Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach der starken Entwicklung der vergangenen Woche realisieren die deutschen Anleger am Montag Gewinne. Nach einem gut behaupteten Auftakt verliert der DAX zur Stunde 1,43 Prozent auf 4.843,40 Punkte.
Der MDAX gibt 1,89 Prozent ab auf 5.796,42 Zähler. Für den SDAX geht es um 0,18 Prozent nach unten auf 2.855,28 Punkte. Gleichzeitig fällt der TecDAX um 2,01 Prozent zurück auf 609,79 Zähler. Der Bund Future gewinnt 0,34 Prozent auf 120,68 Punkte.
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes im März real um 22,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wies der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe saison- und arbeitstäglich bereinigt ein Plus von 1,5 Prozent aus.
Die US-Börsen konnten ihre Gewinne am vergangenen Freitag im Vergleich zum Handelsschluss in Deutschland noch ausweiten. Dow Jones, NASDAQ Composite und S&P 500 legten dabei bis zu 2,4 Prozent zu. In Tokio waren heute ebenfalls Zuwächse auszumachen. Die Aktie des Autobauers Toyota verlor nach den am Freitag nachbörslich vorgelegten Ergebnissen fast 5 Prozent. Finanztitel zählten indes einmal mehr zu den Favoriten. Im weiteren Verlauf stehen keine marktbewegenden Konjunkturdaten an. Heute Abend dürften insbesondere die Ergebnisse der Deutschen Börse für Aufsehen sorgen.
Der Automobilhersteller BMW hat einer Allianz mit dem Wettbewerber Daimler Medienberichten zufolge offenbar eine Absage erteilt. Demnach haben sich die Münchner sowohl gegen eine lange geplante Motorenkooperation mit Mercedes als auch gegen eine Zusammenarbeit der Finanztöchter beider Premium-Automobilhersteller entschieden. BMW verlieren aktuell 2,9 Prozent. Daimler liegen mit 2,4 Prozent im Minus. Für Volkswagen geht es um 1,6 Prozent nach unten.
Papiere der Commerzbank knicken am Indexende um 5,2 Prozent ein. Hier steht ein Pressebericht im Blick, dem zufolge das Geldhaus eine weitere staatlich garantierte Anleihe emittieren will. Sollte es zu einer Emission kommen, werde das Volumen sicherlich "Benchmark-Niveau" haben und womöglich bei 2 oder 3 Mrd. Dollar liegen. Belasten dürfte insbesondere ein Zeitungsartikel, wonach der von der US-Regierung durchgeführte "Stress-Test" angeblich geschönigt wurde. Deutliche Abschläge erleiden daneben unter anderem K+S (-3,4 Prozent), MAN (-3,1 Prozent) und ThyssenKrupp (-3,1 Prozent).
Im MDAX verliert die Aktie von LEONI 2,5 Prozent. De Spezialist für Draht-, Kabel- und Bordnetz-Systeme meldete heute, dass die Geschäftsentwicklung zum Jahresauftakt durch die verschärfte weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise wie erwartet stark belastet wurde. Im ersten Quartal sank der Konzernumsatz um 36 Prozent auf 492 Mio. Euro. Dabei wurde ein Konzernfehlbetrag von 49,7 Mio. Euro ausgewiesen, gegenüber einem Überschuss von 20 Mio. Euro im Vorjahr. TUI knicken daneben um fast 7 Prozent ein. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern hat nach dem mehrheitlichen Verkauf der Hapag-Lloyd AG im ersten Quartal ein deutlich positives Konzernergebnis erzielt. Nach einem Verlust von rund 279 Mio. Euro im Vorjahr wurde aufgrund des Buchgewinns in Höhe von 990 Mio. Euro infolge der Desinvestition der Schifffahrt ein Konzerngewinn von rund 415 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Umsatz des Kerngeschäfts Touristik sank um knapp 15 Prozent auf rund 3,1 Mrd. Euro. Noch härter trifft es die Aktie von Arcandor (-10,7 Prozent). Der Chef der Kaufhauskette Karstadt, Stefan Herzberg, hat in einem Zeitungsinterview für staatliche Bürgschaften für den angeschlagenen Kaufhauskonzern geworben.
Im TecDAX brechen Infineon nach einer negativen
Analystenstudie um rund 13 Prozent ein. Einen weiten Bogen machen die Anleger außerdem um SOLON (-4,9 Prozent), Nordex (-3 Prozent) und SolarWorld (-2,3 Prozent). Auf der anderen Seite legen IDS Scheer, Rofin-Sinar und Conergy jeweils mehr als 4 Prozent zu.
DAX: 4.843,40 (-1,74 Prozent) MDAX: 5.796,42 (-1,89 Prozent) SDAX: 2.855,28 (-0,18 Prozent) TecDAX: 609,79 (-2,01 Prozent) (11.05.2009/ac/n/m)