Washington (aktiencheck.de AG) - Der US-Notenbankchef Ben Bernanke hat am Mittwoch im Rahmen einer Rede vor dem US-Repräsentantenhaus die Rückzugsstrategie der US-Notenbank Fed in Zusammenhang mit den milliardenschweren Hilfsprogrammen für die Finanzsysteme und die Realwirtschaft skizziert.
Demnach habe sich die Lage an den Finanzmärkten nach der mehr als zweieinhalb Jahre dauernden Krise nach Einschätzung von Bernanke dank der tiefgreifenden Maßnahmen der Fed sowie der zuletzt gesehenen Erholung deutlich stabilisiert. Dennoch bleibe die Realwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor auf eine lockere Geldpolitik und niedrige Zinsen angewiesen, um sich nachhaltig von den Auswirkungen der schwersten Wirtschaftkrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu erholen.
Nach Aussage von Bernanke werde der Zeitpunkt für das geplante Ausstiegsszenario der Fed vor allem von der weiteren Entwicklung der Rahmenbedingungen abhängen. Derzeit berechtige die schwierige konjunkturelle Situation in Verbindung mit der nach wie vor moderaten Inflation zu einem Festhalten an dem historisch niedrigen Zinsniveau, erklärte Bernanke. Sollte sich dies jedoch ändern, werde die Fed wieder zu einer restriktiveren Geldpolitik zurückkehren, um Inflationsgefahren auszuschließen. Auf absehbare Zeit werde man jedoch das niedrige Zinsniveau von 0 bis 0,25 Prozent beibehalten, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden. Wie Brnanke erklärte, stünden der US-Notenbank außerdem weitere Instrumente zur Verfügung, um die Überliquidität an den Finanzmärkten sukkzessive abzuschöpfen, ohne dass man an der Zinsschraube drehen müsse.
In Zusammenhang mit den im Rahmen der Finanzkrise durchgeführten Asset-Käufen der US-Notenbank erklärte Bernanke, dass sich die Fed erst dann von diesen Wertpapieren trennen werde, wenn sich eine stabile wirtschaftliche Aufwärtsbewegung etabliert, und sich die Lage an den Finanzmärkten nachhaltig verbessert habe. In naher Zukunft sei dabei nicht mit Asset-Verkäufen der Fed zu rechnen, so Bernanke weiter.
Die US-Notenbank hatte im Zuge der Finanzkrise faule Assets wie etwa Mortgage Backed Securities aufgekauft, um die Bankbilanzen zu entlasten und neue Liquidität in das Finanzsystem zu pumpen. (10.02.2010/ac/n/m)
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