Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat einen schlechten Start in die Woche erwischt. Der DAX konnte seine Verluste im Tagesverlauf etwas begrenzen und gab am Ende 0,96 Prozent ab auf 4.866,91 Punkte.
Für die zweite Reihe lief es bedeutend schlechter. Der MDAX brach um 3,78 Prozent ein auf 5.684,85 Zähler. Der SDAX sackte um 1,46 Prozent ab auf 2.818,51 Punkte. Der TecDAX verlor daneben 3,02 Prozent auf 603,49 Zähler. Der Bund Future gewann zuletzt 0,55 Prozent auf 120,93 Punkte. Wie das Statistische Bundesamt am Morgen bekannt gab, sank der Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes im März real um 22,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wies der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe saison- und arbeitstäglich bereinigt einen Anstieg von 1,5 Prozent aus.
An der Wall Street waren zum Xetra-Schluss klar die Bären in der Überzahl. Medienberichten zufolge soll der von der US-Regierung durchgeführte "Stress-Test" geschönt sein, um den Finanzierungsbedarf der 19 untersuchten Geldhäuser möglichst gering zu halten. Außerdem haben die drei Finanzkonzerne U.S. Bancorp, Capital One und BB&T Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe angekündigt.
Am Abend dürften insbesondere die Zahlen der Deutschen Börse für Aufsehen sorgen. Am Dienstag stehen in Deutschland dann die Verbraucher- und die Großhandelspreise auf dem Programm. In den USA wird die Handelsbilanz für März erwartet. Zahlen kommen unter anderem von EADS, Fraport, KUKA, Douglas und Q-Cells.
Für die Aktie der Commerzbank ging es am DAX-Ende um 6,7 Prozent in die Tiefe. Einem Pressebericht zufolge will der Finanzkonzern eine weitere staatlich garantierte Anleihe emittieren. Sollte es zu einer Emission kommen, werde das Volumen sicherlich "Benchmark-Niveau" haben und womöglich bei 2 oder 3 Mrd. Dollar liegen. Mit der Eintragung ins Handelsregister wurde außerdem die Übernahme der Dresdner Bank offiziell abgeschlossen. Das Papier der Deutschen Bank gewann gegen den Trend 0,4 Prozent.
Der Münchner Autobauer BMW hat einem Pressebericht zufolge einer Allianz mit dem Wettbewerber Daimler offenbar eine Absage erteilt. Demnach habe sich BMW sowohl gegen eine lange geplante Motorenkooperation mit Mercedes als auch gegen eine Zusammenarbeit der Finanztöchter beider Premium-Automobilhersteller entschieden. BMW (-4,4 Prozent) und Daimler (-3,1 Prozent) kamen daraufhin gehörig unter die Räder. Volkswagen schlossen mit 1,7 Prozent im Minus.
ThyssenKrupp und Salzgitter verloren daneben 4,4 bzw. 4,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, schrumpfte die Produktion von Rohstahl und Roheisen deutscher Hüttenwerke im April binnen Jahresfrist um jeweils mehr als 50 Prozent. Seit Bestehen der Bundesrepublik hat es so starke Rückgänge noch nicht gegeben. Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa kamen um 3,7 Prozent zurück. Einem Zeitungsbericht zufolge muss die Fluggesellschaft um die Übernahme des österreichischen Konkurrenten Austrian Airlines bangen. Demnach seien zu wenige der AUA-Aktionäre bereit, ihre Anteile an die Lufthansa zu verkaufen.
Im MDAX verloren Papiere von LEONI 2,9 Prozent. Wie der Spezialist für Draht-, Kabel- und Bordnetz-Systeme bekannt gab, wurde die Geschäftsentwicklung zum Jahresauftakt durch die verschärfte weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise wie erwartet stark belastet. Im Auftaktquartal ging der Umsatz um 36 Prozent auf 492 Mio. Euro zurück. Dabei wurde ein Konzernfehlbetrag von 49,7 Mio. Euro ausgewiesen, gegenüber einem Plus von 20 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aktie von TUI hat ihre Verluste im Verlauf deutlich ausgeweitet und schloss mit 13,6 Prozent im Minus. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern hat im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings profitierte das Ergebnis maßgeblich vom mehrheitlichen Verkauf der Hapag-Lloyd AG. Nach einem Verlust von rund 279 Mio. Euro im Vorjahr wurde aufgrund des Buchgewinns in Höhe von 990 Mio. Euro infolge der Desinvestition der Schifffahrt ein Konzerngewinn von rund 415 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Erlöse im Kerngeschäft Touristik sanken um knapp 15 Prozent auf rund 3,1 Mrd. Euro. Kein Halten kannten Arcandor (-15,2 Prozent). Stefan Herzberg, der Chef der Kaufhauskette Karstadt, hat in einem Zeitungsinterview für staatliche Bürgschaften für den angeschlagenen Kaufhauskonzern geworben.
Nach einer negativen
Analystenstudie sackten Infineon im TecDAX um 10,4 Prozent ab. Drägerwerk und SOLON fielen daneben um 9,5 bzw. um 8,3 Prozent zurück. Die beiden Solarschwergewichte Q-Cells und SolarWorld büßten jeweils knapp 6 Prozent ein. Conergy gewannen als Spitzenreiter 9,9 Prozent.
DAX: 4.866,91 (-0,96 Prozent) MDAX: 5.684,85 (-3,78 Prozent) SDAX: 2.818,51 (-1,46 Prozent) TecDAX: 603,49 (-3,02 Prozent) (11.05.2009/ac/n/m)