Lutz hat sich für eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung ausgesprochen. "Abhängig von der Lage müssen wir im Sommer überlegen, ob wir die Kurzarbeit über Anfang 2011 verlängern wollen", sagte der neue MAN-Finanzchef in einem Presseinterview. Das werde aber ein Thema sein, dass dann politisch entschieden werden müsse. Infineon fielen als Schlusslicht um 2,9 Prozent zurück.
Für Krones ging es im MDAX um 0,4 Prozent nach unten. Der Abfüllanlagenhersteller hat im Jahr 2009 aufgrund der globalen Wirtschaftskrise und der sinkenden Nachfrage im Verpackungsmaschinenmarkt einen Verlust ausweisen müssen. Der Konzernumsatz fiel gegenüber dem Rekordjahr 2008 um 22 Prozent auf 1,87 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis verschlechterte sich auf -34,5 Mio. Euro, nach 106,5 Mio. Euro im Vorjahr. Krones erwartet für das erste Halbjahr 2010 eine Trendumkehr und damit einhergehend für das Geschäftsjahr 2010 ein Umsatzwachstum von 5 Prozent bis 15 Prozent sowie die Rückkehr zu nennenswerten positiven Ergebnissen. Am Indexende stachen Sky mit einem Minus von 3,7 Prozent ins Auge. Auf der Gegenseite kletterten MLP um 2,5 Prozent.
Stärkster Wert im TecDAX war Q-Cells mit einem Plus von 2,5 Prozent. Daneben verfestigten sich SMA Solar um 1,4 Prozent und Carl-Zeiss um 1,1 Prozent. Nordex gaben 0,3 Prozent ab. Der Windanlagenspezialist hat mit FFC Energy eine Vereinbarung über die Lieferung eines 50-MW-Windkraftwerks für den in der pakistanischen Provinz Sindh gelegenen Windpark "Jhimpir" geschlossen. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht genannt. MorphoSys kamen um 1,8 Prozent zurück. Dabei hat der Biotechnologiekonzern vom japanischen Patentamt ein neues Patent erhalten, das seine Kerntechnologie HuCAL schützt. SMARTRAC verloren daneben 2,9 Prozent. Der Hersteller und Zulieferer von RFID-Komponenten hat im Jahr 2009 das Vorjahresergebnis deutlich verfehlt. Die Erlöse stiegen um 14 Prozent auf 127,9 Mio. Euro. Der Konzern-Jahresüberschuss schrumpfte um 63 Prozent auf 5,1 Mio. Euro.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 10.642,15 Punkten um 0,16 Prozent zunahm, ging der Nasdaq Composite um 0,23 Prozent zurück auf 2.362,21 Zähler. Der S&P 500 stieg daneben um 0,05 Prozent und schloss bei 1.150,51 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.577,00 Punkten (+1,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.919,50 Punkten (+1,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.146,50 Zählern (+0,80 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich angesichts der unterschiedlichen Vorgaben der US-Börsen ebenfalls unentschlossen. Nach der stabilen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,28 Prozent bei 10.721,71 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte uneinheitliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,08 Prozent im Minus bei 21.062,09 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,53 Prozent anzieht auf 2.992,84 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,04 Prozent auf 122,66 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.941 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.943,75 Zählern (0,00 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Außenhandelsdaten und ZEW Konjunkturerwartungen zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Frankreich, Italien und der EU die Inflation bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Ein- und Ausfuhrpreise, Wohnbaubeginne, Wohnbaugenehmigungen und das Sitzungsergebnis der Fed gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei KUKA AG, UniCredito Italiano S.p.A., Deutsche Bank AG, Deutsche Post AG, freenet AG und Österreichische Post AG an.
Wichtige Meldungen:
Die schweizerische Großbank UBS AG (
ISIN CH0024899483 /
WKN UB0BL6 ) blickt für das Fiskaljahr 2010 optimistisch in die Zukunft.
Der US-Medizintechnikkonzern Boston Scientific Corp. (
ISIN US1011371077 /
WKN 884113 ) hat am Montag einen Auslieferungs-Stop für Defilibratoren angekündigt.
Der US-Modekonzern Phillips-Van Heusen Corp. (
ISIN US7185921084 /
WKN 852017 ) hat am Montag eine milliardenschwere Akquisition angekündigt. (16.03.2010/ac/n/m)