Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte hin keine klare Richtung gefunden. Der DAX schloss gestern letztendlich mit 0,16 Prozent im Minus bei 4.549,79 Punkten.
Der MDAX konnte dagegen 0,42 Prozent zulegen auf 5.150,99 Zähler. Der SDAX gewann gleichzeitig 1,82 Prozent auf 2.623,47 Punkte. Der TecDAX zog um 1,63 Prozent an auf 546,69 Punkte.
Die US-Börsen haben gestern Nachmittag mit roten Vorzeichen eröffnet. Zum Xetra-Schluss lagen allerdings Dow Jones und S&P 500 im Plus, während an der NASDAQ die Bären die Oberhand hatten. Laut Angaben der Fed ist die US-Industrieproduktion im März um 1,5 Prozent gesunken. Volkswirte hatten indes nur ein Minus von 0,9 Prozent erwartet. Zudem schrumpfte die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 69,3 Prozent, während die Prognose auf 69,6 Prozent gelautet hatte. Hierbei handelt es sich um den niedrigsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1967. Aber es gab auch positive Nachrichten. Wie die Federal Reserve Bank of New York mitteilte, verbesserte sich der Empire State Manufacturing Index für April deutlich stärker als erwartet.
Papiere der Commerzbank fielen um 3,3 Prozent zurück, die Aktie der Deutschen Bank verlor daneben 4,3 Prozent und für den Titel der Hannover Rück ging es um 1,7 Prozent abwärts. Die UBS rechnet für das erste Quartal mit einem Verlust von knapp 2 Mrd. Schweizer Franken. Zudem hat die Schweizer Großbank den Abbau von 8.700 Stellen angekündigt. Mit einem 4,6-prozentigen Minus bildeten Titel der Deutschen Börse das DAX-Schlusslicht. Papiere von BASF fielen daneben um 1,8 Prozent zurück. Der Chemiekonzern prüft eigenen Angaben zufolge aufgrund der anhaltend schwachen Wirtschaftslage, in welchen Produktionsbetrieben am Standort Ludwigshafen zum 1. Juni Kurzarbeit erforderlich wird. Aktuell sei davon auszugehen, dass 2.000 bis 3.000 der rund 32.800 BASF-Mitarbeiter an dem Standort kurzarbeiten werden. Auf der Gegenseite positionierten sich Henkel (+2,6 Prozent) mit den deutlichsten Gewinnen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Beiersdorf und die Münchener Rück.
Der Flughafenbetreiber Fraport musste im März einen deutlichen Rückgang beim Passagieraufkommen hinnehmen. Die Aktie verlor gestern im MDAX 0,7 Prozent. Dagegen konnten EADS 5,5 Prozent zulegen. Wie der Luft- und Raumfahrtkonzern bekannt gab, hat das EADS-Board Bodo Uebber als Chairman des Board of Directors berufen. Zum Spitzenreiter avancierten Premiere mit +15,8 Prozent.
Die im TecDAX gelistete Aktie des Halbleiterkonzerns Infineon zog um 1,9 Prozent an. Am Dienstagabend hat der Chip-Konzern Intel seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Dabei musste Intel spürbare Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Die Prognosen wurden aber dennoch übertroffen. Mit einem Aufschlag von 8,6 Prozent setzten sich SolarWorld an die Spitze. Drägerwerk verloren an letzter Stelle gut 4 Prozent.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.029,62 Punkten um 1,38 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 0,07 Prozent auf 1.626,80 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 1,25 Prozent und schloss bei 852,06 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 7.955,00 Punkten (-25,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.315,75 Punkten (-1,25 Punkte) und der S&P Future bei 844,90 Zählern (-3,60 Punkte).
Die größten Börsen in Asien verzeichneten heute infolge der guten Entwicklung der US-Börsen überwiegend Gewinne. Nach der schwachen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notierte der Nikkei-Index heute in Tokio zuletzt mit einem Plus von 0,13 Prozent bei 8.754,58 Punkten.
In China notieren die Aktienmärkte ebenfalls mit grünen Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,15 Prozent im Plus bei 15.693,56 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,19 Prozent zulegte auf 2.540,94 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,07 Prozent auf 122,77 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.581 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.588,00 Zählern (-0,36 Prozent).
In Deutschland steht heute die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Verbraucherpreise und in der EU die Industrieproduktion und Inflation bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Baubeginne, Baugenehmigungen, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Philadelphia Fed Index gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Baxter International Inc., Biogen Idec Inc., Fairchild Semiconductor International Inc., Gannett Co. Inc., Genuine Parts Co., Google Inc., Harley-Davidson Inc., Illinois Tool Works Inc., JPMorgan Chase & Co., Sherwin-Williams Co., Sonoco Products Co., Southwest Airlines Co., Accor S.A., Groupe Danone S.A., Nokia Oyj, Rio Tinto plc und Sulzer AG an.
Wichtige Meldungen:
Aktuellen Presseberichten zufolge will der Vorstand der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, trotz der Branchenkrise nicht auf eine Dividende von ThyssenKrupp AG (
ISIN DE0007500001 /
WKN 750000 ) verzichten. Dies berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe.
Aktuellen Presseberichten zufolge gibt es nach dem Bekanntwerden überhöhter Abonnentenzahlen des Bezahlsenders Premiere AG (
ISIN DE000PREM111 /
WKN PREM11 ) ein juristisches Nachspiel. Dies berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe.
Die AMR Corp. (
ISIN US0017651060 /
WKN 850211 ), die Muttergesellschaft der Fluglinie American Airlines, gab am Mittwoch bekannt, dass sie ihren Verlust im ersten Quartal in Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise ausgeweitet hat, auf bereinigter Ebene die Erwartungen jedoch übertreffen konnte. (16.04.2009/ac/n/m)