Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag deutlich fester gezeigt. Der DAX lag in der Spitze mit 3,4 Prozent vorne und damit nur rund 35 Zähler unter der 5.000er-Marke.
Letztendlich blieb ein Zuwachs von 2,29 Prozent auf 4.913,90 Punkte. Der MDAX zog daneben um 1,24 Prozent an auf 5.908,06 Zähler. Der SDAX kletterte gleichzeitig um 0,99 Prozent auf 2.851,80 Punkte. Der TecDAX kam in Verlauf deutlich zurück und ging mit einem Abschlag von 0,33 Prozent auf 622,30 Zähler in das Wochenende.
An der Wall Street waren zum Sitzungsschluss in Deutschland teils deutliche Gewinne auszumachen. Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, benötigen zehn der 19 im Rahmen des "Stress-Tests" untersuchten US-Finanzinstitute insgesamt 74,6 Mrd. Dollar an frischem Kapital. Finanzwerte konnten in New York zuletzt mehrheitlich zulegen. Laut Angaben des Arbeitsministeriums in Washington hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA im April weiter verschlechtert. Demnach stieg die Arbeitslosenquote wie erwartet um 0,4 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 26 Jahren. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft verringerte sich um 539.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten sogar einen Stellenabbau um 600.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Minus von 699.000 im März.
BMW verloren am DAX-Ende 4 Prozent. Der Autobauer hat im April einen weiteren Absatzrückgang hinnehmen müssen. Demnach brach der Absatz um 23,8 Prozent auf gut 101.000 Fahrzeuge ein. Daimler traten auf der Stelle, während Volkswagen davon unbeeindruckt 2 Prozent zulegten. Die Aktie der Commerzbank ist mit kräftigen Gewinnen in den Handel gestartet, kam im Tagesverlauf aber deutlich zurück. Am Ende schloss der Wert mit 1,6 Prozent im Plus. Das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 591 Mio. Euro erlitten, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 470 Mio. Euro ausgewiesen werden konnte. Um Einmaleffekte bereinigt war das operative Ergebnis mit 643 Mio. Euro positiv. Trotz des unverändert schwierigen Marktumfelds haben die Kerngeschäftsfelder Privatkunden und Mittelstandsbank die ersten drei Monate 2009 mit einem Gewinn abgeschlossen. Allianz und Deutsche Bank zogen um jeweils mehr als 4 Prozent an. Zum Spitzenreiter avancierten ThyssenKrupp mit einem Aufschlag von 5,9 Prozent. Wie bekannt wurde, sollen in der Stahlsparte des Industriekonzerns bis zu 2.000 Stellen wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen aber vermieden werden. Fresenius gewannen 5,7 Prozent, nachdem der Gesundheitskonzern seine Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt hat.
In der zweiten Reihe machten ProSiebenSat.1 einmal mehr von sich reden. Nach der Kursrallye der vergangenen Wochen gewann der Wert an der Spitze 8,6 Prozent. PUMA sackten dagegen um 5,2 Prozent ab. Die Umsätze des Sportartikelherstellers waren im Auftaktquartal leicht rückläufig. Vor Restrukturierungskosten verringerte sich der Überschuss von 90,1 Mio. Euro auf 80,8 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Restrukturierungskosten belief sich der Konzerngewinn auf 5,6 Mio. Euro. Rheinmetall gaben 3,7 Prozent ab, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern im ersten Quartal angesichts der Flaute in der Automobilindustrie einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen musste. Unter dem Strich wurde ein Verlust von 30 Mio. Euro verbucht, nach einem Gewinn von 26 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Stärkster Wert im TecDAX waren Wirecard (+6,5 Prozent). Dahinter gewannen Nordex 5,8 Prozent und SolarWorld 5,6 Prozent. Infineon brachen um 11,5 Prozent ein.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.574,65 Punkten um 1,96 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 1,33 Prozent auf 1.739,00 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 2,41 Prozent und schloss bei 929,23 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.470,00 Punkten (-46,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.380,00 Punkten (-9,50 Punkte) und der S&P Future bei 919,00 Zählern (-5,70 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der positiven Entwicklung der US-Börsen freundlich. Nach der starken Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,08 Prozent bei 9.440,66 Punkten.
In China notieren die Aktienmärkte ebenfalls mit grünen Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,66 Prozent im Plus bei 17.679,07 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,80 Prozent zulegt auf 2.646,76 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,09 Prozent auf 120,38 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.930 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.926,50 Zählern (-0,6 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Rohstahlproduktion und der Umsatzindex im Verarbeitenden Gewerbe zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich und Italien die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Benetton Group S.p.A., Deutsche Börse AG, Epigenomics AG, HSBC Holdings plc, Intercell AG, King Pharmaceuticals Inc., LEONI AG, Nortel Networks Corp., PepsiCo Inc., Playboy Enterprises Inc., Reliant Energy Inc., Rofin-Sinar Technologies Inc., StatoilHydro ASA und TUI AG an.
Wichtige Meldungen:
Der US-Hypothekenfinanzierer Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) (
ISIN US3135861090 /
WKN 856099 ) braucht nach einem weiteren milliardenschweren Verlust im ersten Quartal weitere Staatshilfen.
Die Bank of America Corp. (
ISIN US0605051046 /
WKN 858388 ) hat am Freitag mit dem Verkauf von Schuldverschreibungen begonnen, um sich auf diese Weise frisches Kapital zu beschaffen. Daneben gibt das US-Kreditinstitut neue Aktien aus.
Die US-Bankgesellschaft Morgan Stanley (
ISIN US6174464486 /
WKN 885836 ) hat am Freitag mit dem Verkauf von Schuldverschreibungen begonnen, um sich auf diese Weise frisches Kapital zu beschaffen. (11.05.2009/ac/n/m)