Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte tendierten heute mehrheitlich in negativem Terrain.
Als Belastungsfaktoren erwiesen sich nach wie vor der Libyen-Konflikt, die weiter schwelende EU-Schuldenkrise und die prekäre Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Der
DAX (
ISIN DE0008469008 /
WKN 846900 ) gab zuletzt um 0,06 Prozent nach auf 6.934,44 Punkte. Der MDAX (
ISIN DE0008467416 /
WKN 846741 ) kletterte derweil 0,18 Prozent nach oben auf 10.219,34 Stellen. Für den SDAX (
ISIN DE0009653386 /
WKN 965338 ) ging es um 0,18 Prozent nach unten auf 5.080,90 Zähler, während der TecDAX (
ISIN DE0007203275 /
WKN 720327 ) 0,59 Prozent einbüßte auf 915,61 Punkte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,21 Prozent auf 121,43 Zähler, während der Euro 0,07 Prozent auf 1,4083 Dollar zulegte.
An der Wall Street zeichnet sich nach einem schwachen Start inzwischen ein freundlicheres Bild ab. Die US-Indizes liegen derzeit mit bis zu 0,67 Prozent im Plus. Am morgigen Mittwoch werden unter anderem in Deutschland die Zahlen zum DIW-Konjunkturbarometer veröffentlicht. In der EU stehen die Geschäfts- und Verbraucherstimmung zur Veröffentlichung an. In den USA werden die Zahlen zum ADP-Arbeitsmarktbericht sowie die MBA-Hypothekenanträgen publiziert.
Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im März 2011 weiter erhöht. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, wird sich der Verbraucherpreisindex voraussichtlich um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen. Daneben werden die Lebenshaltungskosten binnen Monatsfrist voraussichtlich um 0,5 Prozent ansteigen. Wie in den vergangenen Monaten wird die Teuerungsrate maßgeblich durch starke Preiserhöhungen bei Energieprodukten bestimmt. Insbesondere die Preise für leichtes Heizöl und Kraftstoffe sind erneut gegenüber Februar 2011 gestiegen.
An der Spitze im DAX präsentierten sich Anteilsscheine von Bayer (
ISIN DE000BAY0017 /
WKN BAY001 ) mit einem Plus von 2,3 Prozent. In einem Interview hatte Konzernchef Marijn Dekkers eine deutliche Ausweitung der Investitionen in den Schwellenländern angekündigt. Damit wolle man den Umsatz in den so genannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China von derzeit 5,5 Mrd. Euro bis 2015 auf rund 10 Mrd. Euro steigern. Bei der Deutschen Lufthansa und der Deutschen Telekom waren leichte Zugewinne auszumachen. Anteilsscheine von Siemens (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) gingen nahezu unverändert aus dem Handel. Der Technologiekonzern gab gestern Abend bekannt, dass er einen vierten Sektor Infrastructure & Cities gründet. Zudem kündigte der Konzern den Börsengang der Lichttochter Osram an. Siemens beabsichtigt, langfristig als Ankeraktionär an Osram beteiligt zu bleiben. Wenig gefragt waren Anteilsscheine der Commerzbank, die am Indexende mehr als 4 Prozent abgaben. METRO, Allianz und Infineon tendierten mit Abschlägen von über 1 Prozent.
Im MDAX waren Aktien von HUGO BOSS (
ISIN DE0005245534 /
WKN 524553 ) mit einem Plus von 5,8 Prozent an der Spitze zu finden. Der Konzern konnte im Jahr 2010 mit neuen Bestmarken bei Umsatz und Gewinn aufwarten. Ferner rechnet man mit einem zweistelligen Wachstum von Konzernumsatz und -ergebnis in 2011. ElringKlinger (
ISIN DE0007856023 /
WKN 785602 ) konnte Zugewinne von rund 2 Prozent ausweisen. Der Automobilzulieferer meldete, dass er sich von den Auswirkungen der Absatzkrise der internationalen Fahrzeugindustrie gut erholt hat und das Periodenergebnis im Geschäftsjahr 2010 fast verdoppeln konnte. Der Konzern geht davon aus, bis 2012 die vor der Krise erzielte EBIT-Marge in der Spanne von 16 bis 18 Prozent wieder zu erreichen.
Deutsche Wohnen (
ISIN DE000A0HN5C6 /
WKN A0HN5C ) konnte derweil im abgelaufenen Fiskaljahr mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwarten. So hat der Konzern das Geschäftsjahr 2010 mit einem positiven Konzernergebnis von 23,8 Mio. Euro abgeschlossen (Vorjahr: -13,3 Mio. Euro). Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern konnte von 18,6 Mio. Euro auf 33,7 Mio. Euro sogar nahezu verdoppelt werden. Zuletzt büßte der Wert allerdings 2,7 Prozent ein. Ein halbes Prozent nach unten ging es für den Anteilschein von Celesio (
ISIN DE000CLS1001 /
WKN CLS100 ). Der Pharmagroßhändler hat seine Wandelanleihe erfolgreich platziert. Aktien von Continental (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) gaben 1,4 Prozent ab. Wie der Automobilzulieferer mitteilte, hat er die 2012 fälligen Kreditlinien vorzeitig refinanziert.
Im TecDAX konnte Wirecard an der Spitze um rund 3 Prozent anziehen. Carl-Zeiss und SolarWorld wiesen Zugewinne von 1,4 bzw. 1,1 Prozent auf. Papiere von Pfeiffer Vacuum (
ISIN DE0006916604 /
WKN 691660 ) gaben hingegen über 3 Prozent nach. Der Konzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung aufwarten und kündigte im Anschluss eine kräftige Dividendenerhöhung an. Anteile von Q-Cells (
ISIN DE0005558662 /
WKN 555866 ) brachen um mehr als 5 Prozent ein. Das Photovoltaikunternehmen hat nach der im vergangenen März 2010 eingeleiteten strategischen Neuausrichtung das Geschäftsjahr 2010 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. So wuchsen die Umsatzerlöse um 70 Prozent auf 1,35 Mrd. Euro. Das Ergebnis nach Steuern (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) betrug 90,9 Mio. (2009: -370,8 Mio.) Euro; inklusive des Ergebnisanteils aufgegebener Geschäftsbereiche belief sich das Jahresergebnis auf 18,9 Mio. (2009: -1,34 Mrd.) Euro. Für das Jahr 2011 strebt Q-Cells einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau an, hieß es weiter. Nordex (
ISIN DE000A0D6554 /
WKN A0D655 ) gaben indes 4,5 Prozent ab. Der Windenergieanlagenbauer hat seine am Vorabend angekündigte Kapitalerhöhung aus Genehmigtem Kapital erfolgreich abgeschlossen.
DAX: 6.934,44 (-0,06 Prozent) MDAX: 10.219,34 (+0,18 Prozent) SDAX: 5.080,90 (-0,18 Prozent) TecDAX: 915,61 (-0,59 Prozent)
(29.03.2011/ac/n/m)