Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Angst vor Staatspleiten in der EU hat den deutschen Aktien auch am letzten Handelstag der Woche zugesetzt. Der
DAX verlor am Ende 1,79 Prozent auf 5.434,34 Punkte.
Im Wochenvergleich bedeutet dies ein Minus von 3,1 Prozent. Für den MDAX ging es um 2,89 Prozent nach unten auf 7.243,13 Stellen. Der SDAX fiel daneben um 1,46 Prozent zurück auf 3.575,85 Zähler. Außerdem bröckelte der TecDAX um 2,69 Prozent ab auf 775,94 Zähler. Der Bund Future gewann zuletzt 0,36 Prozent auf 124,15 Punkte.
Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie (BMWi) ist die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im Dezember in Deutschland zurückgegangen. Demnach sank die Erzeugung nach vorläufigen Berechnungen preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent. Im Vormonat hatte sie um 0,7 Prozent zugenommen.
Wie am Nachmittag bekannt wurde, ist die Zahl der Beschäftigten in den USA im Januar außerhalb der Landwirtschaft um 20.000 Personen gegenüber dem Vormonat gefallen. Volkswirte hatten hingegen einen Stellenaufbau um 15.000 Beschäftigte erwartet. Dagegen ist die Arbeitslosenquote überraschend um 0,3 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent gefallen. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand gerechnet. Die US-Börsen haben sich zum Xetra-Schluss mäßig schwächer gezeigt. Bei den Konjunkturdaten dürfte am Montag in Deutschland der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Aufmerksamkeit finden. Zahlen werden unter anderem von CVS Caremark, Dyckerhoff, Electronic Arts, Hasbro, Loews und QIAGEN erwartet.
Henkel gewannen an der Indexspitze 0,2 Prozent. Die Aktie der Deutschen Telekom (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) verlor 0,3 Prozent und hielt sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt. Einem Pressebericht zufolge prüft der Konzern einen Börsengang der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA. Demnach habe es bereits erste Gespräche mit der Deutschen Bank (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) und anderen Kreditinstitute gegeben, die als mögliche Underwriter für den Börsengang fungieren sollen. Als weitere Optionen für die US-Mobilfunksparte werde auch ein Spin-Off von T-Mobile USA in eine selbständige Geschäftseinheit erwogen. Mit einer Abtrennung von T-Mobile USA wolle die Deutsche Telekom einerseits neue Wachstumsperspektiven für die Konzernsparte erschließen, andererseits wolle man den Aktionären einen Gefallen tun. Linde gaben lediglich 0,4 Prozent ab. Wie zuvor bekannt wurde, will der US-Industriegase-Konzern Air Products (
ISIN US0091581068 /
WKN 854912 ) den heimischen Konkurrenten Airgas (
ISIN US0093631028 /
WKN 872942 ) für insgesamt rund 7 Mrd. Dollar übernehmen.
Am DAX-Ende fielen Infineon um 3,7 Prozent zurück. Daneben verloren Bayer 3,2 Prozent, die Deutsche Börse 2,6 Prozent und die Deutsche Lufthansa 2,5 Prozent. BMW (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) gingen mit -1,4 Prozent in das Wochenende. Der Münchner Autobauer konnte seinen Absatz in China zu Jahresbeginn deutlich steigern. Demnach wurden im Januar 11.919 Fahrzeuge der Marken BMW und MINI im Reich der Mitte abgesetzt, was einem Zuwachs von 122 Prozent entspricht.
Im MDAX bröckelten KlöCo um fast 7 Prozent ab. Der Bahntechnikkonzern Vossloh (
ISIN DE0007667107 /
WKN 766710 ) gab bekannt, dass er den Erwerb des Schienendienstleistungsgeschäfts vollzogen hat. Der Zukauf umfasse sieben deutsche Standorte, die sich vor allem auf komplexe Lösungen für das Verschweißen und die Logistik sowie die präventive Pflege von Schienen spezialisiert hätten. Vossloh büßen 5,3 Prozent ein. Bilfinger Berger (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ) kamen daneben um 5,2 Prozent zurück. Dabei hat der Baukonzern mit der Westdeutschen Landesbank, der AXA Gruppe und dem IVG Konzern Dienstleistungsverträge im Gesamtvolumen von 70 Mio. Euro geschlossen. Wie außerdem bekannt wurde, hat der Mitbewerber HOCHTIEF (
ISIN DE0006070006 /
WKN 607000 ) weitere Aufträge im Gesamtvolumen von 301 Mio. Euro an Land gezogen. Dennoch gaben HOCHTIEF 3,7 Prozent ab.
Der Billigflieger Air Berlin (
ISIN GB00B128C026 /
WKN AB1000 ) musste im Januar einen Passagierrückgang hinnehmen. Demnach wurden insgesamt 1.880.669 Gäste befördert, was einem Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Die Auslastung der Flotte sank um 0,3 Prozentpunkte auf 69,1 Prozent. Air Berlin verloren im SDAX 2,7 Prozent. Papiere der comdirect bank (
ISIN DE0005428007 /
WKN 542800 ) verloren 0,8 Prozent. Der Onlinebroker musste im Januar einen leichten Rückgang bei der Zahl der Wertpapierorders ausweisen.
Roth & Rau (
ISIN DE000A0JCZ51 /
WKN A0JCZ5 ) rauschten im TecDAX um 5,5 Prozent in die Tiefe. Wie der Konzern mitteilte, übernimmt er von der niederländischen OTB Group sämtliche Anteile an deren Tochtergesellschaft OTB Solar. Der Kaufpreis wurde mit 35,5 Mio. Euro (inkl. Übernahme Finanzverbindlichkeiten) beziffert und wird in Höhe von 30 Mio. Euro durch die Ausgabe neuer Roth & Rau-Aktien, als Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, geleistet. Das Biotech-Unternehmen QIAGEN (
ISIN NL0000240000 /
WKN 901626 ) und der US-Pharmakonzern Pfizer (
ISIN US7170811035 /
WKN 852009 ) haben am Donnerstag eine Vereinbarung zur Entwicklung eines begleitenden Diagnostik-Tests für einen in der Entwicklung befindlichen Impfstoff zur Immuntherapie für die Behandlung von Glioblastoma multiforme (GBM) bekannt gegeben. Den Angaben zufolge ist GBM die häufigste bösartige primäre Hirntumorerkrankung bei Erwachsenen. QIAGEN schlossen 2,9 Prozent schwächer. Am Indexende rangierten AIXTRON mit einem Minus von 6,5 Prozent.
DAX: 5.434,34 (-1,79 Prozent) MDAX: 7.243,13 (-2,89 Prozent) SDAX: 3.575,85 (-1,46 Prozent) TecDAX: 775,94 (-2,69 Prozent) (05.02.2010/ac/n/m)