Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten am Mittwoch mit Aufschlägen aus dem Handel gehen. Der
DAX gewann 0,86 Prozent auf 5.936,72 Punkte, während der MDAX um 1,28 Prozent auf 7.926,49 Zähler zulegen konnte.
Der SDAX tendierte 0,33 Prozent im Plus bei 3.782,80 Zählern, wobei beim TecDAX ein Aufschlag von 1,67 Prozent auf 843,67 Punkte zu verzeichnen war. Beim Bund-Future war ein Minus von 0,14 Prozent auf 122,66 Punkte auszumachen.
Nachdem die US-Börsen am Vorabend mit leichten Aufschlägen schließen konnten, signalisierten die US-Futures zunächst eine leichtere Handelseröffnung. Angesichts des ausgewiesenen Anstiegs bei den US-Hypothekenanträgen starteten die US-Börsen mit Aufschlägen: Der Dow Jones konnte zu Beginn 0,15 Prozent zulegen, der NASDAQ Composite klettert daneben um 0,28 Prozent. Zum Xetra-Schluss präsentierten sich die US-Börsen behauptet. Der Dow Jones legte bis dato um 0,26 Prozent zu, während der NASDAQ Composite um 0,81 Prozent zulegen konnte. Im Vorfeld der im Laufe des Abends anstehenden Daten zum US-Staatshaushalt halten sich die Marktteilnehmer jedoch eher zurück.
Am morgigen Donnerstag stehen in Deutschland die Daten zum Arbeitskostenindex für das vierte Quartal 2009 sowie die IfW-Konjunkturprognose auf der Agenda. In den USA dürfte sich das Interesse am Nachmittag vor allem auf die Daten zur US-Handelsbilanz und die Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe richten. Auf der Unternehmensseite melden unter anderem K+S, Hannover Rück, GEA Group, KUKA, Volkswagen, Bilfinger Berger, RATIONAL, Swatch, und die Deutsche Lufthansa ihre Geschäftszahlen.
Die Inflation in Deutschland hat sich im Februar 2010 nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes abgeschwächt. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, sank die Inflationsrate auf 0,6 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 0,8 Prozent im Januar 2010 und 1,0 Prozent im Februar 2009. Außerdem präsentierte das Statistische Bundesamt einen Anstieg beim deutschen Außenhandelsüberschuss für den Monat Januar. Demnach wies die Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 8,0 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahresmonat nur ein Aktivsaldo von 7,1 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss bei 8,7 Mrd. Euro. Nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank schloss die Leistungsbilanz mit einem Plus von 3,6 Mrd. Euro, nach 3,2 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.
Auf der Unternehmensseite stand die Aktie der Münchener Rück (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) im Fokus, die am Morgen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Wie bereits veröffentlicht liegt das Gesamtergebnis der Gruppe bei 2,56 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,58 Mrd. Euro). Die Dividende soll auf 5,75 (5,50) Euro pro Aktie steigen. Für 2010 erwartet der Rückversicherer erneut einen Gewinn von über 2 Mrd. Euro. Die Aktie des weltweit zweitgrößten Rückversicherers rangierte über weite Strecken mit einem Plus von mehr als 1 Prozent im oberen Mittelfeld des DAX.
Zahlen gab es auch beim Energieversorger E.ON (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) für das abgelaufene Geschäftsjahr: Dabei wurde beim bereinigten operativen Ergebnis aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise ein leichter Rückgang von 2,3 Prozent auf 9,6 Mrd. Euro verbucht. Beim Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter verzeichnete E.ON aufgrund hoher Sondereffekte im Vorjahr einen deutlichen Anstieg auf 8,40 Mrd. Euro, nach 1,28 Mrd. Euro im Vorjahr, während der bereinigte Konzernüberschuss um 5 Prozent auf 5,33 Mrd. Euro zurückging. Die Dividende soll mit 1,50 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau liegen. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der Konzern trotz entfallender Ergebnisbeiträge durch bereits durchgeführte Desinvestitionen in Höhe von rund 1 Mrd. Euro ein Adjusted EBIT um 0 bis 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet man mit einem Wert auf Vorjahresniveau. Nach anfänglichen Abschlägen konnte sich der Wert fangen und präsentierte sich auch aufgrund positiver
Analystenstimmen mit Zugewinnen von bis zu 2 Prozent.
An der DAX-Spitze waren über weite Strecken die beiden Stahlwerte ThyssenKrupp und Salzgitter zu finden. Auch bei BASF (
ISIN DE0005151005 /
WKN 515100 ) waren deutlichere Aufschläge auszumachen. Nach Aussage des weltgrößten Chemiekonzerns greifen Landwirte vermehrt zu Produkten mit Wirkstoffen aus der BASF-Pipeline zurück, um ihre Erträge steigern und ihre Pflanzen gesund zu halten. Im Ergebnis stieg der Wert der BASF-Pipeline Konzernangaben zufolge im Jahresvergleich um 100 Mio. Euro auf jetzt 2,2 Mrd. Euro. Daneben tendierten Infineon, Deutsche Bank und METRO fester.
Am unteren Ende waren die Anteilsscheine der Deutschen Post zu finden, die zum Teil mehr als 1 Prozent abgeben musste. Am Vortag hatte die "Aktie Gelb" nach der Vorlage der Geschäftszahlen für 2009 mehr als 2 Prozent zulegen können. Minuszeichen waren daneben auch bei FMC auszumachen.
Im MDAX richteten sich die Blicke auf Anteilsscheine der IVG (
ISIN DE0006205701 /
WKN 620570 ), nachdem der Immobilienkonzern am Morgen vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Den Angaben zufolge belief sich der Konzernverlust nach vorläufigen, noch untestierten Zahlen auf 158,0 Mio. Euro, gegenüber einem Vorjahrjahresverlust von 451,7 Mio. Euro. Dabei zeigen sich erste Erfolge des im Jahr 2009 initiierten Restrukturierungsprogramms. Da auch der Einzelabschluss der IVG Immobilien AG nach HGB einen Verlust aufweist, soll eine Dividendenzahlung für 2009 entfallen. Nachdem die Aktie zunächst unverändert im Handel gelegen hatte, konnte der Wert am Ende nahezu unverändert schließen.
Auf wenig Begeisterung trafen die vom Flughafenbetreiber Fraport (
ISIN DE0005773303 /
WKN 577330 ) vorgelegten Passagierzahlen für den Monat Februar. Dabei wurde für den Flughafen Frankfurt ein leichter Passagierrückgang von 1,0 Prozent ausgewiesen, während die Fluggastzahl auf Konzernebene um 3,0 Prozent verbessert werden konnte. Die Aktie rangierte daraufhin fast über den gesamten Tagesverlauf hinweg in der Minuszone. Erst am Ende konnte sich die Fraport-Aktie ins Plus retten.
Geschäftszahlen wurden auch beim Immobilienkonzern GAGFAH (
ISIN LU0269583422 /
WKN A0LBDT ) präsentiert: Dabei konnte das Vorsteuerergebnis im Vorjahresvergleich verbessert werden. Anleger honorierten dies mit leichten Aufschlägen von zwischenzeitlich mehr als 1 Prozent.
An der Spitze im MDAX war die Aktie von Sky zu finden, die von einer deutlich verbesserten Charttechnik profitieren konnte und zeitweise mehr als 7 Prozent fester tendierte. Auch LEONI, Praktiker, Klöckner & Co und Demag Cranes präsentierten sich mit deutlichen Aufschlägen. Am unteren Ende befanden sich unter anderem EADS, Celesio und Deutsche EuroShop.
Im TecDAX standen vor allem Solarwerte im Blickpunkt: Phoenix Solar präsentierte sich aufgrund einer
Kaufempfehlung einer renommierten US-Bank mit einem Kursplus von zeitweise mehr als 6 Prozent. Im Schlepptau konnten SolarWorld und Q-Cells ebenfalls kräftig anziehen.
Nach überzeugenden Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr gelang auch AIXTRON (
ISIN DE000A0WMPJ6 /
WKN A0WMPJ ) der Sprung in die Spitzengruppe, wobei der Wert am Ende mit einem Kursplus von telweise mehr als 10 Prozent das Zepter übernehmen konnte. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz um 10 Prozent auf 302,9 Mio. Euro. Dank des positiven Hebeleffekts durch steigende Umsätze, einem stärkeren durchschnittlichen US-Dollar/Euro-Wechselkurs sowie hohen sonstigen betrieblichen Erträgen stieg das Betriebsergebnis um 93 Prozent auf 62,7 Mio. Euro. Die EBIT-Marge des Gesamtjahres 2009 betrug 21 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent). Das Nettoergebnis des Konzerns belief sich auf 44,8 Mio. Euro und war damit fast doppelt so hoch wie die 23,0 Mio. Euro in 2008.
Daneben waren auch beim Biotechnologiekonzern Evotec AG (
ISIN DE0005664809 /
WKN 566480 ) Zugewinne von zeitweise mehr als 3,5 Prozent auszumachen. Am Morgen hatte der Konzern zwei wichtige Meilensteine in ihrer integrierten Entwicklungsallianz mit dem schweizerischen Pharmakonzern Roche (
ISIN CH0012032113 /
WKN 851311 ) in der Indikation "behandlungsresistente Depression" bekannt gegeben. Am Ende reichte es hier allerdings nur für ein leichtes Kursplus.
Deutlich unter Druck befanden sich hingegen Anteilsscheine von JENOPTIK(
ISIN DE0006229107 /
WKN 622910 ). Am Vorabend hatte der Konzern in der Konzernsparte Verkehrstechnik einen Großauftrag über 12 Mio. Euro vermelden können. Um diesen und zukünftige Aufträge sowie das weitere Wachstum des Konzerns zu finanzieren, wurde eine Kapitalerhöhung beschlossen. Am heutigen Tag teilte der Konzern mit, dass die neuen Aktien bei institutionellen Investoren platziert werden konnten, wobei der Emissionserlös auf mehr als 22 Mio. Euro beziffert wurde. Daraufhin konnte der Wert seine Abschläge von zeitweise mehr als 6 Prozent leicht reduzieren, musste aber am Ende mit der roten Laterne vorlieb nehmen. Deutliche Abschläge waren außerdem bei Conergy, Nordex und WireCard auszumachen.
DAX: 5.936,72 (+0,86 Prozent) MDAX: 7.926,49 (+1,28 Prozent) SDAX: 3.782,80 (+0,33 Prozent) TecDAX: 843,67 (+1,67 Prozent) (10.03.2010/ac/n/m)