Börse Frankfurt Schluss: DAX im Plus, SAP unter Druck


08.02.10 18:03
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Indizes haben zum Wochenauftakt unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Der DAX konnte am Ende um 0,93 Prozent vorrücken auf 5.484,85 Indexpunkte.
Der MDAX stieg um 0,04 Prozent auf 7.246,15 Zähler. Dagegen bröckelte der SDAX um 0,74 Prozent ab auf 3.549,53 Stellen. Der TecDAX kam um 0,57 Prozent zurück auf 771,54 Zähler. Der Bund Future verlor zuletzt 0,19 Prozent auf 123,97 Punkte.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das Verarbeitende Gewerbe im Dezember erneut einen kräftigen Umsatzrückgang verbucht. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 6,0 Prozent, nach einem Rückgang um 9,6 Prozent im November 2009.

Die Verschuldung einiger europäischer Staaten bereitet den Anlegern in den USA noch immer Sorgen. Dennoch lagen die breiten US-Indizes zum Xetra-Schluss mehrheitlich leicht im Plus. Wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bekannt gab, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den Mitgliedsländern im Dezember stabilisiert. So verharrte die standardisierte OECD-Arbeitslosenquote bei 8,8 Prozent. In der Eurozone wuchs die Arbeitslosenrate auf 10,0 Prozent, während sie im Vormonat bei 9,9 Prozent gestanden hatte. Am Dienstag werden Zahlen mitunter von Biogen Idec, Celanese, Coca-Cola, Douglas, EnBW, Grenke Leasing, Heidelberger Druckmaschinen, Itau Unibanco, NYSE Euronext, UBS, Walt Disney und Warner Music erwartet. Auf der Konjunkturseite dürften die deutschen Außenhandels- und Verbraucherpreise und in den USA die Großhandelsdaten für Aufsehen sorgen.

SAP (ISIN DE0007164600 / WKN 716460 ) fielen am DAX-Ende um 2,5 Prozent zurück. Zuvor hatte die Walldorfer Software-Schmiede einen überraschenden Wechsel an der Konzernspitze bekannt gegeben. Demnach habe sich der Aufsichtsrat mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Apotheker habe daraufhin sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Insgesamt kam der Rücktritt von Apotheker für viele überraschend, zumal dieser vor noch nicht einmal einem Jahr an die Spitze des führenden europäischen Software-Konzerns gerückt war. Im Anschluss hat der Vorstand die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt.

Papiere von MAN (ISIN DE0005937007 / WKN 593700 ) bröckelten daneben um 0,9 Prozent ab. Einem Pressebericht zufolge muss der Nutzfahrzeughersteller deutlich negative Einmaleffekte in Zusammenhang mit seiner Beteiligung an dem schwedischen Mitbewerber Scania (ISIN SE0000308280 / WKN 899846 ) hinnehmen. Demnach dürfte MAN in seinem Abschluss für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung über 350 Mio. Euro in Zusammenhang mit der Scania-Beteiligung ausweisen. Es sei absehbar, dass die Abschreibung das Jahresergebnis leicht in die Verlustzone drücken könnte. Unterdessen gab MAN bekannt, dass der Großmotorenhersteller MAN Diesel vom brasilianischen Mischkonzern Grupo Bertin den Zuschlag für die elektromechanische Ausrüstung von sechs Dieselkraftwerken erhalten hat. Die Auftragssumme für MAN Diesel belaufe sich dabei auf rund 300 Mio. Euro.

Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403 ) schlossen mit 1 Prozent im Minus. Dabei konnte die Tochter AUDI (ISIN DE0006757008 / WKN 675700 ) ihre Verkaufszahlen im Januar steigern. Demnach erreichte AUDI mit rund 77.800 Auslieferungen weltweit ein Absatzplus von rund 39 Prozent. BMW gaben ebenfalls 1 Prozent ab.

Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) indes avancierten mit +3,1 Prozent zum DAX-Spitzenreiter. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, beabsichtigen die Stuttgarter, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied zu ernennen. Dr. Bernhard solle im Vorstand verantwortlich sein für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Cars sowie für den Bereich Mercedes-Benz Vans. Auf den Plätzen zwei und drei gewannen Fresenius 2,1 Prozent und die Deutsche Telekom 1,8 Prozent. Für E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99 ) ging es um 1,4 Prozent nach oben. Der Energieversorger will seine Zusammenarbeit im Bereich Erneuerbarer Energien mit dem in Abu Dhabi ansässigen Kooperationspartner Masdar einem Pressebericht zufolge offenbar ausbauen. Gemeinsam mit Masdar wolle man zu einem der weltweit führenden Konzerne im Bereich der Erneuerbaren Energien aufsteigen.

Im MDAX rauschten ProSiebenSat.1 um über 4 Prozent in die Tiefe. Sky und Continental geben beide mehr als 3 Prozent ab. Titel des Werkzeugmaschinenherstellers GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003 / WKN 587800 ) knickten um 2,2 Prozent ein. Dabei wurde der Konzern im Rahmen der Messe NORDEC und der Traditions-Hausausstellung DECKEL MAHO mit Neuaufträgen im Gesamtwert von 58,5 Mio. Euro bedacht. RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301 / WKN 704230 ) verloren 0,8 Prozent. Presseangaben zufolge will der Klinikbetreiber nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr zukaufen. Spitzenreiter waren Rational mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent.

Der Zementhersteller Dyckerhoff (ISIN DE0005591036 / WKN 559103 ) musste im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Berechnungen ein deutliches Umsatzminus ausweisen. Die Erlöse sanken demnach um 31 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Vorstand erwarte für 2009 einen deutlichen Rückgang des EBITDA und des Konzernjahresüberschusses. Für 2010 gehe Dyckerhoff von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus; die Ergebnisse werden jedoch aufgrund von Einmaleffekten des Geschäftsjahres 2009 sowie einem weiterhin schwierigen Marktumfeld zurückgehen, hieß es weiter. Dyckerhoff gewannen im SDAX 1 Prozent.

JENOPTIK (ISIN DE0006229107 / WKN 622910 ) konnten im TecDAX um 3,7 Prozent vorrücken. Vorläufigen Berechnungen zufolge wird der Konzern das Geschäftsjahr 2009 mit einem Umsatz von über 470 Mio. Euro abschließen und ein positives Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von über 7 Mio. Euro erzielen. Sondereffekte vor allem aus der Schließung eines Geschäftes, Standortschließungen sowie Personalmaßnahmen belasten das Konzernergebnis jedoch stark. 2010 will JENOPTIK infolge einer weiteren Geschäftsbelebung und aufgrund der angepassten Kostenstrukturen wieder einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaften. An der Spitze gewannen United Internet 4 Prozent. Der Solarsektor hatte indes mit teils deutlichen Abschlägen zu kämpfen. Unter anderem verloren Q-Cells 8,2 Prozent, Manz 6,1 Prozent und Conergy 4,6 Prozent.

DAX: 5.484,85 (+0,93 Prozent) MDAX: 7.246,15 (+0,04 Prozent) SDAX: 3.549,53 (-0,74 Prozent) TecDAX: 771,54 (-0,57 Prozent) (08.02.2010/ac/n/m)


 

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