Börse Frankfurt Schluss: Im Minus, US-Vorgaben belasten


15.03.10 18:04
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus New York hat sich der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Für den DAX ging es am Ende um 0,70 Prozent nach unten auf 5.903,56 Punkte.
Der MDAX gab daneben 0,95 Prozent ab auf 7.851,36 Zähler. Der SDAX stieg indes um 0,55 Prozent auf 3.798,25 Stellen. Der TecDAX verlor 0,82 Prozent auf 827,09 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,11 Prozent auf 122,69 Zähler.

Die Betriebe des deutschen Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten haben im Januar einen weiteren Beschäftigungsrückgang ausgewiesen. Dies gab das Statistische Bundesamt bekannt. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Zahl der Beschäftigten um rund 251.500 Personen bzw. 4,9 Prozent auf knapp 4,9 Millionen per Ende Januar.

Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 0,8 Prozent im Minus. Hintergrund sind Sorgen vor einer Rating-Abstufung der weltgrößten Volkswirtschaft. Unterdessen hat die Federal Reserve Bank of New York für März eine Verschlechterung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York ermittelt. Demnach verringerte sich der Empire State Manufacturing Index auf 22,9 Punkte, während Volkswirte sogar mit einem Rückgang auf 22,00 Zähler gerechnet hatten. Für Februar war ein Stand von 24,91 Punkten ausgewiesen worden. Daneben ist die US-Industrieproduktion im Februar mit vermindertem Tempo gestiegen. Der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger lag um 0,1 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Januar noch um 0,9 Prozent geklettert war. Volkswirte hatten einen unveränderten Output prognostiziert. Zudem wuchs die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 72,7 Prozent, während die Prognose auf 72,5 Prozent gelautet hatte.

Am Dienstag stehen Inflationsdaten aus der EU und die ZEW Konjunkturerwartungen auf dem Programm. Ferner werden in den USA die Wohnbaubeginne und -genehmigungen, die Ein- und Ausfuhrpreise und am Abend die Zinsentscheidung der Fed erwartet. Zahlen kommen unter anderem von der Deutschen Bank, der Deutschen Post, freenet und der Österreichischen Post.

Papiere des Dialysespezialisten FMC gewannen gegen den schwachen Trend als DAX-Spitzenreiter 1,2 Prozent. Dahinter zogen Fresenius ebenfalls um 1,2 Prozent und METRO um 0,8 Prozent an. RWE (ISIN DE0007037129 / WKN 703712 ) schlossen leicht positiv. Vorstandschef Jürgen Großmann hat sich in einem Presseinterview für eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten bei Atomkraftwerken ausgesprochen. In diesem Zusammenhang verwies der Manager auf die deutlich längeren Laufzeiten in anderen Ländern: International üblich seien 50 bis 60 Jahre, in den USA sogar 80 Jahre. Deutschland sei mit seinen 32 Jahren die einsame Ausnahme. Titel des Mitbewerbers E.ON gaben 0,7 Prozent ab.

Die Aktie der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008 / WKN 514000 ) fiel um 0,6 Prozent zurück. Wie in der Presse zu lesen war, gibt der Finanzkonzern angesichts der absehbaren regulatorischen Herausforderungen dem Aufbau zusätzlichen Kapitals absoluten Vorrang vor einer hohen Ausschüttung. Die Deutsche Bank habe der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2009 eine Anhebung der Dividende von 50 auf 75 Cent je Aktie vorgeschlagen, was nicht einmal 10 Prozent ihres Gewinns von 5 Mrd. Euro entspricht. Vor der Finanzkrise war auf mittlere Sicht eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent in Aussicht gestellt worden. Von dieser Politik gebe es keine grundsätzliche Abkehr. Zudem haben die Frankfurter den Erwerb der Sal. Oppenheim Gruppe abgeschlossen. Der Kaufpreis wurde bar bezahlt und beläuft sich exklusive der weiterveräußerten BHF Asset Servicing auf 1,0 Mrd. Euro.

MAN (ISIN DE0005937007 / WKN 593700 ) bröckelten um 2,4 Prozent ab. Finanzchef Frank Lutz hat sich für eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung ausgesprochen. "Abhängig von der Lage müssen wir im Sommer überlegen, ob wir die Kurzarbeit über Anfang 2011 verlängern wollen", sagte der neue MAN-Finanzchef in einem Presseinterview. Das werde aber ein Thema sein, dass dann politisch entschieden werden müsse. Infineon fielen als Schlusslicht um 2,9 Prozent zurück.

Für Krones (ISIN DE0006335003 / WKN 633500 ) ging es im MDAX um 0,4 Prozent nach unten. Der Abfüllanlagenhersteller hat im Jahr 2009 aufgrund der globalen Wirtschaftskrise und der sinkenden Nachfrage im Verpackungsmaschinenmarkt einen Verlust ausweisen müssen. Der Konzernumsatz fiel gegenüber dem Rekordjahr 2008 um 22 Prozent auf 1,87 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis verschlechterte sich auf -34,5 Mio. Euro, nach 106,5 Mio. Euro im Vorjahr. Krones erwartet für das erste Halbjahr 2010 eine Trendumkehr und damit einhergehend für das Geschäftsjahr 2010 ein Umsatzwachstum von 5 Prozent bis 15 Prozent sowie die Rückkehr zu nennenswerten positiven Ergebnissen. Am Indexende stachen Sky mit einem Minus von 3,7 Prozent ins Auge. Auf der Gegenseite kletterten MLP um 2,5 Prozent.

Stärkster Wert im TecDAX war Q-Cells mit einem Plus von 2,5 Prozent. Daneben verfestigten sich SMA Solar um 1,4 Prozent und Carl-Zeiss um 1,1 Prozent. Nordex (ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655 ) gaben 0,3 Prozent ab. Der Windanlagenspezialist hat mit FFC Energy eine Vereinbarung über die Lieferung eines 50-MW-Windkraftwerks für den in der pakistanischen Provinz Sindh gelegenen Windpark "Jhimpir" geschlossen. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht genannt. MorphoSys (ISIN DE0006632003 / WKN 663200 ) kamen um 1,8 Prozent zurück. Dabei hat der Biotechnologiekonzern vom japanischen Patentamt ein neues Patent erhalten, das seine Kerntechnologie HuCAL schützt. SMARTRAC (ISIN NL0000186633 / WKN A0JEHN ) verloren daneben 2,9 Prozent. Der Hersteller und Zulieferer von RFID-Komponenten hat im Jahr 2009 das Vorjahresergebnis deutlich verfehlt. Die Erlöse stiegen um 14 Prozent auf 127,9 Mio. Euro. Der Konzern-Jahresüberschuss schrumpfte um 63 Prozent auf 5,1 Mio. Euro.

DAX: 5.903,56 (-0,70 Prozent) MDAX: 7.851,36 (-0,95 Prozent) SDAX: 3.798,25 (+0,55 Prozent) TecDAX: 827,09 (-0,82 Prozent) (15.03.2010/ac/n/m)


 

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