Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte präsentierten sich am letzten Handelstag der Woche mit Aufschlägen. Der
DAX gewann 0,28 Prozent auf 5.945,11 Punkte, während der MDAX um 0,29 Prozent auf 7.926,30 Zähler zulegte.
Der SDAX tendierte 0,06 Prozent im Plus bei 3.777,30 Zählern, wobei beim TecDAX ein Abschlag von 0,31 Prozent auf 833,89 Punkte zu verzeichnen war. Beim Bund-Future war ein Plus von 0,13 Prozent auf 122,56 Punkte auszumachen.
Am Nachmittag konnten die US-Leitbörsen nach dem überraschenden Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze mit Zugewinnen eröffnen. Der Dow Jones präsentierte sich mit Aufschlägen von 0,25 Prozent, während der NASDAQ Composite um 0,07 Prozent anziehen konnte. Beim mit Spannung erwarteten US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan wurde ein überraschender Rückgang ausgewiesen, was das Handelsgeschehen in den USA zunächst belastete. Bei den Lagerbeständen der amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen wurde für Januar ein unveränderter Wert gegenüber dem Vormonat veröffentlicht, während bei den Umsatzerlösen ein Anstieg zu verzeichnen war. Zum Xetra-Schluss präsentierten sich die US-Leitindices nach einem kurzen Abstecher in die Minuszone weiterhin freundlich. So legte der Dow Jones bis dato um 0,10 Prozent zu, während der NASDAQ Composite um 0,01 Prozent anzieht. Im Zuge der temporären Schwäche der US-Leitbörsen mussten auch die deutschen Standardwerte einen Großteil ihrer bis dato stattlichen Gewinne von bis zu 0,9 Prozent wieder abgeben.
Am Montag stehen in den USA unter anderem die Daten zum Empire-Manufacturing-Index sowie der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung an. Auf der Unternehmensseite werden unter anderem die Geschäftszahlen von 3Com, Aer Lingus, China Mobile, PSI, Wyeth und Williams-Sonoma veröffentlicht.
Am Morgen hatte das Statistische Bundesamt einen Anstieg der privaten Konsumausgaben im Deutschland für das Jahr 2009 ausgewiesen. Demnach erhöhten sich die privaten Konsumausgaben gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, gaben die privaten Verbraucher rund 73 Mrd. Euro für den Kauf von neuen oder gebrauchten Kraftfahrzeugen aus (+20,5 Prozent). Ohne die Käufe von Kraftfahrzeugen hätte sich der private Konsum rechnerisch um 0,5 Prozent vermindert.
Auf der Unternehmensseite standen erneut Anteilsscheine von Volkswagen (
ISIN DE0007664039 /
WKN 766403 ) im Mittelpunkt des Geschehens. Einem Pressebericht zufolge will der Wolfsburger Konzern in spätestens drei Jahren ein strombetriebenes Serienfahrzeug im Reich der Mitte bauen. Bereits Ende April werde VW die Elektroversion des speziell für China gefertigten Modells Lavida auf der Motorshow in Peking vorstellen. Nachdem die Aktie am Vortag nach der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen für 2009 bereits mit deutlichen Zugewinnen von mehr als 7 Prozent geschlossen hatte, war der Wert erneut in der Spitzengruppe des DAX zu finden. Ebenfalls deutlich fester präsentiert sich die Deutsche Post (ISIN DE0005552004 WKN 555200). Am Vortag hatte der Logistikkonzern vom britischen Ölkonzern BP plc (
ISIN GB0007980591 /
WKN 850517 ) einen Logistikauftrag für seine Tochter DHL erhalten. Zusätzlich beflügelten positive
Analystenkommentare den Wert und verhalfen der "Aktie Gelb" mit Zugewinnen von teilweise mehr als 3 Prozent zeitweise auf die Pole-Position im DAX. Am Ende setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein.
Gefragt waren unter anderem auch Finanzwerte, die von starken Sektorvorgaben profitieren konnten. Am Vorabend hatten positive Kommentare von Vikram Pandit, CEO der Großbank Citigroup Inc. (
ISIN US1729671016 /
WKN 871904 ) bereits in den USA für deutliche Aufschläge gesorgt. Demnach sieht sich die Citigroup nach der schweren Finanzkrise wieder deutlich auf Erholungskurs und will ihre Profitabilität mittelfristig weiter erhöhen. Davon konnten unter vor allem die Commerzbank sowie die Deutsche Bank profitieren.
Auch bei Siemens (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) waren leichte Zugewinne auszumachen. Zuvor hatte der Konzern angekündigt, dass man die Präsenz in den USA weiter ausbaut und den Bau einer neuen Fertigungsstätte für 60-Hertz-Gasturbinen an seinem Standort Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina beschlossen hat. Beim Düngemittelhersteller K+S zeichnete sich am letzten Handelstag der Woche nach der Talfahrt der vergangenen Handelstage eine leichte Erholung ab. Am Vorabend hatte der kanadische Konkurrent Potash Corp. of Saskatchewan Inc. (
ISIN CA73755L1076 /
WKN 878149 ) seine Ergebnisprognose deutlich angehoben, was bei K+S für Zugewinne von über 1,5 Prozent sorgte. Daneben konnten unter anderem Infineon, adidas und Daimler deutlich fester tendieren.
Am unteren Ende rangierten unter anderem Henkel, Beiersdorf, SAP und E.ON, wobei die Abschläge hier bis zu 1,5 Prozent ausmachten.
Im MDAX standen über weite Strecken Anteilsscheine von Sky Deutschland an der Spitze, die dank einer deutlich verbesserten Charttechnik teilweise mehr als 5 Prozent fester tendierten. Daneben verzeichneten unter anderem Klöckner, Fraport, LEONI und HOCHTIEF deutlichere Zugewinne.
Am unteren Ende waren vor allem RATIONAL und Tognum zu finden, die jeweils deutlicher abgeben mussten. Beide Werte hatten am Vortag Geschäftszahlen vorgelegt, die offenbar nicht ganz den Markterwartungen entsprochen hatten. Heute belasteten hier mitunter auch negative Analystenstimmen. Auch EADS, GAGFAH, Celesio und die Aareal Bank waren unter den größeren Verlierern zu finden.
Im TecDAX zeigten sich Conergy mit Aufschlägen von mehr als 6 Prozent von der Sonnenseite und rangierten fast den ganzen Tag über an der Spitze. Bei Bechtle sorgten verbesserte charttechnische Rahmenbedingungen für Kursgewinne von zwischenzeitlich mehr als 3,5 Prozent. Außerdem standen vor allem Drillisch und SMARTRAC auf der Kaufliste vieler Anleger. Daneben zeigten sich AIXTRON nach diversen
Kaufempfehlungen fester.
Am unteren Ende des Technologie-Index waren unter anderem Kontron zu finden, die ohne besondere Nachrichten streckenweise mehr als 4 Prozent abgeben mussten. Auch MediGene, Evotec und SolarWorld mussten mit größeren Abschlägen ins Wochenende gehen.
DAX: 5.945,11 (+0,28 Prozent) MDAX: 7.926,30 (+0,29 Prozent) SDAX: 3.777,30 (+0,06 Prozent) TecDAX: 833,89 (-0,31 Prozent) (12.03.2010/ac/n/m)