Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem schwachen Auftakt haben die deutschen Standardwerte kurz vor Handelsschluss noch einmal Fahrt aufgenommen. Der
DAX konnte am Ende um 0,67 Prozent vorrücken und schloss bei 5.668,93 Punkten.
Der MDAX stieg daneben um 0,11 Prozent auf 7.557,00 Zähler. Für den SDAX ging es um 0,04 Prozent nach oben auf 3.628,21 Stellen. Der TecDAX gewann 0,15 Prozent auf 809,58 Zähler. Der Bund Future zog zuletzt um 0,06 Prozent an auf 123,30 Stellen.
Laut Angaben des ifo Instituts ist der ifo Geschäftsklima-Index für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Januar erneut angestiegen. Demnach erhöhte sich der Index auf 95,8 Punkte, nach 94,6 Punkten im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt Destatis bekannt gab, haben sich die Importe im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 Prozent verbilligt. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Erdöl- und Mineralölerzeugnisse reduzierte sich der Einfuhrpreis-Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent. Die Exportpreise gaben im Vorjahresvergleich 0,4 Prozent ab.
Am Nachmittag dann hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Kalenderjahr deutlich nach oben revidiert. Demnach wurde für 2010 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent in Aussicht gestellt, während man für 2011 von einem Plus von 4,3 Prozent ausgeht. Zuvor hatte der IWF für 2010 ein Plus von 3,1 Prozent vorhergesagt, während man für 2011 ursprünglich von einem Wachstumsplus im Bereich von 4,2 Prozent ausgegangen war.
An der Wall Street war zum Xetra-Schluss eine leicht bis mäßig positive Tendenz auszumachen. Neben Apple haben auch Texas Instruments und DuPont mit den vorgelegten Zahlen überzeugt. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board bekannt gab, ist das US-Verbrauchervertrauen im Januar angestiegen. Demnach erhöhte sich der entsprechende Index auf 55,9 Punkte, nach revidiert 53,6 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten lediglich 53,5 Punkte erwartet. Dagegen haben die US-Häuserpreise im November nachgegeben. So lag der S&P/Case-Shiller 20-City-Index im Berichtsmonat um 0,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Nach US-Börsenschluss stehen unter anderem Ergebnisse von Yahoo auf dem Programm. Am Mittwoch werden Zahlen mitunter von Boeing, Canon, Caterpillar, ConocoPhillips, General Dynamics, QUALCOMM, SAP und United Technologies erwartet. Auf der Konjunkturseite stehen in den USA die Verkäufe neuer Häuser und das Fed-Sitzungsergebnis auf dem Programm.
Papiere des Industriekonzerns Siemens (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) konnten sich von den übrigen Werten im DAX klar absetzen und um 5,1 Prozent vorrücken. Wie zuvor bekannt wurde, hat Siemens im ersten Quartal in fast allen Geschäften trotz sinkender Umsätze die vorgegebenen Renditeziele erreicht. Die Erlöse beliefen sich auf 17,4 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte ist dies im Vergleich zum Vorjahreswert ein Minus von 8 Prozent. Der Auftragseingang sank organisch um 11 Prozent auf 19,0 Mrd. Euro. Dagegen kletterte das Ergebnis der Sektoren um 11 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich um fast ein Viertel auf 1,5 Mrd. Euro. Siemens erwartet, dass das Ergebnis der Sektoren im Geschäftsjahr 2010 zwischen 6,0 Mrd. Euro und 6,5 Mrd. Euro liegt.
Infineon (
ISIN DE0006231004 /
WKN 623100 ) gewannen nach den Zahlen von Apple und Texas Instruments 2 Prozent. Daneben stand ein Pressebericht im Blick, dem zufolge sich der Kampf um den Aufsichtsratsvorsitz bei dem Halbleiterhersteller offenbar zuspitzt. Demnach spreche sich die US-Stimmrechtsberatung Riskmetrics gegen den vom Konzern nominierten Aufsichtsratschef Klaus Wucherer aus und favorisiere stattdessen Willi Berchtold, den von den Aktionären vorgeschlagenen Gegenkandidaten. Dem Rat des US-Dienstleisters folgen laut dem Bericht die meisten angelsächsischen Anleger, die einen großen Teil der Infineon-Aktien halten. Titel der Münchener Rück (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) schlossen daneben mit 1,2 Prozent im Plus. Die Anleger honorierten damit den Einstieg von US-Milliardär Warren Buffett, der sich mit 3,045 Prozent an dem Rückversicherer beteiligt hat.
Auf der Gegenseite bröckelten Papiere der Deutschen Börse um 3,3 Prozent ab. Daneben verloren die Deutsche Post 1,7 Prozent und Fresenius 1,2 Prozent. MAN kamen um 1 Prozent zurück. Laut Angaben der ACEA lagen die Nutzfahrzeug-Neuzulassungen in Europa im Dezember mit 146.516 Einheiten um 10,6 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Im Gesamtjahr gingen die Nfz-Neuzulassungen um insgesamt 32,4 Prozent auf 1.706.996 Einheiten zurück.
Wie in der Presse zu lesen war, will die Bundesregierung offenbar für den umstrittenen Militärtransporter A400M des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS (
ISIN NL0000235190 /
WKN 938914 ) bürgen, um die Finanzierung des Projekts doch noch möglich zu machen. Demnach werde derzeit anstelle zusätzlicher Geldzahlungen die Bereitstellung einer staatlichen Bürgschaft geprüft. Damit könnte der EADS-Konzern mit seiner Airbus-Tochter kostengünstig Kredite aufnehmen, und die Bundesregierung würde eine direkte Belastung des Bundeshaushalts verhindern. EADS gewannen im MDAX 0,5 Prozent. Bilfinger Berger (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ) zogen um 0,6 Prozent an. Der Baukonzern will sich von seiner Beteiligung Bilfinger Berger Australien trennen. Der Vorstand habe entschieden, den Verkaufsprozess einzuleiten und den Börsengang der Gesellschaft vorzubereiten.
Im TecDAX machten Drägerwerk mit einem Plus von 5,5 Prozent auf sich aufmerksam. Dahinter folgten Manz mit +3,6 Prozent und Wirecard mit +3,3 Prozent. Rofin-Sinar verloren an letzter Stelle 6,1 Prozent. Conergy bröckelten nach den deutlichen Vortagesgewinnen um 2,6 Prozent ab.
DAX: 5.668,93 (+0,67 Prozent) MDAX: 7.557,00 (+0,11 Prozent) SDAX: 3.628,21 (+0,04 Prozent) TecDAX: 809,58 (+0,15 Prozent) (26.01.2010/ac/n/m)