Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag eine Verschnaufpause gegönnt.
Der
DAX (
ISIN DE0008469008 /
WKN 846900 ) schloss letztendlich unverändert bei 6.083,85 Punkten. Der MDAX (
ISIN DE0008467416 /
WKN 846741 ) gewann 0,85 Prozent auf 8.463,57 Stellen. Der SDAX (
ISIN DE0009653386 /
WKN 965338 ) gab 0,14 Prozent ab auf 4.170,58 Zähler. Der TecDAX (
ISIN DE0007203275 /
WKN 720327 ) zog um 0,36 Prozent an auf 761,91 Punkte. Der Bund Future verlor zuletzt 0,37 Prozent auf 132,74 Zähler. Der Euro gewann zuletzt 0,20 Prozent auf 1,2821 Dollar.
Die Europäische Zentralbank hat das Zinsniveau am Nachmittag wie erwartet bestätigt. Zuvor hat das europäische Statistikamt Eurostat seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal vorgestellt. Gegenüber dem Vorquartal stieg das BIP in der Eurozone (EZ16) um 1,0 Prozent und in der gesamten Europäischen Union (EU27) ebenfalls um 1,0 Prozent.
Wie ferner bekannt wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. Demnach verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6.000 auf 472.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 475.000 prognostiziert hatten. Unterdessen hat sich die US-Produktivität im zweiten Quartal stärker reduziert als zunächst vermeldet. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um revidiert 1,8 Prozent (vorläufig: -0,9 Prozent). Volkswirte hatten einen Rückgang um 1,7 Prozent erwartet. Wie erwartet stiegen die Lohnstückkosten um revidiert 1,1 (vorläufig: 0,2) Prozent. Dagegen ist der Auftragseingang für Industriegüter im Juli leicht um 0,1 Prozent angestiegen. Volkswirte hatten ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Wie die National Association of Realtors mitteilte, ist die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA im Juli um 5,2 Prozent angestiegen, wohingegen Volkswirte im Schnitt einen unveränderten Wert prognostiziert hatten. Die breiten US-Indizes boten zum Xetra-Schluss ein durchwachsenes Bild. Am Freitag dürfte in den USA neben dem ISM Service-Index insbesondere der Arbeitsmarktbericht für Furore sorgen.
Die Automobilwerte standen verstärkt im Mittelpunkt. Der Stuttgarter Autobauer Daimler (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) konnte seinen Absatz in den USA im August um 7,4 Prozent auf 20.122 Fahrzeuge steigern. Die Daimler-Aktie schloss mit 1,4 Prozent im Plus. Der Kontrahent BMW (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) hat in den USA im August einen leichten Absatzrückgang hinnehmen müssen. So sank der Absatz um 1,6 Prozent auf 23.965 Fahrzeuge. Der Wert gewann am Ende 1,6 Prozent. Wie Volkswagen (
ISIN DE0007664039 /
WKN 766403 ) bekannt gab, ging der Absatz der Wolfsburger in den USA im letzten Monat um 7,9 Prozent auf 22.855 Fahrzeuge zurück. Allerdings hatte im Vorjahreszeitraum das staatliche Konjunkturprogramm "Cash for Clunkers" für einen kräftigen Absatzschub am Automarkt gesorgt. VW verbesserten sich um 1,1 Prozent.
Wie in der Presse zu lesen war, plant Jürgen Großmann, Vorstandschef des Energieversorgers RWE (
ISIN DE0007037129 /
WKN 703712 ), einen Umbau des Konzerns. Den Angaben zufolge wolle der Manager die deutschen Vertriebs- und Netzaktivitäten in einer Deutschland AG bündeln. Die Gründung der Deutschland AG sei aber erst der erste Schritt in einem größeren Plan. Großmann wolle RWE mittelfristig in eine Societas Europaea (SE) umwandeln. Dabei will er den kommunalen Aktionären anbieten, ihren Anteil am Konzern in eine größere Beteiligung an der Deutschland AG zu tauschen. Noch sträuben diese sich aber, hieß es weiter. RWE konnten am Ende um 0,5 Prozent vorrücken. Die Aktie der Deutschen Börse (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) kam dagegen um 1,5 Prozent zurück. Wie der Börsenbetreiber mitteilte, wurden im August auf Xetra und dem Parkett der Börse Frankfurt 89,7 Mrd. Euro umgesetzt - ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Titel der Deutschen Bank verloren am DAX-Ende 3,2 Prozent.
Im MDAX eroberten Praktiker mit einem Plus von 5,6 Prozent die Spitze. Dahinter verfestigten sich die Deutsche Postbank und Wincor Nixdorf um jeweils 4,6 Prozent. IVG bröckelten an letzter Stelle um 2,2 Prozent ab.
MorphoSys (
ISIN DE0006632003 /
WKN 663200 ) gingen im TecDAX mit -0,6 Prozent in den Feierabend. Der Biotechnologiekonzern startet ein Programm gegen neuartige Zielmoleküle aus dem Bereich der Infektionskrankheiten. Demnach habe man eine Lizenz- und Kooperationsvereinbarung mit dem britischen Biopharmazie-Unternehmen Absynth Biologics unterzeichnet. Hierdurch erhält MorphoSys Zugang zu neuen krankheitsrelevanten Zielmolekülen. MorphoSys ist verantwortlich für die weitere Entwicklung und Auslizensierung der daraus resultierenden Medikamentenkandidaten. Absynth erhält im Gegenzug eine Einmalzahlung sowie entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen. Evotec (
ISIN DE0005664809 /
WKN 566480 ) fielen um 1,6 Prozent zurück. Wie der Biotechnologiekonzern bekannt gab, hat er die Übernahme von DeveloGen erfolgreich abgeschlossen. An der Indexspitze tummelten sich Nordex (+6,2 Prozent), Kontron (+4,9 Prozent) und Dialog Semiconductor (+4,5 Prozent).
DAX: 6.083,85 (-0,00 Prozent) MDAX: 8.463,57 (+0,85 Prozent) SDAX: 4.170,58 (-0,14 Prozent) TecDAX: 761,91 (+0,36 Prozent) (02.09.2010/ac/n/m)