Börse Frankfurt Schluss: Späte Erholung, FMC im Aufwind


22.03.10 18:03
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf leicht US-Vorgaben hat der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag zur Erholung angesetzt. Der DAX schloss am Ende mit 0,08 Prozent im Plus bei 5.987,50 Punkten.
Zeitweise belief sich der Abschlag auf 1,2 Prozent. Für den MDAX ging es um 0,18 Prozent nach oben auf 7.975,87 Zähler. Der SDAX gab indes 0,22 Prozent ab auf 3.777,47 Stellen. Der TecDAX verlor 0,36 Prozent auf 816,02 Punkte. Der Bund Future gewann zuletzt 0,30 Prozent auf 123,56 Zähler.

Die breiten US-Indizes lagen zum Handelsschluss in Deutschland mit bis zu 0,6 Prozent vorne. Zu den Favoriten zählen Werte aus dem Gesundheitsbereich, nachdem sich US-Präsident Barack Obama mit der in den USA heftig umstrittenen Gesundheitsreform durchsetzen konnte. Wie außerdem bekannt wurde, hat die Federal Reserve Bank of Chicago für Februar eine deutliche Abnahme beim National Activity Index ermittelt. Am Dienstag stehen in den USA die Verkäufe bestehender Häuser auf dem Programm. Zahlen kommen unter anderem von Adobe Systems, Ambac Financial, Cairn Energy, Carnival, Celesio, Darden Restaurants, KB Home, Legal & General, Pfeiffer Vacuum, Progress Software, Raiffeisen International Bank, Rheinmetall und Walgreen.

Gestützt auf die positiven Sektorenvorgaben aus den USA gewannen Titel des Dialysespezialisten FMC an der DAX-Spitze 3,2 Prozent. Henkel (ISIN DE0006048432 / WKN 604843 ) zogen um 1,5 Prozent an. Der Konsumgüterkonzern will seine Verschuldung um weitere 300 Mio. Euro reduzieren und seine Bonität weiter verbessern. "Wir gehen davon aus, dass es uns 2010 gelingen wird, die Verschuldung zu senken und gleichzeitig den operativen Cash-Flow im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen", kündigte Finanzvorstand Lothar Steinebach in einem Presseinterview an. Ziel sei es, in diesem Jahr wieder ein "A"-Rating (derzeit: "A -") zu erreichen. Größere Desinvestitionen zum Schuldenabbau schloss der Finanzchef aus. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern seine Verbindlichkeiten um 1 Mrd. Euro auf 2,8 Mrd. Euro abgebaut. Der Finanzvorstand zeigte sich außerdem zufrieden mit dem Start ins Jahr.

Für BMW (ISIN DE0005190003 / WKN 519000 ) ging es um 1,4 Prozent nach oben. Die Münchener haben vom US-amerikanischen Polizei- und Sicherheitsfahrzeughersteller Carbon Motors einen Großauftrag zur Lieferung von mehr als 240.000 Dieselmotoren erhalten. Vereinbart wurde die Lieferung von Reihensechszylinder Dieselmotoren inklusive Kühlungs- und Abgassystem sowie Automatikgetriebe. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Daneben hat auch der Mitbewerber Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) aus den USA einen Großauftrag erhalten. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, hat Daimler Trucks North America von der Durham School Services einen Auftrag zur Lieferung von insgesamt 288 Schulbussen vom Typ Saf-T-Liner EF erhalten. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Daimler schlossen gut behauptet. Die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125 / WKN 823212 ) zog leicht an. Wie der Konzern bekannt gab, hat sie der Vereinigung Cockpit in der laufenden Tarifrunde ein Angebot unterbreitet. Unterdessen hat die Vereinigung Cockpit erklärt, dass die Fortsetzung der Piloten-Streiks im Lufthansa Konzern beschlossen wurde.

Papiere der Commerzbank kamen um 0,5 Prozent zurück. Presseangaben zufolge will die FDP Banken bei Risikogeschäften mit einer Abgabe zur Kasse bitten. Dem Modell des FDP-Finanzmarktexperten Frank Schäffler zufolge sollen alle Kreditinstitute eine sogenannte Finanzmarktversicherungsprämie zahlen, die sich nach dem Risiko des Instituts richtet. Die Prämie solle an den Bankenrettungsfonds SoFFin fließen, der zu einer dauerhaften Rettungseinrichtung würde. Am Indexende rangierten ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 1,2 Prozent.

Wie in der Presse zu lesen war, verliert der im MDAX gelistete Finanzdienstleiser MLP (ISIN DE0006569908 / WKN 656990 ) offenbar seinen Vorstand Gerhard Frieg an den Versicherer Talanx. Der Weggang des Juristen Frieg, der seit 1987 bei MLP ist, werde bei dem Finanzvertrieb intern mit Sorge gesehen. MLP muss unter der Führung von Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg mit fallenden Umsätzen und Gewinnen kämpfen. MLP konnten leicht vorrücken. Spitzenreiter waren LANXESS mit einem satten Aufschlag von 8,4 Prozent. Sky gaben als Schlusslicht 2,9 Prozent ab.

Der Büroversandhändler TAKKT (ISIN DE0007446007 / WKN 744600 ) gab bekannt, dass er im Jahr 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Nachfrageflaute einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang verbuchen musste. Für das laufende Jahr wird die Rückkehr auf den Wachstumspfad erwartet. Den Angaben zufolge belief sich der Umsatz auf 731,5 Mio. Euro (-21,5 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich von 75,1 Mio. Euro auf 27,8 Mio. Euro. Der Wert gab im SDAX 0,7 Prozent ab. Für Titel des Zementherstellers Dyckerhoff (ISIN DE0005591036 / WKN 559103 ) ging es um 2,5 Prozent nach unten. Der Konzern hat anlässlich der Bilanzpressekonferenz einen verhaltenen Ausblick 2010 veröffentlicht. Wie Dyckerhoff erklärte, wird die Lage der Bauwirtschaften in den für das Unternehmen relevanten Märkten schwierig bleiben. Der Konzern rechnet für 2010 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Im Geschäftsjahr 2009 war im EBITDA ein Einmalertrag in Höhe von rund 20 Mio. Euro enthalten, deshalb gehe man für 2010 von einem Ergebnisrückgang aus. Die comdirect bank (ISIN DE0005428007 / WKN 542800 ) hat die vorläufigen Angaben zum Geschäftsjahr 2009 bestätigt, wonach das Vorjahresergebnis leicht verfehlt wurde. Die Aktie gewann 1,1 Prozent.

Titel des TecDAX-Rückkehrers SINGULUS fielen um 1,5 Prozent zurück. Am Indexende bröckelten aber Manz um 3,4 Prozent ab. Stärkster Wert war Conergy mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent.

Des Weiteren stand der Börsengang von Kabel Deutschland (ISIN DE000KD88880 / WKN KD8888 ) im Blick. Der erste Kurs lag am Morgen bei 22,50 Euro und damit über dem Ausgabepreis von 22,00 Euro. Der Wert schloss am Ende knapp über dem Ausgabepreis. Wie der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland mitteilte, wurden insgesamt 34,5 Millionen Aktien (einschließlich 4,5 Millionen aus einer Mehrzuteilungsoption) platziert. Mit einem Gesamtvolumen von ca. 760 Mio. Euro (einschließlich Mehrzuteilung) ist dies der größte IPO in Deutschland seit über zwei Jahren, hieß es.

DAX: 5.987,50 (+0,08 Prozent) MDAX: 7.975,87 (+0,18 Prozent) SDAX: 3.777,47 (-0,22 Prozent) TecDAX: 816,02 (-0,36 Prozent) (22.03.2010/ac/n/m)


 

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