Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben ihre Verluste zum Mittag hin noch ausgeweitet. Der
DAX, der am Vortag bereits um 2,5 Prozent abgesackt ist, verliert inzwischen 1,34 Prozent auf 5.458,98 Punkte.
Der MDAX gibt daneben 2,90 Prozent ab auf 7.242,04 Zähler. Beim SDAX ist ein Minus von 1,64 Prozent auf 3.569,28 Stellen zu beobachten. Der TecDAX kommt um 2,59 Prozent zurück auf 776,69 Zähler. Der Bund Future legt aktuell 0,38 Prozent zu auf 124,17 Punkte.
Laut einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Industrie (BMWi) ist die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im Dezember in Deutschland zurückgegangen. Demnach sank die Erzeugung nach vorläufigen Berechnungen preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent. Im Vormonat hatte sie um 0,7 Prozent zugenommen.
Die US-Futures lassen noch keine klare Tendenz erkennen. Aktuell geben der Dow Jones Future 0,20 Prozent und der S&P 500 Future 0,29 Prozent ab. Der NASDAQ 100 Future legt indes 0,19 Prozent zu. Mit Spannung wird der US-amerikanische Arbeitsmarktbericht für Januar erwartet. Volkswirte rechnen mit einem Verharren der Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent.
Die T-Aktie gewinnt gegen den Trend als DAX-Spitzenreiter 1,7 Prozent. Einem Pressebericht zufolge prüft die Deutsche Telekom (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) einen Börsengang der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA. Demnach habe es bereits erste Gespräche mit der Deutschen Bank (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) und anderen Kreditinstitute gegeben, die als mögliche Underwriter für den Börsengang fungieren sollen. Als weitere Optionen für die US-Mobilfunksparte werde auch ein Spin-Off von T-Mobile USA in eine selbständige Geschäftseinheit erwogen. Mit einer Abtrennung von T-Mobile USA wolle die Deutsche Telekom einerseits neue Wachstumsperspektiven für die Konzernsparte erschließen, andererseits wolle man den Aktionären einen Gefallen tun. Linde rücken daneben um 1 Prozent vor. Der Wert profitiert von einer Nachricht aus den USA, der zufolge der Industriegase-Konzern Air Products (
ISIN US0091581068 /
WKN 854912 ) den heimischen Konkurrenten Airgas (
ISIN US0093631028 /
WKN 872942 ) für insgesamt rund 7 Mrd. Dollar übernehmen will.
Das Schlusslicht bilden Infineon mit einem Minus von 5 Prozent. Volkswagen liegen mit 3,4 Prozent hinten. Außerdem geben Siemens 2,7 Prozent, die Commerzbank 2,4 Prozent und Daimler 2,2 Prozent ab. Für BMW (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) geht es um 1,9 Prozent nach unten. Der Autobauer konnte seinen Absatz in China zu Jahresbeginn deutlich steigern. Demnach wurden im Januar 11.919 Fahrzeuge der Marken BMW und MINI im Reich der Mitte abgesetzt, was einem Zuwachs von 122 Prozent entspricht.
Im MDAX stechen ElringKlinger mit einem Minus von mehr als 7 Prozent ins Auge. Kursverluste von jeweils über 5 Prozent erleiden Heidelberger Druck, KlöCo, MTU und der Baukonzern Bilfinger Berger (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ). Letztere haben mit der Westdeutschen Landesbank, der AXA Gruppe und dem IVG Konzern Dienstleistungsverträge im Gesamtvolumen von 70 Mio. Euro geschlossen.
Die im SDAX gelistete Billigfluglinie Air Berlin (
ISIN GB00B128C026 /
WKN AB1000 ) musste im Januar einen Passagierrückgang hinnehmen. Demnach wurden insgesamt 1.880.669 Gäste befördert, was einem Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Die Auslastung der Flotte sank um 0,3 Prozentpunkte auf 69,1 Prozent. Air Berlin geben gut 2 Prozent ab. Papiere der comdirect bank (
ISIN DE0005428007 /
WKN 542800 ) verlieren rund 1 Prozent. Der Onlinebroker musste im Januar einen leichten Rückgang bei der Zahl der Wertpapierorders ausweisen.
Roth & Rau (
ISIN DE000A0JCZ51 /
WKN A0JCZ5 ) sacken im TecDAX um knapp 4 Prozent ab. Wie der Konzern erklärte, übernimmt er von der niederländischen OTB Group sämtliche Anteile an deren Tochtergesellschaft OTB Solar. Der Kaufpreis wurde mit 35,5 Mio. Euro (inkl. Übernahme Finanzverbindlichkeiten) beziffert und wird in Höhe von 30 Mio. Euro durch die Ausgabe neuer Roth & Rau-Aktien, als Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, geleistet. Das Biotech-Unternehmen QIAGEN (
ISIN NL0000240000 /
WKN 901626 ) und der US-Pharmakonzern Pfizer (
ISIN US7170811035 /
WKN 852009 ) haben am Donnerstag eine Vereinbarung zur Entwicklung eines begleitenden Diagnostik-Tests für einen in der Entwicklung befindlichen Impfstoff zur Immuntherapie für die Behandlung von Glioblastoma multiforme (GBM) bekannt gegeben. Den Angaben zufolge ist GBM die häufigste bösartige primäre Hirntumorerkrankung bei Erwachsenen. QIAGEN liegen dennoch mit über 3 Prozent hinten. Am Indexende verlieren AIXTRON fast 7 Prozent.
DAX: 5.458,98 (-1,34 Prozent) MDAX: 7.242,04 (-2,90 Prozent) SDAX: 3.569,28 (-1,64 Prozent) TecDAX: 776,69 (-2,59 Prozent) (05.02.2010/ac/n/m)