Börse Frankfurt Schluss: DAX im Plus, ProSiebenSat.1 he.


10.02.10 18:02
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit deutlich höheren Notierungen in den Feierabend gegangen und konnte sich damit den schwachen Vorgaben der Wall Street entziehen.
Der DAX schloss am Ende 0,69 Prozent fester bei 5.536,37 Punkten. In der Spitze lag der deutsche Leitindex auch schon mit 1,7 Prozent im Plus. Für den MDAX ging es daneben um 0,88 Prozent nach oben auf 7.353,23 Zähler. Der SDAX gewann 0,26 Prozent auf 3.566,40 Stellen. Dagegen verlor der TecDAX 0,43 Prozent auf 780,81 Zähler. Der Bund Future gab zuletzt 0,43 Prozent ab auf 123,45 Punkte.

Der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im ersten Quartal 2010 kräftig angezogen. Demnach stieg der Geschäftsklimaindex auf 101,3 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index nur bei 91,0 Zählern und im Vorjahresquartal bei 55,8 Punkten gelegen. Laut einer Meldung des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im November angewachsen. So belief sich die Gesamtzahl auf 13.804 Insolvenzen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Gesamtzahl der gestellten Insolvenzanträge um 10,9 Prozent.

An der Wall Street waren zuletzt die Bären am Ruder. Die breiten US-Indizes lagen mit bis zu 0,4 Prozent im Minus. Wie das US-Handelsministerium bekannt gab, hat sich das Handelsbilanzdefizit im Dezember auf 40,2 Mrd. Dollar erhöht, wogegen Volkswirte einen Rückgang auf 35,8 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Des Weiteren hat US-Notenbankchef Ben Bernanke die Rückzugsstrategie der Fed in Zusammenhang mit den milliardenschweren Hilfsprogrammen für die Finanzsysteme und die Realwirtschaft skizziert. Die Lage an den Finanzmärkten habe sich nach der mehr als zweieinhalb Jahre dauernden Krise dank der tiefgreifenden Maßnahmen der Fed sowie der zuletzt gesehenen Erholung deutlich stabilisiert. Dennoch bleibe die Realwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor auf eine lockere Geldpolitik und niedrige Zinsen angewiesen. Nach Aussage von Bernanke werde der Zeitpunkt für das geplante Ausstiegsszenario der Fed vor allem von der weiteren Entwicklung der Rahmenbedingungen abhängen. Derzeit berechtige die schwierige konjunkturelle Situation in Verbindung mit der nach wie vor moderaten Inflation an einem Festhalten an dem historisch niedrigen Zinsniveau. Sollte sich dies jedoch ändern, werde die Fed wieder zu einer restriktiveren Geldpolitik zurückkehren.

Nach US-Börsenschluss lassen unter anderem Activision, Boston Scientific und Computer Sciences in ihre Bücher blicken. Am Donnerstag melden mitunter Alcatel-Lucent, Aurubis, BorgWarner, BT Group , Credit Suisse, Danone, Diageo, Dialog Semiconductor, EDF, GILDEMEISTER, Lagardere, Marriott International, McAfee, PepsiCo, Philip Morris, RealNetworks, Renault, Rheinmetall, RHÖN-KLINIKUM, Rio Tinto, Rolls-Royce, Statoil, TeliaSonera, Total, Viacom und Wienerberger Ergebnisse. Auf der Konjunkturseite werden in Deutschland die Großhandelspreise, in der EU der EZB Monatsbericht und in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Einzelhandelsumsatz sowie die Lagerbestände erwartet.

Die Aktie der Deutschen Bank thronte mit einem Plus von 3,1 Prozent an der DAX-Spitze. Auf den Plätzen zwei und drei gewannen die Deutsche Lufthansa 2,8 Prozent und Volkswagen 2,6 Prozent. Der Automobilkonzern Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) gab bekannt, dass Mercedes-Benz Vans mit einem Großauftrag ins Jahr 2010 startet und 700 Mercedes-Benz Sprinter nach Großbritannien liefert. Auftraggeber sei Balfour Beatty Utility Solutions (BBUS), Teil des britischen Engineering- und Baukonzerns Balfour Beatty (ISIN GB0000961622 / WKN 855539 ). Die Daimler-Aktie ging mit +0,9 Prozent aus dem Handel.

Für Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610 ) ging marginal nach oben. Finanzvorstand Joel Kaeser hat in einem Zeitungsinterview vor allzu großer Aufschwungs-Euphorie gewarnt. Dennoch zeigte sich der Manager "im Großen und Ganzen" zufrieden mit den vorläufigen Indikationen für den Januar, nachdem Siemens im Dezember sehr gute Geschäftsergebnisse erzielt hatte. Die Bewältigung der Krise werde Siemens im Geschäftsjahr viel Geld kosten, ließ Kaeser erkennen. Im Stahlsegment bröckelten ThyssenKrupp um 1,7 Prozent und Salzgitter um 2,6 Prozent ab. Der luxemburgische Mitbewerber ArcelorMittal (ISIN LU0323134006 / WKN A0M6U2 ) hat im Schlussquartal wieder schwarze Zahlen geschrieben, die Erwartungen allerdings verfehlt.

Die Aktie von ProSiebenSat.1 (ISIN DE0007771172 / WKN 777117 ) schoss im MDAX um über 16 Prozent in die Höhe. Der Medienkonzern hat auf Basis vorläufiger Zahlen für 2009 sein operatives Jahresergebnis gesteigert und die Konsensusschätzungen übertroffen. Demnach stieg das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA um 3,3 Prozent auf 696,5 Mio. Euro. Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006 / WKN 590900 ) konnten daneben um 5,9 Prozent vorrücken. Der Baukonzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr besser als erwartet abgeschnitten. Das EBIT erreichte nach vorläufigen Berechnungen 250 Mio. Euro, während das Konzernergebnis 140 Mio. Euro erreichte. Ursprünglich hatte Bilfinger Berger ein EBIT von 210 bis 230 Mio. Euro sowie ein Konzernergebnis im Bereich von 110 bis 120 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Anteile von Fraport (ISIN DE0005773303 / WKN 577330 ) gewannen 3 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass der Flughafenbetreiber im Januar einen Anstieg beim Passagieraufkommen in Frankfurt erzielen konnte. Demnach wurden hier insgesamt 3,67 Millionen Passagiere abgefertigt, was einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Die Konzernflughäfen einschließlich Frankfurt verzeichneten einen Passagierzuwachs von 6,6 Prozent auf 5,03 Millionen Passagiere. Das Papier des Baustoffkonzerns HeidelbergCement (ISIN DE0006047004 / WKN 604700 ) fiel dagegen um 3,3 Prozent zurück. Das Unternehmen musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen.

MEDION (ISIN DE0006605009 / WKN 660500 ) kamen im SDAX nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 um 1,7 Prozent zurück. Laut Angaben des Elektronikhändlers wurde ein EBIT von 18,8 Mio. Euro erzielt. Damit bewegte sich das EBIT unter dem Vorjahresniveau von 34,4 Mio. Euro. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Mrd. Euro auf 1,41 Mrd. Euro.

Wie der Solaranlagenbauer Roth & Rau (ISIN DE000A0JCZ51 / WKN A0JCZ5 ) bekannt gab, hat er erfolgreich eine Aktienplatzierung in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren durchgeführt. Durch die Transaktion wird der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von rund 35,9 Mio. Euro zufließen, der zur Stärkung der Bilanzstruktur sowie zur Teilfinanzierung der kürzlich angekündigten Akquisition der OTB Solar verwendet werde. Am Markt kam diese Maßnahme weniger gut an. Die Aktie knickte im TecDAX um 6,5 Prozent ein. Daneben büßten unter anderem centrotherm 6,6 Prozent, SolarWorld 5,6 Prozent und Dialog Semiconductor 2,7 Prozent ein. Für SMARTRAC (ISIN NL0000186633 / WKN A0JEHN ) ging es um 2,5 Prozent nach unten. Wie der Hersteller und Zulieferer von RFID-Komponenten bekannt gab, werden am Standort in Manaus (Brasilien) Vorbereitungen für kommende Projekte in den Bereichen elektronische Pässe und Ausweise getroffen. Spitzenreiter waren indes Kontron mit +3,7 Prozent. Bei Drillisch (ISIN DE0005545503 / WKN 554550 ) schlug ein Plus von 2,9 Prozent zu Buche. Der Mobilfunk Service Provider verzeichnete im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen Konzerngewinn von 101,3 Mio. Euro, nach einem Verlust von 184,1 Mio. Euro im Vorjahr. Mit 2,250 Millionen Teilnehmern (2008: 2,371 Millionen) wurde ein Umsatz von 344,5 Mio. Euro (-1,6 Prozent) verbucht.

DAX: 5.536,37 (+0,69 Prozent) MDAX: 7.353,23 (+0,88 Prozent) SDAX: 3.566,40 (+0,26 Prozent) TecDAX: 780,81 (-0,43 Prozent) (10.02.2010/ac/n/m)


 

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