Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank am Abend haben die deutschen Anleger am Mittwoch Vorsicht walten lassen.
Der
DAX gab nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt am Ende 0,45 Prozent ab auf 5.643,20 Punkte. Für den MDAX ging es um 1,03 Prozent nach unten auf 7.479,51 Zähler. Der SDAX konnte dagegen 0,18 Prozent zulegen auf 3.634,58 Stellen. Der TecDAX kam um 0,73 Prozent zurück auf 803,71 Zähler.
Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2010 nach oben revidiert. Demnach wird nun im Jahresdurchschnitt 2010 ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Zuvor hatte die Prognose bei einem Plus von 1,2 Prozent gelegen.
Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, hat sich die Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im Dezember deutlich reduziert. Laut Angaben des Commerce Department verringerte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 7,6 Prozent auf 342.000, wogegen Volkswirte einen Wert von 366.000 erwartet hatten. Die US-Börsen haben sich zum Xetra-Schluss dann auch etwas schwächer präsentiert. Im Dow Jones stach zuletzt insbesondere die Aktie von Caterpillar mit einem Abschlag von über 6 Prozent ins Auge. Der Baumaschinenhersteller musste im vierten Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Während das bereinigte Ergebnis deutlich über den Prognosen lag, haben sowohl der Umsatz wie auch der Ausblick enttäuscht. Die Zahlen des Flugzeugbauers Boeing, der im vierten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg verbuchen konnte, wurden indes mit Begeisterung aufgenommen.
Die Aktie des Software-Herstellers SAP schloss mit einem leichten Plus. Wie zuvor bekannt wurde, musste der Konzern im Schlussquartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. Die Erlöse (US-GAAP) sanken um 9 Prozent auf 3,19 Mrd. Euro. Das Ergebnis (US-GAAP) aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Ertragsteuern fiel um 13 Prozent auf 0,75 Mrd. Euro. Für das Geschäftsjahr 2010 erwarten die Walldorfer, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-IFRS) ohne Berücksichtigung der Wechselkurse um 4 bis 8 Prozent steigen werden (2009: 8,2 Mrd. Euro). Ferner solle die operative Marge ohne Berücksichtigung der Wechselkurse bei 30 bis 31 Prozent liegen (2009: 27,4 Prozent). An der Indexspitze gewannen BASF 1,1 Prozent. Ferner zogen Henkel um 0,6 Prozent und E.ON um 0,3 Prozent an. Auf der Gegenseite fielen Papiere der Commerzbank um 3,6 Prozent zurück. Daneben trennten sich die Anleger verstärkt von Volkswagen (-2,8 Prozent), Daimler (-2,8 Prozent) und MAN (-2,7 Prozent).
In Reihe zwei knickten Wacker Chemie um 5,1 Prozent ein. Der Chemiekonzern hat im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen wie bereits erwartet weniger Umsatz und Ertrag erwirtschaftet. Die Umsatzerlöse sanken um knapp 14 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Sondereffekte von insgesamt rund 340 Mio. Euro werden zu einem negativen Konzernergebnis von rund -890 (2008: 438,3) Mio. Euro führen. Wenn sich die gegenwärtige konjunkturelle Erholung weiter fortsetze, habe Wacker damit gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr sowohl den Konzernumsatz als auch das Ergebnis wieder deutlich zu steigern, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Sky schossen als Spitzenreiter um 5,9 Prozent in die Höhe. Wie in der Presse zu lesen war, will der Bezahlfernsehsender seine Werbeumsätze offenbar deutlich steigern und damit neue Einnahmequellen schaffen. So sollen mittelfristig die Einnahmen aus der Fernsehwerbung auf rund 10 Prozent verdoppelt werden. An der SDAX-Spitze tummelten sich C.A.T. oil mit einem Plus von 6,5 Prozent. Wie der Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen bekannt gab, geht man gestärkt in das Geschäftsjahr 2010. Den Angaben zufolge nahm das Unternehmen im vierten Quartal erfolgreich an Ausschreibungen für Öl- und Gasfelddienstleistungen teil und erhielt neue Aufträge in Höhe von insgesamt 206 Mio. Euro.
SMA Solar brachen im TecDAX um 7,1 Prozent ein. Zeitweise lag der Wert mit über 11 Prozent im Minus. Auslöser war ein Presseinterview mit Vorstandschef Günther Cramer, in dem der Manager für das laufende Fiskaljahr vor zu hohen Erwartungen gewarnt und einen möglichen Margenrückgang in Aussicht gestellt hat. Allerdings gehe das Unternehmen davon aus, 2010 die Umsatzmilliarde zu knacken. Daneben kamen unter anderem SolarWorld um 5,2 Prozent und SMARTRAC um 3,4 Prozent zurück. MorphoSys gaben 0,6 Prozent ab. Wie der Biotechnologiekonzern erklärte, hat das japanische Pharmaunternehmen Shionogi seine bestehende Forschungslizenz erweitert, um die HuCAL PLATINUM-Technologie von MorphoSys bei der internen Wirkstoffforschung einsetzen zu können. MorphoSys erhalte aufgrund der Erweiterung höhere jährliche Nutzungsgebühren von Shionogi. Spitzenreiter waren Drägerwerk mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent. Evotec gewannen 3,8 Prozent.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 10.236,16 Punkten um 0,41 Prozent zunahm, zog der Nasdaq Composite um 0,80 Prozent auf 2.221,41 Zähler an. Der S&P 500 stieg daneben um 0,49 Prozent und schloss bei 1.097,50 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.234,00 Punkten (+39,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.816,25 Punkten (+7,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.099,80 Zählern (+5,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich nach den guten Vorgaben der US-Börsen stärker. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,58 Prozent bei 10.414,29 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,41 Prozent im Plus bei 20.315,57 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,25 Prozent anzieht auf 2.994,14 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,31 Prozent auf 123,00 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.708 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.710,25 Zählern (+0,5 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Japan der Einzelhandelsumsatz, in Italien das Geschäftsklima und in der EU die Wirtschaftsstimmung sowie das Geschäftsklima bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, der Chicago Fed National Activity Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei 3M Co., Altria Group Inc., Amazon.com Inc., American Electric Power Co. Inc., AT&T Inc., Baxter International Inc., Bristol-Myers Squibb Co., CA Inc., Cardinal Health Inc., Chubb Corp., Colgate-Palmolive Co., Danaher Corp., Eastman Chemical Co., Eastman Kodak Co., Eli Lilly & Co., Estee Lauder Cos. Inc., Ford Motor Co., Goodrich Corp., International Coal Group Inc., JetBlue Airways Corp., Juniper Networks Inc., L-3 Communications Holdings Inc., Lockheed Martin Corp., Microsoft Corp., Motorola Inc., Procter & Gamble Co., Raytheon Co., Rockwell Collins Inc., Royal Caribbean Cruises Ltd., SanDisk Corp., Textron Inc., Time Warner Cable Inc., Tyco International Ltd., US Airways Group Inc., AstraZeneca plc, Benetton Group S.p.A., British Sky Broadcasting Group plc, Hennes & Mauritz AB, Loewe AG und Nokia Oyj an.
Wichtige Meldungen:
E*Trade Financial Corp. (
ISIN US2692461047 /
WKN 902447 ) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal gemeldet, wonach der Verlust im Jahresvergleich verringert wurde.
Die US-amerikanische QUALCOMM Inc. (
ISIN US7475251036 /
WKN 883121 ), ein Spezialist für Mobilfunktechnologie, hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2009/10 gemeldet. Der Nettogewinn belief sich auf 841 Mio. Dollar bzw. 0,50 Dollar je Aktie. Im ersten Geschäftsquartal 2009/10 hatte Symantec ein Nettoergebnis von 341 Mio. Dollar oder 0,20 Dollar je Aktie erzielt.
Die Symantec Corp. (
ISIN US8715031089 /
WKN 879358 ) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2009/10 vorgelegt, wonach das Ergebnis in den positiven Bereich zurückgekehrt ist. (28.01.2010/ac/n/m)