Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich gestern mit deutlichen Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Der
DAX konnte am Ende um 1,14 Prozent vorrücken auf 5.970,99 Punkte.
Für den MDAX ging es daneben um 1,01 Prozent nach oben auf 7.930,83 Zähler. Der SDAX zog um 0,31 Prozent an auf 3.809,99 Stellen. Der TecDAX stieg um 0,37 Prozent auf 830,12 Punkte.
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im März erneut verschlechtert. Laut Angaben des ZEW sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 0,6 Punkte gefallen und liegen nun bei 44,5 Punkten. Damit erwarten die befragten Finanzmarktexperten, dass sich die deutsche Konjunktur auch in den kommenden sechs Monaten langsam von der Wirtschaftskrise erholen wird. Impulse für das Wirtschaftswachstum sehen die Finanzmarktexperten vor allem in den exportorientierten Branchen Maschinenbau, Chemie und Stahl. Wie ferner bekannt wurde, hat die Rating-Agentur Standard & Poor´s die Bonität des ins Schlingern geratenen EU-Mitglieds Griechenland bestätigt. Demnach wurde die Bonitätseinschätzung auf "BBB+" belassen. Der Ausblick bleibe jedoch "negativ". Am Montag hatten sich die Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten auf die Rahmenbedingungen bezüglich möglicher Finanzhilfen für das hoch verschuldete Griechenland geeinigt. Demnach habe man sich nach Aussage von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker auf mögliche Maßnahmen zur Unterstützung Griechenlands geeinigt, falls dies notwendig werden sollte. Es sei nach Aussage von Juncker jedoch wenig wahrscheinlich, dass dieser Fall eintreten werde.
Die breiten US-Indizes lagen zum Handelsschluss in Deutschland mit bis zu 0,4 Prozent vorne. Wie das US-Handelsministerium erklärte, wurden im Februar 0,612 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurde das Vormonatsniveau um 1,6 Prozent verfehlt. Volkswirte hatten sogar einen Rückgang auf 0,601 Millionen Genehmigungen geschätzt. Daneben haben auch die US-Wohnbaubeginne einen Rückgang verzeichnet. Demnach verringerte sich die Zahl auf 0,575 Millionen Baubeginne. Damit wurde das revidierte Vormonatsniveau um 5,9 Prozent verfehlt. Volkswirte waren von einer Abnahme auf 0,570 Millionen Baubeginne ausgegangen. Laut Angaben des Arbeitsministeriums verringerten sich die Exportpreise im Februar im Vormonatsvergleich um 0,5 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen sie um 0,2 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Ferner sanken die Importpreise um 0,3 Prozent. Bereinigt um Ölimporte stiegen die Einfuhrpreise um 0,2 Prozent.
An der DAX-Spitze tummelten sich Infineon mit einem Plus von 3,5 Prozent. Für Siemens ging es um 2,9 Prozent in die Höhe. Einem Pressebericht zufolge ist der Industriekonzern offenbar mit dem Verkauf seiner Hörgerätesparte gescheitert. Den Angaben zufolge hätten die Offerten für Siemens Audiologische Technik (SAT) im Schnitt bei etwa 1,5 Mrd. Euro gelegen, wobei das höchste Angebot auf 1,8 Mrd. Euro beziffert wurde. Damit wurde der von Siemens ursprünglich erhoffte Kaufpreis von 2,5 Mrd. Euro deutlich verfehlt. Offiziell wurde die Entscheidung noch nicht verkündet, damit werde aber in den kommenden Tagen gerechnet. Die Aktie der Deutschen Bank gewann 2,6 Prozent. Das Finanzinstitut konnte im Jahr 2009 einen hohen Überschuss erzielen. Die Erträge lagen mit 28,0 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 13,6 Mrd. Euro. Zudem ergab sich ein Gewinn nach Steuern von 5,0 Mrd. Euro, im Vergleich zu einem Verlust nach Steuern von 3,9 Mrd. Euro im Vorjahr. Anteile der Deutschen Post schlossen mit 0,6 Prozent im Plus. Die Bonner konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 die Gewinnzone erreichen. Wie der weltgrößte Logistikdienstleister mitteilte, gingen die Umsatzerlöse infolge stark gesunkener Transportmengen um gut 15 Prozent auf 46,20 Mrd. Euro zurück. Der Konzerngewinn erreichte 644 Mio. Euro (Vorjahr: -1,69 Mrd. Euro). Unter der Voraussetzung, dass sich die Handelsvolumina moderat erholen, erwartet der Konzern für das Jahr 2010 ein Konzern-EBIT vor Einmaleffekten in Höhe von 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro. Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) hat für Februar einen Zuwachs bei den Auto-Neuzulassungen in Europa (EU und EFTA) ermittelt. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen stieg binnen Jahresfrist um 3,0 Prozent auf 974.346 Einheiten. Für Deutschland, den größten Automobilmarkt in Europa, wurde ein Rückgang um 29,8 Prozent auf 194.846 Neuzulassungen gemeldet. Volkswagen gingen mit +2,3 Prozent in den Feierabend. Presseangaben zufolge droht bei dem Autobauer erneut Streit im Aufsichtsrat. Demnach bekomme der neue Großaktionär Katar als Gegenleistung für seine Milliardenspritze bei der Rettung des hochverschuldeten Sportwagenbauers Porsche nicht nur einen, sondern gleiche zwei Sitze im Kontrollgremium. Den Familien Porsche und Piëch drohe damit ein herber Rückschlag im Kontrollgremium des Wolfsburger Konzerns. Daimler zogen um 2,3 Prozent an. Die Stuttgarter und ihr französischer Konkurrent Renault planen einem Medienbericht zufolge eine Überkreuzbeteiligung via Aktientausch. Dabei sei eine Überkreuzbeteiligung von weniger als 10 Prozent eher unwahrscheinlich. Bislang war bekannt, dass beide Autobauer über eine Kooperation bei Kleinwagen sprechen. BMW kletterten daneben um 0,4 Prozent.
Im MDAX standen unter anderem GILDEMEISTER (+4,1 Prozent), Aurubis (+3,5 Prozent) und KlöCo (+3 Prozent) hoch im Kurs. Der im SDAX gelistete Maschinenbauer KUKA hat seine endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 präsentiert. Demnach ging der Konzernumsatz von 1,27 Mrd. Euro auf nun 902,1 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf -75,8 Mio. Euro, gegenüber +30,6 Mio. Euro in 2008. Der Wert stieg um 0,4 Prozent.
freenet bröckelten im TecDAX um 6,8 Prozent ab. Wie zuvor bekannt wurde, konnte der Telekommunikationskonzern Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2009 deutlich steigern. Die Erlöse kletterten um 31,5 Prozent auf 3,65 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stieg von 111,6 Mio. Euro auf 256,5 Mio. Euro. SolarWorld kamen um 1,4 Prozent zurück. Wie der Konzern erklärte, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung aufgrund der nachhaltigen Umsatzsteigerung und der ordentlichen Geschäftsentwicklung 2009 eine erhöhte Dividende von 0,16 (Vorjahr: 0,15) Euro je Aktie vorschlagen. Stärkster Wert war AIXTRON mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Kursgewinnen. Während der Dow Jones mit 10.685,98 Punkten um 0,41 Prozent zunahm, zog der Nasdaq Composite um 0,67 Prozent an auf 2.378,01 Zähler. Der S&P 500 stieg daneben um 0,78 Prozent und schloss bei 1.159,46 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.649,00 Punkten (+25,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.932,00 Punkten (+15,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.157,30 Zählern (+2,50 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich dank der guten Vorgaben der US-Börsen ebenfalls stärker. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,17 Prozent bei 10.846,98 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,85 Prozent im Plus bei 21.412,60 Punkten, während der Shanghai Composite um 1,93 Prozent anzieht auf 3.050,48 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,13 Prozent auf 123,02 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.996 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.991,75 Zählern (+0,02 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Baugenehmigungen und die RWI-Konjunkturprognose zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Großbritannien die Arbeitsmarktdaten und in der EU die Arbeitskosten bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, die Erzeugerpreise und der Ölmarktbericht gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und
Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei 3Com Corp., Actuant Corp., Interstate Hotels & Resorts Inc., Nike Inc., BMW, China Mobile, Deutsche Beteiligungs AG, Drägerwerk, Dürr, Enel, Inditex, LANXESS, Linde und Porsche an.
Wichtige Meldungen:
Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) teilte am Dienstag mit, dass sie den Leitzins vorerst unverändert auf dem aktuell niedrigen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent belassen wird.
Der US-Einzelhandelskonzern Limited Brands Inc. (
ISIN US5327161072 /
WKN 864007 ) hat am Montagabend die Ausschüttung einer Sonderdividende angekündigt.
Der US-Stahlproduzent Nucor Corp. (
ISIN US6703461052 /
WKN 851918 ) gab am Dienstag seine Ergebnisprognose für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2010 bekannt. Den Angaben zufolge rechnet der Konzern für das laufende Quartal zum 3. April 2010 mit einem Ergebnis pro Aktie von -5 bis +5 Cents, gegenüber einem Verlust von 60 Cents pro Aktie im ersten Quartal 2009 und einem Gewinn von 18 Cents pro Aktie im vierten Quartal 2009. (17.03.2010/ac/n/m)