Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Indizes haben sich am Dienstag überwiegend schwächer präsentiert. Der
DAX gab am Ende 0,26 Prozent ab und schloss bei 4.854,11 Punkten.
Daneben verlor der MDAX 1,29 Prozent auf 5.611,36 Zähler. Der SDAX fiel um 0,33 Prozent zurück auf 2.810,35 Punkte. Gegen den Trend kletterte der TecDAX um 1,23 Prozent auf 610,94 Zähler. Der Bund Future verlor zuletzt 0,30 Prozent auf 120,64 Punkte.
Nach einem freundlichen Auftakt lag die Wall Street zum Xetra-Schluss im Minus. Während beim Dow Jones lediglich ein leichter Abschlag auszumachen war, lag der NASDAQ Composite zuletzt mit 1,1 Prozent hinten. Laut Angaben des US-Handelsministeriums hat sich das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen im März vergrößert. So erhöhte sich das Handelsbilanzdefizit um 5,5 Prozent auf 27,6 Mrd. Dollar, während Volkswirte einen stärkeren Anstieg auf 29,0 Mrd. Dollar prognostiziert hatten.
Am Mittwoch stehen unter anderem Bilanzen von E.ON, K+S und der Allianz auf dem Programm. Auf der Konjunkturseite werden das ifo Wirtschaftsklima für die Eurozone und Zahlen zur EU-Industrieproduktion erwartet. In den USA folgen der Einzelhandelsumsatz, die Ein- und Ausfuhrpreise sowie die Lagerbestände.
Die Aktie der Deutschen Börse schloss mit einem Plus von 2,5 Prozent. Der Börsenbetreiber teilte am Montagabend mit, dass seine Erlöse in den ersten drei Monaten 2009 um 16 Prozent auf 539,8 Mio. Euro gesunken sind. Der Periodenüberschuss verringerte sich um 32 Prozent auf 205,9 Mio. Euro. Die Prognosen wurden damit übertroffen. Außerdem wurden die Geschäftszahlen von Clearstream für April bekannt. Die internationalen Abwicklungstransaktionen verzeichneten einen Rückgang von 1 Prozent. Die Zahl der Abwicklungstransaktionen auf dem deutschen Inlandsmarkt ging um 11 Prozent zurück. An der DAX-Spitze gewannen adidas 4 Prozent. Auf den Plätzen folgten FMC mit +2,7 Prozent und Merck mit +2,5 Prozent. Anteilsscheine des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, der sich trotz der weiterhin schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen gut aufgestellt sieht und seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt hat, rückten im Mittelfeld um 0,2 Prozent vor.
Für Papiere der Deutschen Lufthansa ging es indes um 0,8 Prozent nach unten. Die Kranichline verzeichnete im April auf Konzernebene einen Passagierrückgang von 4,6 Prozent auf 5,888 Millionen Fluggäste. Eigenen Angaben zufolge kommt die Fluggesellschaft bei der Übernahme ihres österreichischen Konkurrenten Austrian Airlines gut voran. So wurden nach Ablauf der Annahmefrist der Übernahmeofferte voraussichtlich insgesamt über 85 Prozent der AUA-Anteilsscheine angedient.
Noch deutlich härter traf es die Aktie von ThyssenKrupp (-6,4 Prozent) nach überraschend vorgelegten Zahlen. Der Stahlkonzern hat angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds seine Prognose nach unten revidiert, nachdem man im ersten Halbjahr einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen musste. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 16 Prozent erlitten. Das Konzernergebnis vor Steuern verminderte sich im Vorjahresvergleich auf -215 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Vorsteuergewinn von 1,39 Mrd. Euro erzielt worden war. ThyssenKrupp geht davon aus, das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten abzuschließen. Zuletzt hatte der Industriekonzern noch ein leicht positives operatives Ergebnis vor Sondereffekten in Aussicht gestellt. Anteile des Mitbewerbers Salzgitter bröckelten daneben um 5,1 Prozent ab.
In der zweiten Reihe verlor die Aktie von Fraport knapp 6 Prozent. Der Flughafenbetreiber gab zuvor für das Auftaktquartal einen Umsatzrückgang um 14,4 Prozent auf 452 Mio. Euro bekannt. Bereinigt um Konsolidierungseffekte betrug der Umsatzrückgang 1,5 Prozent. Das Konzernergebnis reduzierte sich um 25,4 Prozent auf 22,3 Mio. Euro. EADS gaben 4 Prozent ab. Umsatz und Ergebnis des Luft- und Raumfahrtkonzerns sind im ersten Quartal zurückgegangen. Das Unternehmen verwies dabei unter anderem auf Wechselkurseffekte und Aufwendungen im A400M-Programm. Der Umsatz fiel um 14 Prozent auf 8,47 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis sank um 40 Prozent auf 170 Mio. Euro und der Auftragseingang um 76 Prozent auf 9,33 Mrd. Euro. Für Douglas ging es daneben um 2,5 Prozent nach unten. Der Nettoumsatz des Handelskonzerns verbesserte sich im ersten Halbjahr um 1,9 Prozent auf fast 1,8 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss verringerte sich indes von 88,8 Mio. Euro auf 73,5 Mio. Euro. Die Aktie von Bilfinger Berger verlor 3,3 Prozent. Dabei hat der Baukonzern einen Großauftrag aus Schweden im Volumen von 100 Mio. Euro erhalten.
Das Papier des Maschinenbaukonzerns KUKA zog nach Zahlen um 6,5 Prozent an. Das Unternehmen musste angesichts der schwierigen Situation in der Automobilindustrie im ersten Quartal einen Verlust ausweisen. Das Nachsteuerergebnis lag bei -1,8 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 9,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse fielen um 19 Prozent auf 227 Mio. Euro.
Die im TecDAX notierte Aktie von SOLON schloss mit 3,8 Prozent im Minus. Der Hersteller von Solarmodulen und Photovoltaiksystemen hat das erste Quartal mit einem Verlust beendet. Q-Cells konnten dagegen 2,4 Prozent zulegen. Umsatz und Ergebnis des Solarkonzerns waren im Auftaktquartal rückläufig. Eine genaue Prognose für das Gesamtjahr erachtet Q-Cells weiterhin als schwierig. SMARTRAC zogen mit an der Spitz um 6 Prozent an. Der Hersteller und Zulieferer von RFID-Komponenten hat in den ersten drei Monaten 2009 trotz gestiegener Umsätze weniger verdient.
DAX: 4.854,11 (-0,26 Prozent) MDAX: 5.611,36 (-1,29 Prozent) SDAX: 2.810,35 (-0,33 Prozent) TecDAX: 610,94 (+1,23 Prozent) (12.05.2009/ac/n/m)