Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte zeigen sich am Donnerstagmorgen deutlich erholt. Der
DAX kann aktuell um 1,26 Prozent vorrücken auf 5.714,32 Punkte. Der MDAX legt daneben 1,40 Prozent zu auf 7.584,01 Zähler.
Für den SDAX geht es um 0,66 Prozent nach oben auf 3.658,52 Stellen. Der TecDAX gewinnt 1,80 Prozent und steht bei 818,16 Zählern. Der Bund Future gibt 0,37 Prozent ab auf 122,92 Stellen.
Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, hat sich die Erwerbstätigkeit in Deutschland im Dezember erneut verringert. Nach vorläufigen Berechnungen gab es rund 40,30 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland, das waren 211.000 Personen bzw. 0,5 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Damit habe sich der Rückgang der Erwerbstätigenzahl im Vorjahresvergleich abgeschwächt. Wie zudem bekannt wurde, hat die Inflation in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen im Januar leicht nachgegeben. Demnach wird sich der Verbraucherpreisindex gegenüber Januar 2009 voraussichtlich um 0,8 Prozent erhöhen.
Die Wall Street hat am Vorabend kurz vor Handelsschluss ins Plus gedreht. Die Anleger reagierten positiv auf die eher optimistische Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch den Offenmarktausschuss der Fed. Die Leitzinsen wurden unverändert auf dem niedrigen Niveau belassen. Zudem hat US-Präsident Barack Obama in seiner ersten Rede zur Lage der Nation mildere Töne im Zusammenhang mit der Regulierung der Finanzmärkte angeschlagen. Der Dow Jones schloss am Ende 0,4 Prozent fester, während der NASDAQ Composite 0,8 Prozent zulegen konnte. Der S&P 500 gewann 0,5 Prozent. Auch an den asiatischen Börsen war die Stimmung heute recht ausgelassen. Unter anderem gewannen der Nikkei-Index 1,6 Prozent und der Hang Seng 1,6 Prozent. Zahlen werden heute mitunter von 3M, Altria, Amazon, AT&T, Bristol-Myers Squibb, Colgate-Palmolive, Eastman Chemical, Eastman Kodak, Eli Lilly, Lockheed Martin, Microsoft, Motorola, Nokia, Procter & Gamble, Raytheon, Time Warner Cable und US Airways erwartet. In den USA stehen zudem die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, der Chicago Fed Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf dem Programm.
Einem Pressebericht zufolge plant die Deutsche Börse (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) ein groß angelegtes Restrukturierungsprogramm, im Rahmen dessen bis zu 10 Prozent der Stellen gestrichen werden sollen. Betroffen seien davon alle Töchter des Konzerns, der insgesamt rund 3.300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Börsenbetreiber leide nicht nur unter der mangelnden Investitionsbereitschaft der Anleger infolge der weltweiten Finanzkrise, sondern auch unter dem zunehmenden Wettbewerb der durch Banken gegründeten neuen elektronischen Handelsplattformen (MTF). Die Aktie zählt mit einem Plus von rund 2 Prozent zu den Favoriten.
An der DAX-Spitze machen sich Infineon breit. Der Wert gewinnt aktuell 3,4 Prozent. Hoch im Kurs stehen daneben aber auch die Commerzbank mit +2,7 Prozent, die Deutsche Bank mit +2,6 Prozent, die Deutsche Lufthansa mit +2,5 Prozent und Daimler mit +2 Prozent. ThyssenKrupp und Salzgitter legen 0,8 bzw. 1,3 Prozent zu. Dabei hat der japanische Konkurrent Nippon Steel heute mit seinen Zahlen und dem Ausblick enttäuscht. Verlierer gibt es derzeit im DAX keine.
Auch im MDAX ziehen sich die Gewinne quasi quer durch alle Sektoren. Spitzenreiter sind ElringKlinger mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent. Dahinter legen Sky, Wincor Nixdorf und die Aareal Bank deutlich zu. Für EADS (
ISIN NL0000235190 /
WKN 938914 ) geht es um 1,6 Prozent nach oben. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M kurz vor Ende der Verhandlungsfrist offenbar ein letztes Angebot unterbreitet. Einem Pressebericht zufolge beharre der Konzern dabei auf den bereits zusätzlich geforderten 5,2 Mrd. Euro, was die Gesamtsumme des Projektes auf 25,2 Mrd. Euro schraube. Zusätzlich sollen die Preisgleitklauseln von 1,9 Prozent auf 3 Prozent pro Jahr angehoben werden. Auf dieses Paket sei der Konzern aber bereit, einen "Rabatt" von insgesamt 800 Mio. Euro zu gewähren. Bei den Regierungen stößt dieser Vorschlag indessen auf wenig Gegenliebe, hieß es.
Im SDAX liegen CENTROTEC (
ISIN DE0005407506 /
WKN 540750 ) leicht im Minus. Der Spezialist für Hochleistungskunststoffe und Energiesparsysteme hat nach vorläufigen Zahlen die Umsatz- und Gewinnprognosen für 2009 erfüllt. Demnach sank der Umsatz auf 467 Mio. Euro Damit wurde der Rekordumsatz des Jahres 2008 nahezu wieder erreicht. Ferner wurde mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 29 bis 30 Mio. Euro die Prognose ebenfalls erfüllt.
Im TecDAX sind es Titel der Software AG, die mit einem Plus von 4 Prozent an der Spitze rangieren. Zuwächse von jeweils mehr als 3 Prozent fahren Evotec, Roth & Rau sowie Nordex ein.
DAX: 5.714,32 (+1,26 Prozent) MDAX: 7.584,01 (+1,40 Prozent) SDAX: 3.658,52 (+0,66 Prozent) TecDAX: 818,16 (+1,80 Prozent) (28.01.2010/ac/n/m)