Börse Frankfurt am Mittag: DAX bröckelt ab, Infineon im .


28.01.10 13:49
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt kann die am Morgen markierten Höchststände nicht verteidigen. Auch die unerwartet starken Zahlen des finnischen Mobiltelefonherstellers Nokia helfen offenbar nicht.
Der DAX, der in der Spitze schon mit 1,3 Prozent vorne lag, gewinnt aktuell nur noch 0,49 Prozent auf 5.670,95 Punkte. Der MDAX steigt um 1,38 Prozent auf 7.582,54 Zähler. Der SDAX rückt um 0,59 Prozent vor auf 3.656,16 Stellen. Für den TecDAX geht es um 2,04 Prozent nach oben auf 820,07 Zähler. Der Bund Future verliert 0,19 Prozent auf 123,14 Stellen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat sich im Januar erhöht. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, kletterte die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist aufgrund der Winterpause deutlich um 342.000 auf insgesamt rund 3.617.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote zog gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent an. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, hat die Inflation in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen im Januar leicht nachgegeben. Demnach wird sich der Verbraucherpreisindex gegenüber Januar 2009 voraussichtlich um 0,8 Prozent erhöhen.

Die US-amerikanischen Standardwerte dürften mit Gewinnen eröffnen. Aktuell ziehen der Dow Jones Future um 0,43 Prozent und der S&P 500 Future um 0,59 Prozent an. Dagegen gibt der NASDAQ 100 Future 0,09 Prozent ab. Beeinflusst werden dürfte das Handelsgeschehen insbesondere von den Zahlen von 3M, Altria, AT&T, Bristol-Myers Squibb, Colgate-Palmolive, Eastman Chemical, Eastman Kodak, Eli Lilly, Ford, Lockheed Martin, Motorola und Procter & Gamble. Auf der Konjunkturseite stehen die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, der Chicago Fed Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an.

An der DAX-Spitze gewinnen Infineon gut 5 Prozent. Dahinter rücken die Commerzbank um 2,3 Prozent, die Deutsche Bank um 1,9 Prozent und die Deutsche Lufthansa ebenfalls um 1,9 Prozent vor. Die Aktie der Deutschen Börse (ISIN DE0005810055 / WKN 581005 ) liegt inzwischen nur noch mit 0,7 Prozent im Plus. Presseangaben zufolge plant der Börsenbetreiber ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm, im Rahmen dessen bis zu 10 Prozent der Stellen gestrichen werden sollen. Betroffen seien davon alle Töchter des Konzerns, der insgesamt rund 3.300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Börsenbetreiber leide nicht nur unter der mangelnden Investitionsbereitschaft der Anleger infolge der weltweiten Finanzkrise, sondern auch unter dem zunehmenden Wettbewerb der durch Banken gegründeten neuen elektronischen Handelsplattformen (MTF). Leicht grüne Vorzeichen bestimmen das Geschehen bei der Münchener Rück (ISIN DE0008430026 / WKN 843002 ). Wie zuvor bekannt wurde, hat sich der US-Milliardär Warren Buffett via Derivate weitere Anteile am weltweit zweitgrößten Rückverversicherungskonzern gesichert.

Der Industriekonzern Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610 ) hat heute einschneidende Restrukturierungen in seiner Industriesparte angekündigt und will in diesem Zusammenhang etwa 2.000 Stellen abbauen. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das vierte Quartal hatte Siemens bereits eine Fortsetzung des eingeschlagenen Sparkurses angekündigt, um die Wettbewerbsfähigkeit angesichts der weiter schwierigen Rahmenbedingungen verbessern zu können. Siemens geben 0,7 Prozent ab. K+S verlieren als Schlusslicht 1,6 Prozent.

EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914 ) gewinnen im MDAX 2,4 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M kurz vor Ende der Verhandlungsfrist offenbar ein letztes Angebot unterbreitet. Einem Pressebericht zufolge beharre der Konzern dabei auf den bereits zusätzlich geforderten 5,2 Mrd. Euro, was die Gesamtsumme des Projektes auf 25,2 Mrd. Euro schraube. Zusätzlich sollen die Preisgleitklauseln von 1,9 Prozent auf 3 Prozent pro Jahr angehoben werden. Auf dieses Paket sei der Konzern aber bereit, einen "Rabatt" von insgesamt 800 Mio. Euro zu gewähren. Bei den Regierungen stößt dieser Vorschlag indessen auf wenig Gegenliebe, hieß es. Wincor Nixdorf rücken nach einer Reihe positiver Analystenkommentare um gut 4 Prozent vor.

Im SDAX geben CENTROTEC (ISIN DE0005407506 / WKN 540750 ) rund 1 Prozent ab. Der Spezialist für Hochleistungskunststoffe und Energiesparsysteme hat nach vorläufigen Zahlen die Umsatz- und Gewinnprognosen für 2009 erfüllt. Demnach sank der Umsatz auf 467 Mio. Euro Damit wurde der Rekordumsatz des Jahres 2008 nahezu wieder erreicht. Ferner wurde mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 29 bis 30 Mio. Euro die Prognose ebenfalls erfüllt.

Im TecDAX schießen Evotec und Bechtle um jeweils gut 6 Prozent in die Höhe. Um jeweils über 4 Prozent nach oben geht es für Evotec und die Software AG. Manz geben als Schlusslicht 1 Prozent ab.

DAX: 5.670,95 (+0,49 Prozent) MDAX: 7.582,54 (+1,38 Prozent) SDAX: 3.656,16 (+0,59 Prozent) TecDAX: 820,07 (+2,04 Prozent) (28.01.2010/ac/n/m)


 

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