Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus Übersee ist der deutsche Aktienmarkt deutlich schwächer in den Handel gestartet. Für den
DAX geht es aktuell um 1,28 Prozent in die Tiefe auf 5.596,29 Punkte.
Der MDAX verliert daneben 1,64 Prozent auf 7.433,38 Zähler. Beim SDAX ist ein Minus von 0,37 Prozent auf 3.614,81 Stellen auszumachen. Gleichzeitig kommt der TecDAX um 0,68 Prozent zurück auf 804,08 Zähler. Der Bund Future gewinnt aktuell 0,06 Prozent auf 123,36 Stellen.
Die Wall Street ist gestern in der zweiten Tageshälfte wieder deutlich zurückgekommen. Der Dow Jones, der in der Spitze mit 0,9 Prozent vorne lag, schloss am Ende knapp behauptet. Der NASDAQ Composite gab 0,3 Prozent ab. Daneben ging der S&P 500 mit -0,4 Prozent in den Feierabend. Nachbörslich hat dann der Internetkonzern Yahoo besser als erwartete Zahlen auf den Tisch gelegt. Für den Nikkei-Index ging es heute in Tokio um 0,7 Prozent nach unten. Außerdem hatten auch die übrigen asiatischen Aktienmärkte mit Verlusten zu kämpfen. Im weiteren Handelsverlauf werden Zahlen mitunter von Boeing, Caterpillar, ConocoPhillips, General Dynamics, QUALCOMM und United Technologies erwartet. Auf der Konjunkturseite stehen in den USA die Verkäufe neuer Häuser und am Abend das Fed-Sitzungsergebnis zur Bekanntgabe an.
Mit einem Minus von 0,4 Prozent halten sich Papiere des Software-Herstellers SAP (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) besser als der Gesamtmarkt. Der Konzern musste im vierten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis ausweisen. Demnach sanken die Umsatzerlöse (US-GAAP) um 9 Prozent auf 3,19 Mrd. Euro. Das Ergebnis (US-GAAP) aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Ertragsteuern sank um 13 Prozent auf 0,75 Mrd. Euro. Für das Geschäftsjahr 2010 erwartet SAP, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-IFRS) ohne Berücksichtigung der Wechselkurse um 4 bis 8 Prozent steigen werden (2009: 8,2 Mrd. Euro). Ferner solle die operative Marge ohne Berücksichtigung der Wechselkurse bei 30 bis 31 Prozent liegen (2009: 27,4 Prozent).
Am DAX-Ende kommen Papiere der Deutschen Bank um 2,6 Prozent zurück. Siemens verlieren ex Dividende 2,4 Prozent. Die Deutsche Post, Daimler und die Deutsche Lufthansa büßen allesamt mehr als 2 Prozent ein. Einen weiten Bogen machen die Anleger aber auch um die Commerzbank sowie um die beiden Stahlkocher Salzgitter und ThyssenKrupp.
Der im MDAX gelistete Chemiekonzern Wacker Chemie (
ISIN DE000WCH8881 /
WKN WCH888 ) hat im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen wie bereits erwartet weniger Umsatz und Ertrag erwirtschaftet. Die Umsatzerlöse sanken um knapp 14 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Sondereffekte von insgesamt rund 340 Mio. Euro werden zu einem negativen Konzernergebnis von rund -890 (2008: 438,3) Mio. Euro führen. Wenn sich die gegenwärtige konjunkturelle Erholung weiter fortsetze, habe Wacker damit gute Chancen, im laufenden Geschäftsjahr sowohl den Konzernumsatz als auch das Ergebnis wieder deutlich zu steigern, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Der Wert verliert zur Stunde mehr als 5 Prozent. Sky (
ISIN DE000SKYD000 /
WKN SKYD00 ) legen auf der Gegenseite gut 1 Prozent zu. Einem Pressebericht zufolge will der Bezahlfernsehsender seine Werbeumsätze offenbar deutlich steigern und damit neue Einnahmequellen schaffen. So sollen mittelfristig die Einnahmen aus der Fernsehwerbung auf rund 10 Prozent verdoppelt werden.
Der Vorstandschef des Solartechnikkonzerns SMA Solar (
ISIN DE000A0DJ6J9 /
WKN A0DJ6J ), Günther Cramer, hat für das laufende Fiskaljahr vor zu hohen Erwartungen gewarnt und einen möglichen Margenrückgang in Aussicht gestellt. "Wir werden 2010 bei der Marge möglicherweise nicht ganz auf dem Niveau bleiben wie 2009", sagte er in einem Presseinterview. Allerdings gehe das Unternehmen davon aus, 2010 die Umsatzmilliarde zu knacken. Die Aktie reagiert mit einem Minus von rund 8 Prozent. Daneben verlieren Manz 2,6 Prozent, Conergy 2 Prozent und MediGene ebenfalls 2 Prozent. MorphoSys (
ISIN DE0006632003 /
WKN 663200 ) können leicht zulegen. Wie der Biotechnologiekonzern bekannt gab, hat das japanische Pharmaunternehmen Shionogi (
ISIN JP3347200002 /
WKN 855648 ) seine bestehende Forschungslizenz erweitert, um die HuCAL PLATINUM-Technologie von MorphoSys bei der internen Wirkstoffforschung einsetzen zu können. MorphoSys erhalte aufgrund der Erweiterung höhere jährliche Nutzungsgebühren von Shionogi. Spitzenreiter sind Evotec mit +3,5 Prozent, gefolgt von QIAGEN.
DAX: 5.596,29 (-1,28 Prozent) MDAX: 7.433,38 (-1,64 Prozent) SDAX: 3.614,81 (-0,37 Prozent) TecDAX: 804,08 (-0,68 Prozent) (27.01.2010/ac/n/m)