Börse Frankfurt Schluss: Massive Verluste, US-Daten bela.


04.02.10 18:02
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen US-Arbeitsmarktdaten und Sorgen vor den Schuldenproblemen einiger EU-Mitgliedsstaaten ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag kräftig abgerutscht.
Nach anfänglichen Gewinnen brach der DAX am Ende um 2,45 Prozent ein auf 5.533,24 Indexpunkte. Für den MDAX ging es um 2,83 Prozent in die Tiefe auf 7.458,38 Zähler. Der SDAX verlor daneben 1,48 Prozent auf 3.628,74 Stellen. Gleichzeitig bröckelte der TecDAX um 3,06 Prozent ab auf 797,36 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,43 Prozent auf 123,74 Punkte. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) am Mittag bekannt gab, sind die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Dezember zurückgegangen. Demnach sank der Auftragseingang nach vorläufigen Berechnungen preis- und saisonbereinigt um 2,3 Prozent. Im Vormonat waren sie abwärts revidiert um 2,7 Prozent gestiegen. Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank das Zinsniveau bestätigt.

An der Wall Street hatten zum Xetra-Schluss klar die Bären Oberwasser. Die breiten US-Indizes lagen mit bis zu 2 Prozent im Minus. Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Vorwoche überraschend verschlechtert. Demnach erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 8.000 auf 480.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld einen Rückgang auf 455.000 prognostiziert hatten. In diesem Zusammenhang standen zuletzt auch Rohstoffwerte massiv unter Druck. Außerdem hat sich die US-Produktivität im vierten Quartal 2009 weniger deutlich als erwartet erhöht. Dagegen ist der Auftragseingang für Industriegüter im Dezember stärker angewachsen als von Volkswirten prognostiziert. Unternehmensseitig sorgen insbesondere die Ergebnisse des Kreditkartenkonzerns MasterCard für Unmut. Die besser als erwarteten Zahlen von Cisco Systems und Visa werden dagegen nur am Rande wahrgenommen. Am Freitag dann dürfte der große US-Arbeitsmarktbericht für Furore sorgen. Zahlen kommen unter anderem von Aetna, BG Group, British Airways, NTT, Panasonic, Syngenta und Weyerhaeuser.

Die Aktie der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008 / WKN 514000 ) schloss nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt mit 4,2 Prozent im Minus. Die Großbank konnte im Gesamtjahr 2009 in die Gewinnzone zurückkehren und einen hohen Milliardengewinn erwirtschaften. Der Nachsteuergewinn stieg demnach auf 5,0 Mrd. Euro, gegenüber einem Verlust von 3,9 Mrd. Euro im Vorjahr. Im vierten Quartal 2009 erzielte die der deutsche Branchenprimus einen Gewinn nach Steuern von 1,3 Mrd. Euro. Dem steht ein Verlust nach Steuern von 4,8 Mrd. Euro im Vorjahresquartal gegenüber. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für 2009 eine Dividende von 0,75 (2008: 0,50) Euro je Aktie vor. Papiere der Commerzbank sackten am DAX-Ende um 5,2 Prozent ab.

Daneben kamen mitunter ThyssenKrupp um 5,1 Prozent, BASF um 4,5 Prozent und die Deutsche Post um 4 Prozent zurück. Daimler büßten 3,6 Prozent ein. Dabei ist der Autobauer erfolgreich in das neue Jahr gestartet. Demnach wurden bei Mercedes-Benz Cars im Januar insgesamt 72.600 Modelle abgesetzt, was einem Plus von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Gestützt auf eine positive Analystenstudie gaben Titel der Deutschen Börse lediglich 0,3 Prozent ab. Gewinner waren im DAX indes nicht auszumachen.

Der im MDAX gelistete Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914 ) kann im Streit um den Militärtransporter A400 offenbar auf mehr Geld hoffen. Wie in der Presse zu lesen war, seien die Staaten offenbar doch bereit, unter dem Strich mehr als die zuletzt genannte Nachzahlung von 2 Mrd. Euro zu leisten. Der endgültige Abschluss der Verträge könnte sich aber noch bis Ende Februar verzögern. Wie EADS bekannt gab, hat Hong Kong Airlines mit Airbus eine Absichtserklärung zum Kauf von sechs A330-200 unterzeichnet. EADS gaben 2,4 Prozent ab. Pfleiderer (ISIN DE0006764749 / WKN 676474 ) konnten um 0,6 Prozent vorrücken. Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital in Höhe von knapp 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals beschlossen.

Im TecDAX fiel die Aktie der Software AG (ISIN DE0003304002 / WKN 330400 ) um 5,9 Prozent zurück. Der Konzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbuchen können. Der Gesamtumsatz stieg um 18 Prozent auf 847,4 Mio. Euro. Beim Nettogewinn wurde ein Anstieg auf 140,8 Mio. Euro verzeichnet (Vorjahr: 115,9 Mio. Euro). Für 2010 erwartet die Software AG unter anderem aufgrund der Integration von IDS Scheer weitere Zuwächse und geht von einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen 25 und 30 Prozent aus. Zusätzlich soll der Gewinn nach Steuern um 8 bis 12 Prozent erhöht werden. SMA Solar (ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J ) gaben 6,2 Prozent ab. Wie der Solartechnikkonzern erklärte, wurde gegen seinen Finanzvorstand Pierre-Pascal Urbon ein Ermittlungsverfahren im privaten Bereich eingeleitet. Den Angaben zufolge bestreitet Urbon die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Um jede erdenkliche negative Auswirkung auf die SMA zu vermeiden, habe er darum gebeten, bis zum Abschluss der Ermittlungen beurlaubt zu werden. Daneben bröckelten Roth & Rau (ISIN DE000A0JCZ51 / WKN A0JCZ5 ) um 4,7 Prozent ab. Dabei hat der Konzern mit einem chinesischen Unternehmen ein Joint Venture-Abkommen über die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Herstellung von CdTe-Solarmodulen in China geschlossen. Der Laserspezialist Rofin-Sinar (ISIN US7750431022 / WKN 902757 ) musste im ersten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbuchen. Die Erlöse sanken um 13 Prozent auf 93,0 Mio. Dollar. Der Gewinn nach Steuern schrumpfte auf 3,6 (Vorjahr: 7,6) Mio. Dollar. Der Wert gab 0,8 Prozent ab.

DAX: 5.533,24 (-2,45 Prozent) MDAX: 7.458,38 (-2,83 Prozent) SDAX: 3.628,74 (-1,48 Prozent) TecDAX: 797,36 (-3,06 Prozent) (04.02.2010/ac/n/m)


 

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