Börse Frankfurt Schluss: DAX dreht tief ins Minus, Infine.


28.01.10 18:05
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind im Tagesverlauf kräftig zurückgekommen. Der DAX, der in der Spitze schon mit 1,3 Prozent im Plus lag, verlor am Ende 1,82 Prozent auf 5.540,33 Punkte.
Der MDAX bröckelte um 0,98 Prozent ab auf 7.406,04 Zähler. Für den SDAX ging es dagegen um 0,48 Prozent nach oben auf 3.652,05 Stellen. Der TecDAX zog daneben um 0,52 Prozent an auf 807,85 Zähler. Der Bund Future verlor zuletzt 0,03 Prozent auf 123,34 Stellen.

Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Januar erhöht. Demnach stieg die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist aufgrund der Winterpause deutlich um 342.000 auf insgesamt rund 3.617.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote zog gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent an. Wie das Statistische Bundesamt erklärte, hat die Inflation in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen im Januar leicht nachgegeben. Demnach wird sich der Verbraucherpreisindex gegenüber Januar 2009 voraussichtlich um 0,8 Prozent erhöhen.

An der Wall Street hatten zuletzt klar die Bären das Zepter in der Hand. Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 2,2 Prozent im Minus. Dabei haben neben Nokia auch die drei Dow Jones-Mitglieder 3M, AT&T und Procter & Gamble besser als erwartete Zahlen auf den Tisch gelegt. Wie das Arbeitsministerium in Washington bekannt gab, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. Die Erwartungen der Volkswirte wurden aber klar verfehlt. Auch das Plus beim Auftragseingang langlebiger Güter im Dezember von 0,3 Prozent im Vormonatsvergleich ist deutlich hinter den Prognosen zurückgeblieben. Zudem hat die Federal Reserve Bank of Chicago für Dezember eine deutliche Abnahme beim National Activity Index ermittelt.

Nach US-Börsenschluss lassen unter anderem Amazon und Microsoft in ihre Bücher blicken. Im weiteren Tagesverlauf wird außerdem die Abstimmung im US-Senat über eine zweite Amtszeit von Notenbankchef Ben Bernanke erwartet. Am Freitag stehen Zahlen unter anderem von Chevron, Honeywell, Infineon, Mattel und Samsung auf dem Programm. Konjunkturseitig werden das DIW Konjunkturbarometer, Arbeitslosen- und Inflationsdaten aus der EU und in den USA Daten zum BIP, die Arbeitskosten, der Chicagoer Einkaufsmanagerindex und die Verbraucherstimmung erwartet.

Spitzenreiter im DAX waren Infineon mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent. Zeitweise lag der Wert mit fast 7 Prozent vorne. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Volkswagen mit +0,6 Prozent und Henkel mit +0,2 Prozent.

Nach einem starken Auftakt bröckelten Titel der Deutschen Börse (ISIN DE0005810055 / WKN 581005 ) um 1,5 Prozent ab. Presseangaben zufolge plant der Börsenbetreiber ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm, im Rahmen dessen bis zu 10 Prozent der Stellen gestrichen werden sollen. Betroffen seien davon alle Töchter des Konzerns, der insgesamt rund 3.300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Börsenbetreiber leide nicht nur unter der mangelnden Investitionsbereitschaft der Anleger infolge der weltweiten Finanzkrise, sondern auch unter dem zunehmenden Wettbewerb der durch Banken gegründeten neuen elektronischen Handelsplattformen (MTF). Für Papiere der Münchener Rück (ISIN DE0008430026 / WKN 843002 ) ging es um 0,7 Prozent nach unten. Dabei hat sich der US-Milliardär Warren Buffett via Derivate weitere Anteile am weltweit zweitgrößten Rückverversicherungskonzern gesichert.

Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610 ) stachen mit einem Minus von 3,1 Prozent ins Auge. Der Industriekonzern hat zuvor einschneidende Restrukturierungen in seiner Industriesparte angekündigt und will in diesem Zusammenhang etwa 2.000 Stellen abbauen. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das vierte Quartal hatte Siemens bereits eine Fortsetzung des eingeschlagenen Sparkurses angekündigt, um die Wettbewerbsfähigkeit angesichts der weiter schwierigen Rahmenbedingungen verbessern zu können. K+S verloren als Schlusslicht 3,5 Prozent.

EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914 ) gaben im MDAX 0,3 Prozent ab. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M kurz vor Ende der Verhandlungsfrist offenbar ein letztes Angebot unterbreitet. Einem Pressebericht zufolge beharre der Konzern dabei auf den bereits zusätzlich geforderten 5,2 Mrd. Euro, was die Gesamtsumme des Projektes auf 25,2 Mrd. Euro schraube. Zusätzlich sollen die Preisgleitklauseln von 1,9 Prozent auf 3 Prozent pro Jahr angehoben werden. Auf dieses Paket sei der Konzern aber bereit, einen "Rabatt" von insgesamt 800 Mio. Euro zu gewähren. Bei den Regierungen stößt dieser Vorschlag indessen auf wenig Gegenliebe, hieß es. Wincor Nixdorf zogen nach einer Reihe positiver Analystenkommentare um 2 Prozent an. An der Spitze rangierten BAYWA mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent. GILDEMEISTER büßten am Indexende 5,9 Prozent ein.

CENTROTEC (ISIN DE0005407506 / WKN 540750 ) schlossen im SDAX gut behauptet. Der Spezialist für Hochleistungskunststoffe und Energiesparsysteme hat nach vorläufigen Zahlen die Umsatz- und Gewinnprognosen für 2009 erfüllt. Demnach sank der Umsatz auf 467 Mio. Euro Damit wurde der Rekordumsatz des Jahres 2008 nahezu wieder erreicht. Ferner wurde mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 29 bis 30 Mio. Euro die Prognose ebenfalls erfüllt.

Bechtle (ISIN DE0005158703 / WKN 515870 ) avancierten mit einem Plus von 6,1 Prozent zum Spitzenreiter im TecDAX. Der Konzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr deutlich besser als erwartet abgeschnitten. Nach vorläufigen Berechnungen lag das Vorsteuerergebnis bei 43,5 Mio. Euro (Vorjahr: 61,5 Mio. Euro). Analysten hatten nur ein Ergebnis von 39,2 Mio. Euro geschätzt. Auch der Umsatz von voraussichtlich 1,38 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,43 Mrd. Euro) liegt über den Prognosen der Analysten, die einen Mittelwert von 1,33 Mrd. Euro gesehen hatten. Weitere Gewinner waren unter anderem die Software AG mit +4,1 Prozent und Evotec mit +2,6 Prozent. Auf der Gegenseite gaben Manz 3 Prozent ab.

DAX: 5.540,33 (-1,82 Prozent) MDAX: 7.406,04 (-0,98 Prozent) SDAX: 3.652,05 (+0,48 Prozent) TecDAX: 807,85 (+0,52 Prozent) (28.01.2010/ac/n/m)


 

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