Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem starken Auftakt haben sich am Nachmittag wieder die Bären zu Wort gemeldet. Der
DAX schloss am Ende mit 0,59 Prozent im Minus bei 5.503,93 Punkten.
In der Spitze lag der deutsche Leitindex mit 0,8 Prozent im Plus. Für den MDAX ging es um 0,12 Prozent nach unten auf 7.344,66 Zähler. Der SDAX fiel um 0,23 Prozent zurück auf 3.558,22 Stellen. Ferner gab der TecDAX 0,02 Prozent ab auf 780,68 Zähler. Der Bund Future verlor zuletzt 0,29 Prozent auf 123,11 Punkte.
Wie aus dem Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, wird die Wirtschaft der Eurozone im laufenden Jahr voraussichtlich eine moderate Erholung ausweisen. Das Bruttoinlandsprodukt sei zum Jahreswechsel zwar weiter gewachsen, jedoch dürfte die Erholung unstet verlaufen und der Ausblick sei mit Unsicherheit behaftet. Den weiteren Angaben zufolge bleibe der Inflationsdruck niedrig, deshalb halten die Währungshüter das Leitzinsniveau für angemessen. Wie in der Presse zu lesen war, wollen sich die EU-Staaten vorerst auf politische Hilfe für Griechenland beschränken, auch wenn andere Optionen offen gehalten werden sollen. Die Regierung Athens verzichtete nach offizieller Darstellung der Europäischen Union auf direkte Geldtransfers der EU-Partnerländer, hieß es. Ein Euro kostete zuletzt weniger als 1,37 Dollar.
Die Wall Street bot zum Xetra-Schluss ein recht positives Bild. Die breiten US-Indizes lagen mit bis zu 0,6 Prozent vorne. Wie am Nachmittag bekannt wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 43.000 auf 440.000, während Volkswirte im Vorfeld nur einen Rückgang auf 465.000 prognostiziert hatten. Die Daten zum Einzelhandelsumsatz sowie zu den Lagerbeständen wurden wegen des Schneechaos in Washington nicht veröffentlicht und werden nun am Freitag erwartet. Am Freitag steht in den USA ferner die Verbraucherstimmung zur Bekanntgabe an. Hierzulande werden Daten zum BIP veröffentlicht. In der EU folgen ebenfalls Daten zum BIP sowie die Industrieproduktion. Zahlen kommen mitunter von Carl Zeiss Meditec, Eni, Ingersoll-Rand, Michelin, REpower und ThyssenKrupp.
Gestützt auf einen positiven
Analystenkommentar gewannen Fresenius als DAX-Spitzenreiter 1,6 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei zogen Infineon um 1,5 Prozent und FMC um 1,1 Prozent an. Die Aktie der Deutschen Lufthansa brach nach enttäuschenden Ergebnissen des französischen Mitbewerbers Air France-KLM am Indexende um 3,2 Prozent ein. Der Autobauer Daimler (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) stockt seine Beteiligung an dem russischen Lkw-Hersteller KAMAZ auf. Demnach habe man mit der russischen Investmentbank Troika Dialog ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Übernahme von 5 Prozent der von Troika Dialog gehaltenen Anteile an KAMAZ unterzeichnet. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Daimler schlossen mit 2,6 Prozent im Minus. Volkswagen und BMW kamen daneben um 3 bzw. um 0,6 Prozent zurück. Hier hat insbesondere eine Meldung aus Frankreich belastet. Wie der Kontrahent Renault (
ISIN FR0000131906 /
WKN 893113 ) mitteilte, hat er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen hohen Verlust erwirtschaftet, was mit einem Einbruch in der weltweiten Automobilindustrie zusammenhängt. Zudem wurde für 2010 ein schwacher Marktausblick gegeben.
Nach vorläufigen Zahlen hat der im MDAX gelistete Klinikkonzern RHÖN-KLINIKUM (
ISIN DE0007042301 /
WKN 704230 ) im Geschäftsjahr 2009 die Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Die Erlöse stiegen um 8,9 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. Der Konzerngewinn erhöhte sich wie prognostiziert um 7,4 Prozent auf 131,7 Mio. Euro. Der Wert gewann an der Spitze 4,4 Prozent. Titel des Kupferherstellers Aurubis (
ISIN DE0006766504 /
WKN 676650 ) gingen mit +4,3 Prozent in den Feierabend. Der Konzern ist mit einem unerwartet deutlichen Gewinnplus in das neue Fiskaljahr gestartet. Beim Konzernergebnis wurde ein Überschuss von 90 Mio. Euro verzeichnet, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Fehlbetrag von 98 Mio. Euro verzeichnet hatte. Der Umsatz verbesserte sich auf 2,08 Mrd. Euro, nach 1,49 Mrd. Euro im Vorjahr.
GILDEMEISTER (
ISIN DE0005878003 /
WKN 587800 ) gewannen 1,5 Prozent. Der Werkzeugmaschinenhersteller konnte im abgelaufenen Fiskaljahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen Gewinn einfahren, sieht für das laufende Geschäftsjahr allerdings noch keine nachhaltige Erholung. Bilfinger Berger (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ) gaben nach einem starken Auftakt 0,5 Prozent ab. Der Baukonzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr trotz Wirtschaftskrise ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt und will seine Aktionäre mit einer Dividendenerhöhung an dem unerwartet stark ausgefallenen Unternehmensergebnis beteiligen. Bereits am Vortag hatte der Konzern die vorläufigen Geschäftszahlen veröffentlicht.
Dialog Semiconductor (
ISIN GB0059822006 /
WKN 927200 ) schossen im TecDAX in Reaktion auf die vorgestellten Zahlen für das Schlussquartal um über 10 Prozent in die Höhe. Der Anbieter von Powermanagement-Halbleiterlösungen konnte seine Erlöse um 49,5 Prozent auf 77,6 Mio. Dollar steigern. Der Nettogewinn betrug 19,9 Mio. Dollar, nach 4,6 Mio. Dollar im Vorjahr. Weit abgeschlagen folgten Bechtle mit +2,3 Prozent und AIXTRON ebenfalls mit +2,3 Prozent. Der Biotech-Konzern QIAGEN (
ISIN NL0000240000 /
WKN 901626 ) hat mit der amerikanischen Celera (
ISIN US15100E1064 /
WKN A0Q5B0 ) eine Vereinbarung über den Vertrieb eines molekularen Multiplex-Tests von Celera durch QIAGEN geschlossen. Wie weiter bekannt gegeben wurde, erhält QIAGEN durch die Vereinbarung die weltweit exklusiven Vertriebsrechte für den Multiplex-Test, der künftig von Celera produziert werden wird. QIAGEN gewannen 1,5 Prozent. SolarWorld kamen am Indexende um 4,6 Prozent zurück. Q-Cells schlossen 3,5 Prozent schwächer.
DAX: 5.503,93 (-0,59 Prozent) MDAX: 7.344,66 (-0,12 Prozent) SDAX: 3.558,22 (-0,23 Prozent) TecDAX: 780,68 (-0,02 Prozent) (11.02.2010/ac/n/m)