Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf positive US-Vorgaben hat sich der deutsche Aktienmarkt mit recht deutlichen Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Der
DAX schloss am Ende mit 0,89 Prozent im Plus bei 6.024,28 Punkten.
Der MDAX stieg daneben um 1,07 Prozent auf 8.016,02 Zähler. Der SDAX verlor dagegen 0,11 Prozent auf 3.805,92 Stellen. Der TecDAX stieg um 0,13 Prozent auf 831,17 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,31 Prozent auf 123,24 Zähler.
Die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im Februar gesunken. Binnen Monatsfrist reduzierten sich die Preise um 0,6 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise stiegen die Preise in der Kernrate um 0,1 Prozent an. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Preisrückgang von 0,2 Prozent bzw. eine Steigerungen um 0,1 Prozent prognostiziert. Außerdem hat die Fed am Vorabend angekündigt, die Zinsen vorerst niedrig zu belassen. Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 0,6 Prozent im Plus. Am Donnerstag stehen in den USA die Verbraucherpreise, die Leistungsbilanz, die Frühindikatoren und der Philly Fed Index auf der Agenda. Zahlen kommen unter anderem von Adecco, AWD, Balda, Boewe Systec, China Mobile, FedEx, Gamestop, GILDEMEISTER, HeidelbergCement, IDS Scheer, ING Groep, OHB, Palm, Ross Stores, SGL CARBON und Versatel.
Siemens (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) stachen mit einem Plus von 3,2 Prozent ins Auge. Der Industriekonzern will offenbar die IT-Sparte SIS mit harten Einschnitten auf einen möglichen Verkauf vorbereiten. Einem Pressebericht zufolge sieht die geplante Restrukturierung einen Stellenabbau im vierstelligen Bereich vor. Alleine in Deutschland werde in Arbeitnehmerkreisen der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen für möglich gehalten. Die Sparte wurde ausgegliedert und wieder reintegriert, nun soll sie im Juli erneut eine eigenständige Gesellschaft werden. Danach halte sich Siemens alle Optionen offen - ein Verkauf gilt als ebenso möglich wie ein Börsengang. Weitere Gewinner waren unter anderem MAN mit +3,2 Prozent, die Commerzbank mit +2,6 Prozent und SAP mit +2,6 Prozent.
Linde (
ISIN DE0006483001 /
WKN 648300 ) verteuerten sich daneben um 1,4 Prozent. Der Technologiekonzern konnte den Umsatz- und Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr 2009 begrenzen und die Produktivität trotz der weltweiten Wirtschaftskrise deutlich verbessern. Die Erlöse beliefen sich auf 11,21 Mrd. Euro und lagen damit um 11,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 653 Mio. Euro (Vorjahr: 776 Mio. Euro). Der auf die Aktionäre der Linde AG entfallende Anteil belief sich auf 591 Mio. Euro (Vorjahr: 717 Mio. Euro). Mit Blick auf die aktuellen Konjunkturprognosen erwartet der Konzern aus heutiger Sicht, im Geschäftsjahr 2010 den Konzernumsatz und das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahr zu steigern.
Volkswagen (
ISIN DE0007664039 /
WKN 766403 ) gewannen nach zwischenzeitlichen Verlusten 1,5 Prozent. Der Sportwagenhersteller Porsche (
ISIN DE000PAH0038 /
WKN PAH003 ) geht aufgrund hoher Einmalaufwendungen im Zuge der gescheiterten Übernahme von Volkswagen für das Fiskaljahr 2009/10 von einem deutlichen Verlust aus. Wie die Zuffenhausener erklärten, lag der Umsatz in den ersten sechs Monaten mit 3,16 Mrd. Euro um 3,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Aufgrund struktureller Veränderungen verzeichnete man einen Nachsteuergewinn von 871 Mio. Euro. Unter dem Strich dürfte der Konzernverlust im Gesamtjahr voraussichtlich im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich liegen. Der Energieversorger RWE (
ISIN DE0007037129 /
WKN 703712 ) gab bekannt, dass deutlich niedrigere Notierungen für Rohöl und Erdgas bei der RWE Dea AG im Geschäftsjahr 2009 zu einem gesunkenen Umsatz und betrieblichen Ergebnis geführt haben. Indes hält man im internationalen Gas- und Ölgeschäft am Wachstumskurs fest. RWE schlossen mit +0,4 Prozent.
Der Automobilkonzern BMW (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) hat im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz seinen positiven Ausblick für das laufende Fiskaljahr 2010 bestätigt. Wie Konzernchef Dr. Norbert Reithofer erklärte, werde man im laufenden Fiskaljahr einen "sichtbaren Schritt" in Richtung der für 2012 ins Auge gefassten Profitabilitätsziele machen. Dabei strebe der Konzern für 2010 ein Ergebnis an, das deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Der Wert gab 0,9 Prozent ab. METRO (
ISIN DE0007257503 /
WKN 725750 ) kamen als Schlusslicht um 2,1 Prozent zurück. Der Handelskonzern konnte im Geschäftsjahr 2009 sein Ergebnis vor Sonderfaktoren verbessern. Der Umsatz ging um 3,6 Prozent auf 65,5 Mrd. Euro zurück. Währungsbereinigt stieg der Umsatz jedoch um 0,2 Prozent. Das Periodenergebnis vor Sonderfaktoren stieg um 14,1 Prozent auf 824 Mio. Euro. Nach Minderheiten kletterte das Ergebnis vor Sonderfaktoren um 21,4 Prozent auf 686 Mio. Euro.
LANXESS (
ISIN DE0005470405 /
WKN 547040 ) gaben im MDAX leicht ab. Der Spezialchemie-Konzern hat im Geschäftsjahr 2009 bei Umsatz und Ergebnis das Vorjahresniveau verfehlt. Der Konzernumsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 23,1 Prozent auf 5,06 Mrd. Euro zurück. Das Konzernergebnis fiel von 183 Mio. Euro auf 40 Mio. Euro. Nach einem starken Schlussquartal 2009 blickt LANXESS zuversichtlich ins Geschäftsjahr 2010. Der Baukonzern HOCHTIEF (
ISIN DE0006070006 /
WKN 607000 ) hat in den USA weitere Großaufträge erhalten. Demnach wurde die HOCHTIEF-Tochter Turner in den USA mit drei Neuaufträgen im Gesamtwert von knapp 213 Mio. Euro bedacht. Der Wert zog um 2,8 Prozent an.
Die Deutsche Beteiligungs AG (
ISIN DE0005508105 /
WKN 550810 ) gab bekannt, dass sie im ersten Quartal einen Konzernüberschuss in Höhe von 9,3 Mio. Euro erzielt hat, gegenüber einem Konzernfehlbetrag von 9,0 Mio. Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr gab der Vorstand keine konkrete Ergebnisprognose. Der Wert bröckelte im SDAX um 3,1 Prozent ab.
Drägerwerk (
ISIN DE0005550636 /
WKN 555063 ) gewannen im TecDAX 0,3 Prozent. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2009 mit seinem Turnaround-Programm entscheidende Fortschritte auf dem Weg zu Effizienzsteigerung, Kostensenkung und Erlösverbesserung erzielt. Beim Umsatz erreichte Drägerwerk mit 1,9 Mrd. Euro nahezu den Vorjahreswert. Der Jahresüberschuss belief sich auf 32,5 Mio. Euro (2008: 49,4 Mio. Euro). Um 2 Prozent nach oben ging es für Titel der Software AG (
ISIN DE0003304002 /
WKN 330400 ). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2009 eine Dividende von 1,15 Euro (Vorjahr: 1,10 Euro) pro Aktie zu zahlen. An der Spitze rangierten centrotherm mit einem Zuwachs von 3,9 Prozent.
DAX: 6.024,28 (+0,89 Prozent) MDAX: 8.016,02 (+1,07 Prozent) SDAX: 3.805,92 (-0,11 Prozent) TecDAX: 831,17 (+0,13 Prozent) (17.03.2010/ac/n/m)