Börse Frankfurt Schluss: Verluste, Fed-Entscheid erwartet


27.01.10 18:02
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank am Abend haben die deutschen Anleger Vorsicht walten lassen.
Der DAX gab nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt am Ende 0,45 Prozent ab auf 5.643,20 Punkte. Für den MDAX ging es um 1,03 Prozent nach unten auf 7.479,51 Zähler. Der SDAX konnte dagegen 0,18 Prozent zulegen auf 3.634,58 Stellen. Der TecDAX kam um 0,73 Prozent zurück auf 803,71 Zähler. Der Bund Future gewann zuletzt 0,05 Prozent auf 123,34 Stellen.

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2010 nach oben revidiert. Demnach wird nun im Jahresdurchschnitt 2010 ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Zuvor hatte die Prognose bei einem Plus von 1,2 Prozent gelegen.

Wie am Nachmittag bekannt wurde, hat sich die Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im Dezember deutlich reduziert. Laut Angaben des Commerce Department verringerte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 7,6 Prozent auf 342.000, wogegen Volkswirte einen Wert von 366.000 erwartet hatten. Die US-Börsen haben sich zum Xetra-Schluss dann auch etwas schwächer präsentiert. Im Dow Jones stach zuletzt insbesondere die Aktie von Caterpillar (ISIN US1491231015 / WKN 850598 ) mit einem Abschlag von über 6 Prozent ins Auge. Der Baumaschinenhersteller musste im vierten Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Während das bereinigte Ergebnis deutlich über den Prognosen lag, haben sowohl der Umsatz wie auch der Ausblick enttäuscht. Die Zahlen des Flugzeugbauers Boeing (ISIN US0970231058 / WKN 850471 ), der im vierten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg verbuchen konnte, wurden indes mit Begeisterung aufgenommen.

Um 20.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit steht die weltweit an den Finanzmärkten mit Spannung erwartete Zinsentscheidung der Fed auf dem Programm. Experten rechnen allerdings nicht mit einem Zinsschritt. Nachbörslich lassen unter anderem QUALCOMM und Symantec in ihre Bücher blicken Am Donnerstag werden Zahlen mitunter von 3M, Altria, Amazon, AstraZeneca, AT&T, Bristol-Myers Squibb, Colgate-Palmolive, Eastman Chemical, Eastman Kodak, Eli Lilly, Lockheed Martin, Loewe, Microsoft, Motorola, Nokia, Procter & Gamble, Raytheon, Time Warner Cable und US Airways erwartet. Ferner werden in Deutschland die ILO-Arbeitsmarktstatistik, der EU-Geschäftsklimaindex und in den USA die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, der Chicago Fed Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Die Aktie des Software-Herstellers SAP (ISIN DE0007164600 / WKN 716460 ) schloss mit einem leichten Plus. Wie zuvor bekannt wurde, musste der Konzern im Schlussquartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. Die Erlöse (US-GAAP) sanken um 9 Prozent auf 3,19 Mrd. Euro. Das Ergebnis (US-GAAP) aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Ertragsteuern fiel um 13 Prozent auf 0,75 Mrd. Euro. Für das Geschäftsjahr 2010 erwarten die Walldorfer, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-IFRS) ohne Berücksichtigung der Wechselkurse um 4 bis 8 Prozent steigen werden (2009: 8,2 Mrd. Euro). Ferner solle die operative Marge ohne Berücksichtigung der Wechselkurse bei 30 bis 31 Prozent liegen (2009: 27,4 Prozent).

An der Indexspitze gewannen BASF 1,1 Prozent. Ferner zogen Henkel um 0,6 Prozent und E.ON um 0,3 Prozent an. Auf der Gegenseite fielen Papiere der Commerzbank um 3,6 Prozent zurück. Daneben trennten sich die Anleger verstärkt von Volkswagen (-2,8 Prozent), Daimler (-2,8 Prozent) und MAN (-2,7 Prozent).

In Reihe zwei knickten Wacker Chemie (ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888 ) um 5,1 Prozent ein. Der Chemiekonzern hat im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen wie bereits erwartet weniger Umsatz und Ertrag erwirtschaftet. Die Umsatzerlöse sanken um knapp 14 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Sondereffekte von insgesamt rund 340 Mio. Euro werden zu einem negativen Konzernergebnis von rund -890 (2008: 438,3) Mio. Euro führen. Wenn sich die gegenwärtige konjunkturelle Erholung weiter fortsetze, habe Wacker damit gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr sowohl den Konzernumsatz als auch das Ergebnis wieder deutlich zu steigern, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Sky (ISIN DE000SKYD000 / WKN SKYD00 ) schossen als Spitzenreiter um 5,9 Prozent in die Höhe. Wie in der Presse zu lesen war, will der Bezahlfernsehsender seine Werbeumsätze offenbar deutlich steigern und damit neue Einnahmequellen schaffen. So sollen mittelfristig die Einnahmen aus der Fernsehwerbung auf rund 10 Prozent verdoppelt werden.

An der SDAX-Spitze tummelten sich C.A.T. oil (ISIN AT0000A00Y78 / WKN A0JKWU ) mit einem Plus von 6,5 Prozent. Wie der Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen bekannt gab, geht man gestärkt in das Geschäftsjahr 2010. Den Angaben zufolge nahm das Unternehmen im vierten Quartal erfolgreich an Ausschreibungen für Öl- und Gasfelddienstleistungen teil und erhielt neue Aufträge in Höhe von insgesamt 206 Mio. Euro. Der Energieversorger MVV Energie (ISIN DE000A0H52F5 / WKN A0H52F ) hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gut behaupten können und erstmals einen Umsatz von mehr als 3 Mrd. Euro erzielt. Beim bereinigten Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter wurde ein Plus von 98 Mio. Euro ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum auf vergleichbarer Basis ein Plus von 110 Mio. Euro verzeichnet hatte. Die Aktie schloss quasi unverändert.

SMA Solar (ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J ) brachen im TecDAX um 7,1 Prozent ein. Zeitweise lag der Wert mit über 11 Prozent im Minus. Auslöser war ein Presseinterview mit Vorstandschef Günther Cramer, in dem der Manager für das laufende Fiskaljahr vor zu hohen Erwartungen gewarnt und einen möglichen Margenrückgang in Aussicht gestellt hat. Allerdings gehe das Unternehmen davon aus, 2010 die Umsatzmilliarde zu knacken. Daneben kamen unter anderem SolarWorld um 5,2 Prozent und SMARTRAC um 3,4 Prozent zurück. MorphoSys (ISIN DE0006632003 / WKN 663200 ) gaben 0,6 Prozent ab. Wie der Biotechnologiekonzern erklärte, hat das japanische Pharmaunternehmen Shionogi (ISIN JP3347200002 / WKN 855648 ) seine bestehende Forschungslizenz erweitert, um die HuCAL PLATINUM-Technologie von MorphoSys bei der internen Wirkstoffforschung einsetzen zu können. MorphoSys erhalte aufgrund der Erweiterung höhere jährliche Nutzungsgebühren von Shionogi. Spitzenreiter waren Drägerwerk mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent. Evotec gewannen 3,8 Prozent.

DAX: 5.643,20 (-0,45 Prozent) MDAX: 7.479,51 (-1,03 Prozent) SDAX: 3.634,58 (+0,18 Prozent) TecDAX: 803,71 (-0,73 Prozent) (27.01.2010/ac/n/m)


 

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