Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt kann zum Wochenauftakt auf deutliche Gewinne blicken. Der
DAX rückt aktuell um 1,13 Prozent vor und steht bei 5.495,67 Punkten.
Für den MDAX geht es um 1,16 Prozent nach oben auf 7.327,24 Zähler. Beim SDAX ist ein Plus von 0,30 Prozent auf 3.586,69 Stellen auszumachen. Der TecDAX legt 1,12 Prozent zu auf 784,65 Zähler. Der Bund Future verliert 0,12 Prozent auf 124,05 Punkte.
Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das Verarbeitende Gewerbe im Dezember erneut einen kräftigen Umsatzrückgang verbucht. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 6,0 Prozent, nach einem Rückgang um 9,6 Prozent im November 2009.
Nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt hat die Wall Street am Freitag fester geschlossen. Der Dow Jones gewann am Ende 0,1 Prozent. Daneben zogen der S&P 500 um 0,3 Prozent und der NASDAQ Composite um 0,7 Prozent an. Aus Tokio wurden heute indes Verluste gemeldet. Der Nikkei-Index gab 1,1 Prozent ab. Außerdem wurden aus China rote Vorzeichen gemeldet. Zahlen werden heute unter anderem von CVS Caremark, Electronic Arts, Hasbro, Loews und QIAGEN erwartet. Konjunkturseitig stehen keine marktrelevanten Daten zur Bekanntgabe an.
Wie der Software-Konzern SAP (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) am Sonntag bekannt gab, hat sich sein Aufsichtsrat mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Apotheker habe sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Indes hat der Vorstand die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt. Hasso Plattner, Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender, werde weiterhin eine starke Rolle spielen, um die neue Führung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten. Die SAP-Aktie reagiert mit einem Minus von 0,8 Prozent auf die Meldung.
Leichte Verluste sind bei MAN (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) auszumachen. Der Nutzfahrzeughersteller muss einem Pressebericht zufolge deutlich negative Einmaleffekte in Zusammenhang mit seiner Beteiligung an dem schwedischen Mitbewerber Scania (
ISIN SE0000308280 /
WKN 899846 ) hinnehmen. Demnach dürfte MAN in seinem Abschluss für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung über 350 Mio. Euro in Zusammenhang mit der Scania-Beteiligung ausweisen. Es sei absehbar, dass die Abschreibung das Jahresergebnis leicht in die Verlustzone drücken könnte.
Daimler (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) gewinnen auf der Gegenseite rund 3 Prozent. Wie bereits am Freitag bekannt wurde, beabsichtigen die Stuttgarter, Dr. Wolfgang Bernhard zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Daimler AG zu ernennen. Dr. Bernhard solle im Vorstand verantwortlich sein für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Cars sowie für den Bereich Mercedes-Benz Vans. Auf den Plätzen zwei und drei rücken Infineon um 2,1 Prozent und ThyssenKrupp um 1,8 Prozent vor. Hoch im Kurs stehen außerdem Titel der beiden Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank. E.ON (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) liegen mit 1,3 Prozent vorne. Der Energieversorger will seine Zusammenarbeit im Bereich Erneuerbarer Energien mit dem in Abu Dhabi ansässigen Kooperationspartner Masdar einem Pressebericht zufolge offenbar ausbauen. Gemeinsam mit Masdar wolle man zu einem der weltweit führenden Konzerne im Bereich der Erneuerbaren Energien aufsteigen.
Im MDAX können unter anderem KlöCo, STADA, TUI sowie die beiden Baukonzerne HOCHTIEF und Bilfinger Berger jeweils mehr als 2 Prozent zulegen. HUGO BOSS sacken am Indexende um über 3 Prozent ab. RHÖN-KLINIKUM (
ISIN DE0007042301 /
WKN 704230 ) geben ein halbes Prozent ab. Wie in der Presse zu lesen war, will der Klinikbetreiber nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr zukaufen.
Der im SDAX gelistete Zementhersteller Dyckerhoff (
ISIN DE0005591036 /
WKN 559103 ) musste im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Berechnungen ein deutliches Umsatzminus ausweisen. Demnach sanken die Erlöse um 31 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Vorstand erwarte für 2009 einen deutlichen Rückgang des EBITDA und des Konzernjahresüberschusses. Für 2010 gehe Dyckerhoff von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus; die Ergebnisse werden jedoch aufgrund von Einmaleffekten des Geschäftsjahres 2009 sowie einem weiterhin schwierigen Marktumfeld zurückgehen, hieß es weiter. Dyckerhoff gewinnen gut 2 Prozent.
Vorläufigen Berechnungen zufolge wird JENOPTIK (
ISIN DE0006229107 /
WKN 622910 ) das Geschäftsjahr 2009 mit einem Umsatz von über 470 Mio. Euro abschließen und ein positives Konzern-Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von über 7 Mio. Euro erzielen. Sondereffekte vor allem aus der Schließung eines Geschäftes, Standortschließungen sowie Personalmaßnahmen belasten das Konzernergebnis jedoch stark. 2010 will der Konzern infolge einer weiteren Geschäftsbelebung und aufgrund der angepassten Kostenstrukturen wieder einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaften. Der im TecDAX notiert Wert kann aktuell mehr als 2 Prozent zulegen. An der Spitze gewinnen Evotec gut 5 Prozent, gefolgt von United Internet und Drägerwerk.
DAX: 5.495,67 (+1,13 Prozent) MDAX: 7.327,24 (+1,16 Prozent) SDAX: 3.586,69 (+0,30 Prozent) TecDAX: 784,65 (+1,12 Prozent) (08.02.2010/ac/n/m)