Tokio (aktiencheck.de AG) - Belastet von äußerst negativen Vorgaben der Wall Street, Sorgen vor weiteren Bankenpleiten und schwachen Zahlen der Bank of America haben die größten Aktienmärkte in Asien am Dienstag erneut kräftig Federn lassen müssen.
Kursverluste von jeweils mehr als 4 Prozent wurden dabei aus Hongkong und Bangkok gemeldet. Der Nikkei-Index fiel kurzzeitig unter die 10.000er Marke und auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren. Letztendlich schloss das Aktienbarometer mit 3,03 Prozent im Minus bei 10.155,90 Punkten. Der TOPIX gab 2,15 Prozent ab auf 977,61 Zähler.
Die Verluste zogen sich dabei quasi quer durch alle Branchen. Zu den wenigen Gewinnern zählte die Aktie der Großbank Mitsubishi UFJ Financial mit einem Plus von 0,6 Prozent. Dagegen ging es für Mizuho Financial um 2,7 Prozent, für Sumitomo Mitsui Financial um 1,3 Prozent und für Resona um 0,4 Prozent nach unten. Gegen den Trend konnten Titel der beiden Immobilienkonzerne Mitsui Fudosan und Mitsubishi Estate 0,7 bzw. 1,6 Prozent zulegen.
Im Stahlsektor verfestigten sich Sumitomo Metal um 1,1 Prozent und JFE um 2,9 Prozent. Nippon Steel gingen unverändert aus dem Handel, während bei Kobe Steel ein Abschlag von 3,2 Prozent auszumachen war. Automobilwerte gaben auf breiter Front ab. Die Aktie des japanischen Branchenprimus Toyota, der einem Pressebericht zufolge auf dem Heimatmarkt mit drastischen Absatzrückgängen beim Hybridmodell Prius zu kämpfen hat, schloss 4,9 Prozent schwächer. Ferner sackten Mazda um 5,9 Prozent, Honda um 5 Prozent, Mitsubishi um 10,3 Prozent und Nissan um 4,8 Prozent ab.
Im Technologiesegment gaben Sharp 9,3 Prozent ab, nachdem der Technologiekonzern gestern nach Börsenschluss seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert hat. Daneben verloren Sony 3,2 Prozent, Canon 4,1 Prozent und Elpida Memory 7,2 Prozent. Gesucht waren Nintendo (+3 Prozent) und Nikon (+2 Prozent).
Japan:
Nikkei 225: 10.155,90 (-3,03 Prozent)
TOPIX: 977,61 (-2,15 Prozent)
China:
Hang Seng: 16.803,76 (-4,97 Prozent)
Shanghai Composite: 2.157,84 (-0,73 Prozent).
Thailand:
SET-Index: 528,71 (-4,18 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.366,10 (+0,54 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die größte japanische Handelsgesellschaft Mitsubishi Corp. (
ISIN JP3898400001 /
WKN 857124 ) beteiligt sich mit 5 Prozent an dem britischen Hedgefonds-Manager Capula Investment Management LLP. Dies teilte der Konzern heute mit. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt. Das verwaltete Vermögen der Briten beläuft sich den Angaben zufolge auf rund 4,1 Mrd. Dollar. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" (Dienstagausgabe) berichtet, beläuft sich die Transaktionssumme auf rund 3 Mrd. Japanische Yen (JPY).
Der japanische Automobilhersteller Toyota Motor Corp. (
ISIN JP3633400001 /
WKN 853510 ) hat seine Preise auf dem Heimatmarkt für Hybridfahrzeuge und Nutzfahrzeuge angesichts deutlich gestiegener Rohstoffkosten zum 1. September um bis zu 3,3 Prozent angehoben. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" heute berichtet, haben einige führende Autohändler in Japan in diesem Zusammenhang im September drastische Absatzrückgänge beim Hybridmodell Prius verzeichnet. So sank der Absatz etwa bei Aichi Toyota im Vorjahresvergleich um 60 Prozent auf etwa 160 Fahrzeuge. Bei Osaka Toyota Motor Co. wurde ein Minus von 50 Prozent auf rund 100 Fahrzeuge verbucht. (07.10.2008/ac/n/m)