Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett bleibt getrübt. Während der DAX seine Verluste etwas begrenzen kann und aktuell noch 0,75 Prozent abgibt auf 4.877,26 Punkte, rutschte der MDAX weiter ab.
Aktuell büßt das Aktienbarometer 2,94 Prozent ein auf 5.734,13 Zähler. Der SDAX fällt um 0,64 Prozent zurück auf 2.842,06 Punkte. Beim TecDAX ist ein Minus von 2,65 Prozent auf 605,82 Zähler auszumachen. Der Bund Future gewinnt 0,32 Prozent auf 120,65 Punkte. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank der Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes im März real um 22,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wies der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe saison- und arbeitstäglich bereinigt ein Plus von 1,5 Prozent aus.
Einem Pressebericht zufolge sind die in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnisse des Banken-"Stress-Tests" in den USA geschönt. Demnach hätten die untersuchten 19 Großbanken zwei Wochen lang mit der US-Notenbank verhandelt, um die Ergebnisse zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Besonders deutlich sei die Abweichung bei der Citigroup ausgefallen: So habe die Lücke hier zunächst bei 35 Mrd. Dollar gelegen. Schlussendlich sei dieser Wert aber auf 5,5 Mrd. Dollar nach unten revidiert worden. Die US-Futures verlieren in der Folge deutlich. Aktuell geben der Dow Jones Future 1,20 Prozent, der NASDAQ 100 Future 1,50 Prozent und der S&P 500 Future 1,37 Prozent ab.
Die Aktie der Commerzbank sackt am DAX-Ende um fast 5 Prozent ab. Presseangaben zufolge will das Geldhaus eine weitere staatlich garantierte Anleihe emittieren. Sollte es zu einer Emission kommen, werde das Volumen sicherlich "Benchmark-Niveau" haben und womöglich bei 2 oder 3 Mrd. Dollar liegen. Außerdem wurde mit der Eintragung ins Handelsregister die Übernahme der Dresdner Bank offiziell abgeschlossen. Titel der Deutschen Bank treten dagegen quasi auf der Stelle.
Laut einem Pressebericht hat der Automobilhersteller BMW einer Allianz mit dem Wettbewerber Daimler offenbar eine Absage erteilt. So hätten sich die Münchner sowohl gegen eine lange geplante Motorenkooperation mit Mercedes als auch gegen eine Zusammenarbeit der Finanztöchter beider Premium-Automobilhersteller entschieden. Die Aktie von BMW verliert aktuell gut 3 Prozent. Daimler geben 2,5 Prozent ab. Volkswagen liegen mit 0,6 Prozent hinten.
Kräftig abwärts geht es für ThyssenKrupp (-3,4 Prozent) und Salzgitter (-3,1 Prozent). Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes schrumpfte die Produktion von Rohstahl und Roheisen deutscher Hüttenwerke binnen Jahresfrist um jeweils mehr als 50 Prozent. So starke Rückgänge hat es im Vorjahresvergleich seit Bestehen der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Bei Papieren der Deutschen Lufthansa ist ein Abschlag von fast 3 Prozent auszumachen. Die Kranichlinie muss einem Pressebericht zufolge um die Übernahme des österreichischen Konkurrenten Austrian Airlines bangen. Demnach seien zu wenige der AUA-Aktionäre bereit, ihre Anteile an die Deutschen zu verkaufen.
Die im MDAX gelistete Aktie von LEONI verliert annähernd 3 Prozent. Der Spezialist für Draht-, Kabel- und Bordnetz-Systeme gab zuvor bekannt, dass die Geschäftsentwicklung zum Jahresauftakt durch die verschärfte weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise wie erwartet stark belastet wurde. Im Auftaktquartal sanken die Erlöse um 36 Prozent auf 492 Mio. Euro. Dabei wurde ein Konzernfehlbetrag von 49,7 Mio. Euro ausgewiesen, gegenüber einem Plus von 20 Mio. Euro im Vorjahr. TUI büßen daneben knapp 5 Prozent ein. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern hat nach dem mehrheitlichen Verkauf der Hapag-Lloyd AG im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Nach einem Verlust von rund 279 Mio. Euro im Vorjahr wurde aufgrund des Buchgewinns in Höhe von 990 Mio. Euro infolge der Desinvestition der Schifffahrt ein Konzerngewinn von rund 415 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Umsatz des Kerngeschäfts Touristik reduzierte sich um knapp 15 Prozent auf rund 3,1 Mrd. Euro. Arcandor brechen am Indexende um über 13 Prozent ein. Stefan Herzberg, der Chef der Kaufhauskette Karstadt, hat in einem Zeitungsinterview für staatliche Bürgschaften für den angeschlagenen Kaufhauskonzern geworben.
Im TecDAX stechen Infineon nach einer negativen
Analystenstudie mit einem Abschlag von gut 9 Prozent ins Auge. Kursverluste von jeweils mehr als 5 Prozent fahren SolarWorld und centrotherm ein. Daneben trennen sich die Anleger verstärkt von Q-Cells, SOLON und Roth & Rau. Auf der anderen Seite gewinnen Conergy knapp 10 Prozent. Dahinter folgen IDS Scheer und JENOPTIK.
DAX: 4.877,26 (-0,75 Prozent) MDAX: 5.734,13 (-2,94 Prozent) SDAX: 2.842,06 (-0,64 Prozent) TecDAX: 605,82 (-2,65 Prozent) (11.05.2009/ac/n/m)