Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte zeigen sich am Mittag im Vorfeld wichtiger US-Konjunkturdaten freundlich.
Aktuell gewinnt der
DAX 0,17 Prozent auf 5.896,01 Punkte, während der MDAX um 0,42 Prozent auf 7.859,24 Zähler zulegt. Beim SDAX sind aktuell Aufschläge von 0,20 Prozent auf 3.777,83 Zähler auszumachen, während der TecDAX um 0,70 Prozent auf 835,62 Zähler zulegen kann. Beim Bund-Future ist derzeit ein Minus von 0,02 Prozent auf 122,80 Punkten auszumachen.
Nachdem die US-Börsen am Vorabend mit leichten Zugewinnen geschlossen hatten, signalisieren die US-Futures derzeit einen verhaltenen Handelsauftakt. Aktuell notiert der Dow Jones-Future mit einem Minus von 5 Punkten, während der S&P500-Future derzeit 1,5 Zähler abgeben muss. Der NASDAQ 100-Future notiert derzeit mit einem Plus von 1,50 Punkten. Am Nachmittag werden unter anderem die wöchentlichen Hypothekenanträge, die Lagerbestandsdaten im Großhandel sowie der US-Ölmarktbericht veröffentlicht. Am Abend stehen die mit Spannung erwarteten Daten zum US-Staatshaushalt an.
Die Inflation in Deutschland hat sich im Februar 2010 nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes abgeschwächt. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, sank die Inflationsrate auf 0,6 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 0,8 Prozent im Januar 2010 und 1,0 Prozent im Februar 2009. Außerdem präsentierte das Statistische Bundesamt einen Anstieg beim deutschen Außenhandelsüberschuss für den Monat Januar. Demnach wies die Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 8,0 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahresmonat nur ein Aktivsaldo von 7,1 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss bei 8,7 Mrd. Euro. Nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank schloss die Leistungsbilanz mit einem Plus von 3,6 Mrd. Euro, nach 3,2 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.
Im DAX steht die Aktie der Münchener Rück (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) im Fokus, die am Morgen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Wie bereits veröffentlicht liegt das Gesamtergebnis der Gruppe bei 2,56 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,58 Mrd. Euro). Die Dividende soll auf 5,75 (5,50) Euro pro Aktie steigen. Für 2010 erwartet Munich Re erneut einen Gewinn von über 2 Mrd. Euro. Aktuell rangiert die Aktie des weltweit zweitgrößten Rückversicherers mit einem leichten Plus im oberen Mittelfeld des DAX.
Zahlen gab es auch beim Energieversorger E.ON (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) für das abgelaufene Geschäftsjahr: Dabei wurde beim bereinigten operativen Ergebnis aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise ein leichter Rückgang von 2,3 Prozent auf 9,6 Mrd. Euro verbucht. Beim Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter verzeichnete E.ON aufgrund hoher Sondereffekte im Vorjahr einen deutlichen Anstieg auf 8,40 Mrd. Euro, nach 1,28 Mrd. Euro im Vorjahr, während der bereinigte Konzernüberschuss um 5 Prozent auf 5,33 Mrd. Euro zurückging. Die Dividende soll mit 1,50 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau liegen. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der Konzern trotz entfallender Ergebnisbeiträge durch bereits durchgeführte Desinvestitionen in Höhe von rund 1 Mrd. Euro ein Adjusted EBIT um 0 bis 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet man mit einem Wert auf Vorjahresniveau. Nach anfänglichen Abschlägen kann sich die Aktie auch aufgrund von positiven
Analystenkommentaren deutlich erholen und rangiert mit einem Plus von 0,7 Prozent in der Spitzengruppe des Leitindex. Noch stärker präsentieren sich aktuell die Commerzbank und ThyssenKrupp.
Gefragt sind außerdem Anteilsscheine von BASF, MAN, Deutsche Börse und Linde, die im oberen Mittelfeld Aufschläge von bis zu 0,6 Prozent ausweisen können. Auch Bayer (
ISIN DE000BAY0017 /
WKN BAY001 ) kann Zugewinne von 0,4 Prozent vorweisen, nachdem der Pharmakonzern den Start einer Phase-III-Studie zur Untersuchung der Effektivität und Sicherheit des Kontrastmittels Gadovist in der Magnetresonanz-Mammographie bekannt gegeben hatte.
Am unteren Ende hat aktuell Volkswagen unter Gewinnmitnahmen zu leiden und tendiert 1,6 Prozent leichter. Auch die Deutsche Post muss nach den gestrigen Zugewinnen von mehr als 2 Prozent Abschläge von über 1 Prozent hinnehmen. Wenig gefragt sind daneben auch SAP, Henkel und Beiersdorf.
Im MDAX richten sich die Blicke auf Anteilsscheine der IVG (
ISIN DE0006205701 /
WKN 620570 ), nachdem der Immobilienkonzern am Morgen vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Den Angaben zufolge belief sich der Konzernverlust nach vorläufigen, noch untestierten Zahlen auf 158,0 Mio. Euro, gegenüber einem Vorjahrjahresverlust von 451,7 Mio. Euro. Dabei zeigen sich erste Erfolge des im Jahr 2009 initiierten Restrukturierungsprogramms. Da auch der Einzelabschluss der IVG Immobilien AG nach HGB einen Verlust aufweist, soll eine Dividendenzahlung für 2009 entfallen. Nachdem die Aktie zunächst unverändert im Handel gelegen hatte, stehen aktuell leichte Abschläge zu Buche.
Geschäftszahlen wurden auch beim Immobilienkonzern GAGFAH (
ISIN LU0269583422 /
WKN A0LBDT ) präsentiert: Dabei konnte das Vorsteuerergebnis im Vorjahresvergleich verbessert werden. Aktuell rangiert der Wert mit einem Plus von knapp 0,6 Prozent im oberen Mittelfeld des MDAX.
Auf wenig Begeisterung treffen die vom Flughafenbetreiber Fraport (
ISIN DE0005773303 /
WKN 577330 ) vorgelegten Passagierzahlen für den Monat Februar. Dabei wurde für den Flughafen Frankfurt ein leichter Passagierrückgang von 1,0 Prozent ausgewiesen, während die Fluggastzahl auf Konzernebene um 3,0 Prozent verbessert werden konnte. Aktuell muss die Aktie 0,5 Prozent abgeben.
An der Spitze des MDAX kann aktuell Demag Cranes um 3,6 Prozent anziehen, während Praktiker und ProSieben ebenfalls kräftige Zugewinne zu verzeichnen haben. Auch Klöckner & Co präsentiert sich nach den gestern veröffentlichten Geschäftszahlen dank positiver Analystenkommentare mit einem Aufschlag von 2,9 Prozent. Größere Abschläge sind dagegen bei Deutsche EuroShop auszumachen, die am Indexende 0,9 Prozent verlieren. Wenig gefragt sind außerdem HHLA und ElringKlinger, die jeweils knapp 0,7 Prozent leichter tendieren.
Im TecDAX geben am Mittag Solarwerte den Ton an: Aktuell kann Phoenix Solar aufgrund einer
Kaufempfehlung einer renommierten US-Bank mehr als 5 Prozent zulegen. Im Schlepptau können SolarWorld und Q-Cells ebenfalls deutliche Zugewinne vorweisen. Daneben sind auch beim Biotechnologiekonzern Evotec AG (
ISIN DE0005664809 /
WKN 566480 ) Zugewinne von mehr als 3,5 Prozent auszumachen. Am Morgen hatte der Konzern zwei wichtige Meilensteine in ihrer integrierten Entwicklungsallianz mit dem schweizerischen Pharmakonzern Roche (
ISIN CH0012032113 /
WKN 851311 ) in der Indikation "behandlungsresistente Depression" bekannt gegeben. Auch SMARTRAC präsentiert sich mit einem Zugewinn von mehr als 2 Prozent im oberen Mittelfeld: Dabei stützen positive Analystenkommentare den Wert.
Deutlich unter Druck befinden sich hingegen Anteilsscheine von JENOPTIK (
ISIN DE0006229107 /
WKN 622910 ). Am Vorabend hatte der Konzern in der Konzernsparte Verkehrstechnik einen Großauftrag über 12 Mio. Euro vermelden können. Um diesen und zukünftige Aufträge sowie das weitere Wachstum des Konzerns zu finanzieren, wurde eine Kapitalerhöhung beschlossen. Nachdem der Wert bereits am Vortag deutlich leichter aus dem Handel gegangen war, verliert die Aktie derzeit mehr als 6 Prozent und liegt abgeschlagen am Ende des Leitindex. Größere Minuszeichen von mehr als 1 Prozent sind daneben auch bei Conergy und MorphoSys auszumachen.
DAX: 5.896,01 (+0,17 Prozent) MDAX: 7.859,24 (+0,42 Prozent) SDAX: 3.777,83 (+0,20 Prozent) TecDAX: 835,62 (+0,70 Prozent) (10.03.2010/ac/n/m)