Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am Donnerstag mit Abschlägen aus dem Handel gehen. Der
DAX verlor 0,14 Prozent auf 5.928,63 Punkte, während der MDAX um 0,29 Prozent auf 7.903,34 Zähler abgeben musste.
Der SDAX tendierte 0,21 Prozent im Minus bei 3.774,94 Zählern, wobei beim TecDAX ein Abschlag von 0,85 Prozent auf 836,50 Punkte zu verzeichnen war.
Vor der Eröffnung der US-Börsen war ein überraschender Rückgang des US-Handelsbilanzdefizits ausgewiesen worden. Außerdem waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut rückläufig. Zum Xetra-Schluss konnten die US-Leitindizes ihre zwischenzeitlich recht deutlichen Abschläge zurückfahren. So notierte der Dow Jones 0,06 Prozent leichter, während der NASDAQ Composite 0,05 Prozent abgeben musste.
Im DAX wurde das Geschehen durch zahlreiche Unternehmenszahlen bestimmt. Im Fokus standen vor allem Anteilsscheine des Düngemittelherstellers K+S, der am Morgen für das abgelaufene Fiskaljahr erwartungsgemäß einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang publiziert hatte. Für 2010 erwartet der Konzern jedoch einen deutlichen Umsatzanstieg. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern sollte der operativen Ergebnisentwicklung folgend im Jahr 2010 ebenfalls deutlich höher ausfallen, so der Konzern. Anleger honorierten diesen positiven Ausblick jedoch nicht und schickten den Wert zwischenzeitlich um mehr als 2,8 Prozent in die Tiefe. Auch die Deutsche Post musste Federn lassen, obwohl die Tochter DHL vom britischen Ölkonzern BP einen Logistikauftrag erhalten hatte. Am Ende büßte der Wert rund 1 Prozent ein. Behauptet präsentierte sich zunächst die Aktie der Deutschen Lufthansa, die bei der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen für 2009 wie erwartet einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen musste. Das operative Ergebnis lag mit 130 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,28 Mrd. Euro, während man beim Konzernergebnis unter dem Strich einen Verlust von 112 Mio. Euro (Vorjahr: +542 Mio. Euro) ausgewiesen hatte. Positiver gestaltete sich da schon der Ausblick, zumal die Kranichlinie für 2010 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis anstrebt. Am Ende präsentierte sich der Wert jedoch mit Abschlägen und musste mit dem vorletzten Platz vorlieb nehmen. Kräftig nach oben ging es indessen für den Autobauer Volkswagen, der die endgültigen Zahlen für 2009 präsentiert hatte. Das Ergebnis nach Steuern schrumpfte auf 911 (2008: 4.688) Mio. Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Steigerungen bei Auslieferungen, Umsatz und operativem Ergebnis. Dabei konnte der Wert mit Zugewinnen von deutlich mehr als 7,5 Prozent die Spitze übernehmen. Ebenfalls klar fester präsentierte sich über weite Strecken der Münchener Nobelautobauer BMW: Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, lag der Vorsteuergewinn im Gesamtjahr mit 413 Mio. Euro um 17,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 351 Mio. Euro. Beim Nachsteuerergebnis wurde hingegen ein Gewinn von 210 Mio. Euro verzeichnet, was einem Minus von 36,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 330 Mio. Euro entspricht. Die Aktie tendierte im Anschluss deutlicher im Plus und war neben adidas und BASF unter den größten Gewinnern zu finden. Auch METRO konnte fester tendieren, nachdem Shanghai den führenden Selbstbedienungsgroßhändler METRO Cash & Carry zu einem der drei empfohlenen Lieferanten der EXPO 2010 ernannt hatte.
Im MDAX zog die Aktie des Technologiekonzerns GEA Group mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als 8 Prozent an der Spitze einsam ihre Kreise, nachdem man überzeugende Geschäftszahlen für 2009 präsentiert hatte. Das Konzernergebnis kletterte von 101 Mio. Euro auf 161,7 Mio. Euro, wobei der Bereich der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche das Konzernergebnis im Berichtszeitraum nicht mehr belastet hat. Für 2010 geht der Konzern von einem moderaten Anstieg des Auftragseingangs, einer entsprechenden Stabilisierung des Umsatzes und damit von einem Margenniveau zumindest auf Höhe des abgelaufenen Geschäftsjahres 2009 aus. Dahinter waren außerdem bei GILDEMEISTER, Krones und Sudzucker deutlichere Zugewinne zu verzeichnen. Positiv fiel die Reaktion der Marktteilnehmer auf die Rekordzahlen des Rückversicherers Hannover Rück aus. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung des Rückversicherers hervorgeht, lagen die gebuchten Bruttoprämien mit 10,3 Mrd. Euro um 26,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 8,1 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stieg - auch durch die Sondereffekte aus dem ING-Lebensrückversicherungsportefeuille und der Wertentwicklung bestimmter Depotforderungen - um 858,2 Mio. Euro auf 731,2 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Hannover Rück in den beiden Geschäftssegmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung ein gutes Ergebnis. Am Ende war der Wert in der erweiterten Spitzengruppe des MDAX zu finden. Mit einem Minus von knapp 3 Prozent musste der Küchenhersteller RATIONAL herbe Verluste ausweisen. Dabei konnte der Konzern für das Fiskaljahr 2009 ein Umsatzminus von lediglich 8 Prozent auf 314,4 Mio. Euro vorweisen. Das EBIT wuchs um 9 Prozent auf 90,5 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nahm ebenfalls um 9 Prozent zu und erreichte den neuen Rekordwert von 67,3 Mio. Euro. Auch EADS musste deutlicher abgeben, nachdem der Wert zuletzt bei der Vorlage der Quartalszahlen kräftig unter die Räder gekommen war. Einem Medienberichte zufolge gibt es in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M Ärger um Schadenersatzzahlungen mit dem Triebwerks-Konsortium. Zwischenzeitlich waren hier Abschläge von mehr als 3 Prozent auszumachen. Größere Minuszeichen waren mitunter auch bei der IVG, LEONI und MTU zu verzeichnen. Äußerst schwach präsentierte sich die Aktie des Motoren- und Antriebsspezialisten Tognum, obwohl der Wert anfänglich noch mit in der Spitzengruppe zu finden war. Tognum musste für 2009 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen, konnte seine Prognose aber voll erfüllen. Am Ende waren nach zwischenzeitlichen Zugewinnen von rund 3,8 Prozent aber Gewinnmitnahmen zu beobachten, wobei der Wert zum Handelsende hin massiv abverkauft wurde und zeitweilig knapp 4 Prozent leichter tendierte. Der Baukonzern Bilfinger Berger, der am Donnerstag die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert hatte, tendierte schwächer. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 250 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 298 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT lag mit 250 Mio. Euro jedoch nur leicht unter dem Vorjahreswert von 253 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis wurde ein Rückgang auf 140 Mio. Euro ausgewiesen, nach 200 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte hatte der Konzerngewinn im Vorjahr bei 140 Mio. Euro gelegen. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der Konzern für die fortzuführenden Aktivitäten mit einer Zunahme der Leistung sowie einer überproportionalen Steigerung von EBIT und Konzernergebnis. Im Tagesverlauf musste der Wert sukzessive weiter abgeben und rangierte mit einem Minus von deutlich mehr als 1 Prozent im unteren Mittelfeld.
Im TecDAX waren vor allem Solarwerte gefragt. Unter anderem konnte Conergy ein deutliches Plus von zwischenzeitlich mehr als 6 Prozent ausweisen. Auch bei Roth & Rau, Phoenix Solar und SMA Solar waren Aufschläge zu verzeichnen. Am unteren Ende präsentierten sich Q-Cells SE mit Abschlägen von mehr als 4 Prozent, wobei die Aktie u.a. unter negativen
Analystenkommentaren zu leiden hatte. Am Nachmittag wurde dann auch noch der Rücktritt des Vorstandschefs Milner bekannt gegeben, was den Kursrückgang noch beschleunigte. Auch Drägerwerk, Dialog, Medigene und die Software AG mussten deutlichere Abschläge ausweisen.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Kursgewinnen. Während der Dow Jones mit 10.611,84 Punkten um 0,42 Prozent zunahm, zog der Nasdaq Composite um 0,40 Prozent an auf 2.368,46 Zähler. Der S&P 500 stieg daneben um 0,40 Prozent und schloss bei 1.150,24 Zählern. Die Futures notieren derzeit stabil. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.602,00 Punkten (-8,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.925,25 Punkten (0,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.150,60 Zählern (0,00 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der guten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,81 Prozent bei 10.751,26 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte hingegen rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,47 Prozent im Minus bei 21.128,61 Punkten, während der Shanghai Composite um 1,24 Prozent abgibt auf 3.013,41 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,03 Prozent auf 122,36 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.946 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.949,25 Zählern (0,00 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Großhandelspreise zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Frankreich die Leistungsbilanz sowie in der EU die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute der Einzelhandelsumsatz, die Verbraucherstimmung und Lagerbestände gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei AnnTaylor Stores Corp. und Smith & Wesson Holding Corp. an.
Wichtige Meldungen:
Die National Semiconductor Corp. (
ISIN US6376401039 /
WKN 857469 ) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2009/10 gemeldet. Der Nettogewinn wurde mit 53,2 Mio. Dollar oder 0,22 Dollar je Aktie angegeben. Im dritten Geschäftsquartal 2008/09 wurde ein Nettoergebnis von 21,1 Mio. Dollar oder 0,09 Dollar je Anteilschein erzielt.
Die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) hat am Donnerstag die Platzierung einer Benchmark-Anleihe gemeldet.
Die GWB Immobilien AG (
ISIN DE000A0JKHG0 /
WKN A0JKHG ) hat am Donnerstag die Ausführung der am 09. März beschlossenen Kapitalerhöhung gemeldet. (12.03.2010/ac/n/m)