Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte zeigen sich am Mittag im Vorfeld wichtiger US-Konjunkturdaten leicht fester.
Aktuell gewinnt der
DAX 0,02 Prozent auf 5.938,02 Punkte, während der MDAX um 0,12 Prozent auf 7.936,06 Zähler zulegt. Beim SDAX sind aktuell Abschläge von 0,06 Prozent auf 3.780,64 Zähler auszumachen, während der TecDAX um 0,29 Prozent auf 841,25 Zähler abgibt. Beim Bund-Future ist derzeit ein Minus von 0,02 Prozent auf 122,80 Punkten auszumachen.
Nachdem die US-Börsen am Vorabend mit leichten Zugewinnen geschlossen hatten, zeigen sich die US-Futures vor Handelseröffnung etwas unter Druck. So verliert der Dow Jones-Future aktuell 14,0 Punkte, während der S&P500-Future derzeit 2,90 Zähler abgeben muss. Beim NASDAQ 100-Future sind aktuell Abschläge von 3,25 Zählern auszumachen. Aus den USA werden heute vor Handelseröffnung die Handelsbilanz und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Auf der Unternehmensseite stehen bei IMAX, Rite Aid, Smithfield Foods und UTStarcom Quartalszahlen an.
Im Fokus befinden sich weiterhin Anteilsscheine des Düngemittelherstellers K+S (
ISIN DE0007162000 /
WKN 716200 ), der am Morgen für das abgelaufene Fiskaljahr erwartungsgemäß einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang veröffentlichen muss. Dabei lag der Umsatz mit 3,57 Mrd. Euro um rund 26 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, während das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern auf 93,6 Mio. Euro (2008: 979,3 Mio. Euro) zurückging. Für 2010 erwartet der Konzern jedoch einen deutlichen Umsatzanstieg. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern sollte der operativen Ergebnisentwicklung folgend im Jahr 2010 ebenfalls deutlich höher ausfallen, so der Konzern. Anleger honorieren diesen positiven Ausblick jedoch nicht und schicken den Wert mit knapp 1,9 Prozent ins Minus. Schwächer tendieren daneben außerdem Bayer, Merck KGaA, SAP und die Deutsche Post.
Kräftig nach oben geht es indessen für den Autobauer Volkswagen (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ), der die endgültigen Zahlen für 2009 präsentiert hatte. Unternehmensangaben vom Donnerstag zufolge stieg der Absatz des Konzerns in einem um über 6 Prozent rückläufigen Weltmarkt um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Fahrzeuge. Die Umsatzerlöse lagen mit 105,2 (2008: 113,8) Mrd. Euro um 7,6 Prozent unter denen des Vorjahres. Positiven Einfluss auf das operative Ergebnis von 1,9 (2008: 6,3) Mrd. Euro hatten erneut niedrigere Fixkosten sowie verbesserte Produktkosten durch optimierte Einkaufskonditionen und Produktivitätssteigerungen. Das Ergebnis nach Steuern schrumpfte auf 911 (2008: 4.688) Mio. Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Steigerungen bei Auslieferungen, Umsatz und operativem Ergebnis. Aktuell kann der Wert um 3,8 Prozent zulegen. Im Schlepptau können auch Daimler und BMW deutlich zulegen. Daneben sind auch bei Henkel, E.ON und METRO deutlichere Aufschläge auszumachen.
Behauptete präsentiert sich aktuell auch die Aktie der Deutschen Lufthansa (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ), die bei der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen für 2009 wie erwartet einen deutlichen Ergebniseinbruch präsentieren musste. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 22,28 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 24,84 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis lag mit 130 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,28 Mrd. Euro, während man beim Konzernergebnis unter dem Strich einen Verlust von 112 Mio. Euro (Vorjahr: +542 Mio. Euro) ausgewiesen hatte. Positiver gestaltete sich da schon der Ausblick, zumal die Kranichlinie für 2010 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis anstrebt. Aktuell kann die Aktie marginale Aufschläge vorweisen.
Im MDAX zieht die Aktie des Technologiekonzerns GEA Group (
ISIN DE0006602006 /
WKN 660200 ) mit einem Aufschlag von mehr als 7 Prozent an der Spitze einsam ihre Kreise und kann damit ihre anfänglichen Zugewinne noch steigern. Den Angaben zufolge sank der Umsatz im abgelaufenen Fiskaljahr um 14,8 Prozent auf 4,41 Mrd. Euro, während der Auftragseingang um 18,1 Prozent auf 4,08 Mrd. Euro zurückging. Das Konzernergebnis kletterte von 101 Mio. Euro auf 161,7 Mio. Euro, wobei der Bereich der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche das Konzernergebnis im Berichtszeitraum nicht mehr belastet hat. Für 2010 geht der Konzern von einem moderaten Anstieg des Auftragseingangs, einer entsprechenden Stabilisierung des Umsatzes und damit von einem Margenniveau zumindest auf Höhe des abgelaufenen Geschäftsjahres 2009 aus.
Ebenfalls deutlicher im Plus rangiert die Aktie des Motoren- und Antriebsspezialisten Tognum (
ISIN DE000A0N4P43 /
WKN A0N4P4 ). Dieser musste für 2009 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen, konnte seine Prognose aber voll erfüllen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 199 Mio. Euro und lag damit um 51 Prozent unter dem Vorjahreswert von 407 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge fiel auf 7,9 (Vorjahr: 13,0) Prozent. Damit hat Tognum sein für 2009 prognostiziertes Ergebnisziel erreicht. Das bereinigte Konzernergebnis schrumpfte von 264 Mio. auf 121 Mio. Euro. Daraus ergibt sich ein bereinigter Gewinn je Aktie von 0,92 Euro (Vorjahr: 2,01 Euro). Für 2010 rechnet Tognum mit einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro. Bei der bereinigten Umsatzrendite geht das Unternehmen trotz erhöhter Investitionen und Vorleistungen in Zukunftsprojekte von einem Niveau zwischen 6 und 9 Prozent aus. Aktuell kann der Wert seine Zugewinne zu Handelsbeginn deutlich ausbauen und legt um 3,8 Prozent zu. Dahinter sind außerdem bei Sky Deutschland, GILDEMEISTER und Sudzucker deutlichere Zugewinne zu verzeichnen.
Bei der Hannover Rück (
ISIN DE0008402215 /
WKN 840221 ) sind aktuell Zugewinne von 0,6 Prozent auszumachen, nachdem der Konzern für das abgelaufene Fiskaljahr einen Rekordgewinn eingefahren hatte. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung des Rückversicherers hervorgeht, lagen die gebuchten Bruttoprämien mit 10,3 Mrd. Euro um 26,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 8,1 Mrd. Euro. Die verdiente Nettoprämie stieg um 31,8 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich außerordentlich stark auf 1,1 Mrd. Euro, nachdem man im Vorjahr noch aufgrund der Auswirkungen der Finanzmarktkrise einen EBIT von 148,1 Mio. Euro ausgewiesen worden war. Das Konzernergebnis stieg - auch durch die Sondereffekte aus dem ING-Lebensrückversicherungsportefeuille und der Wertentwicklung bestimmter Depotforderungen - um 858,2 Mio. Euro auf 731,2 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Hannover Rück in den beiden Geschäftssegmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung ein gutes Ergebnis.
Mit einem Minus von knapp 3 Prozent deutlich abgeschlagen muss der Küchenhersteller RATIONAL AG (
ISIN DE0007010803 /
WKN 701080 ) aktuell die Rote Laterne im MDAX übernehmen. Dabei konnte der Konzern für das Fiskaljahr 2009 ein Umsatzminus von lediglich 8 Prozent auf 314,4 Mio. Euro vorweisen. Das EBIT wuchs um 9 Prozent auf 90,5 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nahm ebenfalls um 9 Prozent zu und erreichte den neuen Rekordwert von 67,3 Mio. Euro. Auch EADS (
ISIN NL0000235190 /
WKN 938914 ) muss deutlicher abgeben. Einem Medienberichte zufolge gibt es in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M Ärger um Schadenersatzzahlungen mit dem Triebwerks-Konsortium. Aktuell verliert der Wert knapp 2 Prozent. Schwächer präsentieren sich daneben auch IVG, Pfleiderer und MTU.
Der Baukonzern Bilfinger Berger (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ), der am Donnerstag die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert hatte, tendiert aktuell marginal schwächer. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 250 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 298 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT lag mit 250 Mio. Euro jedoch nur leicht unter dem Vorjahreswert von 253 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis wurde ein Rückgang auf 140 Mio. Euro ausgewiesen, nach 200 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte hatte der Konzerngewinn im Vorjahr bei 140 Mio. Euro gelegen. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der Konzern für die fortzuführenden Aktivitäten mit einer Zunahme der Leistung sowie einer überproportionalen Steigerung von EBIT und Konzernergebnis. Aktuell verliert die Aktie knapp 1 Prozent.
Im TecDAX stehen weiterhin Solarwerte hoch im Kurs. Aktuell kann Conergy mit einem Plus von mehr als 6 Prozent die Spitze übernehmen. Dahinter folgen Phoenix Solar, Roth & Rau mit Zugewinne von deutlich mehr als 1,5 Prozent. Am unteren Ende präsentieren sich aktuell Q-Cells mit Abschlägen von 2,8 Prozent, wobei die Aktie unter negativen
Analystenkommentaren zu leiden hat. Auch BB Biotech und Vortagesverlierer JENOPTIK müssen deutlichere Abschläge ausweisen. Auch Evotec (
ISIN DE0005664809 /
WKN 566480 ) präsentiert sich derzeit leichter: Am Morgen hatte der Konzern eine Kooperation mit der schwedischen Active Biotech AB (
ISIN SE0001137985 /
WKN A0BLFX ) bekannt gegeben. Ziel sei es, niedermolekulare Substanzen zu identifizieren, die mit einem von Active Biotech ausgewählten molekularen Target im Bereich der Immun- und Krebserkrankungen interagieren. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht. Derzeit verliert die Aktie 1,1 Prozent und rangiert damit im unteren Mittelfeld.
DAX: 5.938,02 (+0,02 Prozent) MDAX: 7.936,06 (+0,12 Prozent) SDAX: 3.780,64 (-0,06 Prozent) TecDAX: 841,25 (-0,29 Prozent) (11.03.2010/ac/n/m)