Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett hat sich zum Mittag hin deutlich eingetrübt. Der
DAX liegt aktuell noch mit 0,27 Prozent im Plus bei 5.449,18 Punkten.
Der MDAX verliert inzwischen 0,89 Prozent auf 7.178,50 Zähler. Für den SDAX geht es um 0,63 Prozent nach unten auf 3.553,49 Stellen. Der TecDAX büßt 0,76 Prozent ein auf 770,08 Zähler. Der Bund Future verliert 0,06 Prozent auf 124,12 Punkte.
Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hat das Verarbeitende Gewerbe im Dezember erneut einen kräftigen Umsatzrückgang verbucht. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 6,0 Prozent, nach einem Rückgang um 9,6 Prozent im November 2009.
Die US-Futures deuten auf eine schwache Eröffnung der Wall Street hin. Aktuell verlieren der Dow Jones Future 0,48 Prozent, der S&P 500 Future 0,46 Prozent und der NASDAQ 100 Future 0,11 Prozent. Konjunkturseitig stehen heute keine marktrelevanten Daten zur Veröffentlichung an.
Papiere von SAP (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) sacken am DAX-Ende um fast 2 Prozent ab. Wie der Software-Konzern am Sonntag bekannt gab, hat sich sein Aufsichtsrat mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Apotheker habe sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Indes hat der Vorstand die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt. Hasso Plattner, Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender, werde weiterhin eine starke Rolle spielen, um die neue Führung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten.
Kaum besser ist es zur Stunde um MAN (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) bestellt. Wie in der Presse zu lesen war, muss der Nutzfahrzeughersteller deutlich negative Einmaleffekte in Zusammenhang mit seiner Beteiligung an dem schwedischen Mitbewerber Scania (
ISIN SE0000308280 /
WKN 899846 ) hinnehmen. Demnach dürfte MAN in seinem Abschluss für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung über 350 Mio. Euro in Zusammenhang mit der Scania-Beteiligung ausweisen. Es sei absehbar, dass die Abschreibung das Jahresergebnis leicht in die Verlustzone drücken könnte. Unterdessen gab MAN bekannt, dass der Großmotorenhersteller MAN Diesel vom brasilianischen Mischkonzern Grupo Bertin den Zuschlag für die elektromechanische Ausrüstung von sechs Dieselkraftwerken erhalten hat. Die Auftragssumme für MAN Diesel belaufe sich dabei auf rund 300 Mio. Euro.
Volkswagen (
ISIN DE0007664039 /
WKN 766403 ) liegen mit gut 1 Prozent im Minus. Dabei konnte die Tochter AUDI (
ISIN DE0006757008 /
WKN 675700 ) ihre Verkaufszahlen im Januar steigern. Demnach erreichte AUDI mit rund 77.800 Auslieferungen weltweit ein Absatzplus von rund 39 Prozent. BMW geben daneben ebenfalls über 1 Prozent ab.
Dagegen rücken Daimler (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) um 1,7 Prozent vor. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, beabsichtigen die Stuttgarter, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Daimler AG zu ernennen. Dr. Bernhard solle im Vorstand verantwortlich sein für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Cars sowie für den Bereich Mercedes-Benz Vans. E.ON (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) schieben sich um 1,4 Prozent vor. Der Energieversorger will seine Zusammenarbeit im Bereich Erneuerbarer Energien mit dem in Abu Dhabi ansässigen Kooperationspartner Masdar einem Pressebericht zufolge offenbar ausbauen. Gemeinsam mit Masdar wolle man zu einem der weltweit führenden Konzerne im Bereich der Erneuerbaren Energien aufsteigen. An der DAX-Spitze gewinnt die T-Aktie 1,8 Prozent.
Im MDAX stechen HUGO BOSS und Continental mit Abschlägen von jeweils mehr als 4 Prozent ins Auge. RHÖN-KLINIKUM (
ISIN DE0007042301 /
WKN 704230 ) verlieren 0,7 Prozent. Presseangaben zufolge will der Klinikbetreiber nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr zukaufen. Spitzenreiter sind Vossloh mit einem Plus von 3 Prozent.
Der Zementhersteller Dyckerhoff (
ISIN DE0005591036 /
WKN 559103 ) musste im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Berechnungen ein deutliches Umsatzminus ausweisen. Demnach sanken die Erlöse um 31 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Vorstand erwarte für 2009 einen deutlichen Rückgang des EBITDA und des Konzernjahresüberschusses. Für 2010 gehe Dyckerhoff von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus; die Ergebnisse werden jedoch aufgrund von Einmaleffekten des Geschäftsjahres 2009 sowie einem weiterhin schwierigen Marktumfeld zurückgehen, hieß es weiter. Dyckerhoff geben im SDAX inzwischen leicht ab.
JENOPTIK (
ISIN DE0006229107 /
WKN 622910 ) gewinnen im TecDAX gut 4 Prozent. Vorläufigen Berechnungen zufolge wird der Konzern das Geschäftsjahr 2009 mit einem Umsatz von über 470 Mio. Euro abschließen und ein positives Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von über 7 Mio. Euro erzielen. Sondereffekte vor allem aus der Schließung eines Geschäftes, Standortschließungen sowie Personalmaßnahmen belasten das Konzernergebnis jedoch stark. 2010 will JENOPTIK infolge einer weiteren Geschäftsbelebung und aufgrund der angepassten Kostenstrukturen wieder einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaften. Ähnliche Zuwächse bestimmen das Bild bei Evotec und SMARTRAC. Auf der Gegenseite verlieren unter anderem Manz 4,9 Prozent, Q-Cells 4,7 Prozent und Roth & Rau 3 Prozent.
DAX: 5.449,18 (+0,27 Prozent) MDAX: 7.178,50 (-0,89 Prozent) SDAX: 3.553,49 (-0,63 Prozent) TecDAX: 770,08 (-0,76 Prozent) (08.02.2010/ac/n/m)