Tokio (aktiencheck.de AG) - Die größten Börsen in Asien haben sich ungeachtet der recht robusten Vorgaben der Wall Street mit dramatischen Kursabschlägen in das Wochenende verabschiedet. Zu schwer wogen die Sorgen vor einer globalen Rezession.
Unter anderem brachen der KOSPI um gut 10 Prozent und der Hang Seng um mehr als 8 Prozent ein. In Tokio verlor der Nikkei 9,60 Prozent auf 7.649,08 Punkte. Der japanische Leitindex schloss damit auf dem tiefsten Stand seit April 2003. Der marktbreitere TOPIX fiel um 7,52 Prozent zurück auf 806,11 Zähler.
Die Aktie von Sony brach um 14,1 Prozent ein, nachdem der weltweit zweitgrößte Unterhaltungselektronik-Konzern seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gestern nach Börsenschluss drastisch nach unten revidiert hat. Der Konzern führte in diesem Zusammenhang ungünstige Wechselkurse und eine schwächer als erwartete Entwicklung in den Segmenten Elektronik und Finanzen an. Daneben sackten unter anderem Olympus um 14,9 Prozent, Canon um 12,6 Prozent, Nikon um 12,4 Prozent und Panasonic um 12 Prozent ab.
Automobilwerte hielten sich vergleichsweise wacker. Toyota verloren 6,4 Prozent, Honda 5,7 Prozent, Nissan 5,4 Prozent und Mazda 9,1 Prozent. Im Stahlsektor knickten Nippon Steel um 8,2 Prozent, Sumitomo Metal um 10,8 Prozent und JFE um 7,7 Prozent ein.
Titel der Großbank Mitsubishi UFJ Financial schlossen mit 8,3 Prozent im Minus. Mizuho Financial und Sumitomo Mitsui Financial büßten 12,6 bzw. 10,1 Prozent ein.
In Seoul ging es für Titel des Elektronikkonzerns Samsung, der im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen musste, um rund 14 Prozent in die Tiefe.
Japan:
Nikkei 225: 7.649,08 (-9,60 Prozent)
TOPIX: 806,11 (-7,52 Prozent)
China:
Hang Seng: 12.618,38 (-8,30 Prozent)
Shanghai Composite: 1.839,62 (-1,92 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 465,24 (-6,96 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 938,75 (-10,57 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die JFE Holdings Inc. (
ISIN JP3386030005 /
WKN 724564 ), der zweitgrößte Stahlerzeuger in Japan, musste im ersten Halbjahr trotz gestiegener Erlöse einen Gewinnrückgang hinnehmen. Unternehmensangaben von heute zufolge erhöhten sich die Umsatzerlöse um 26 Prozent. Der Nettogewinn sank dagegen um rund 4 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr hat der Konzern seine Prognose angesichts der rückläufigen Rohstoffpreise angehoben.
Der japanische Technologiekonzern Hitachi Ltd. (
ISIN JP3788600009 /
WKN 853219 ) hat seinen operativen Ergebnisausblick für das abgelaufene erste Halbjahr heute deutlich angehoben. Als Grund nannte der Konzern die gute Geschäftsentwicklung des Bereichs Informations- und Telekommunikationssysteme. Die Umsatzplanung wurde indes leicht gesenkt.
Die Yahoo Japan Corp. (
ISIN JP3933800009 /
WKN 916008 ), die sich zu 33,4 Prozent im Besitz des amerikanischen Internet-Medienunternehmens Yahoo! Inc. (
ISIN US9843321061 /
WKN 900103 ) und zu 41,1 Prozent in den Händen des japanischen Internet-Unternehmens Softbank Corp. (
ISIN JP3436100006 /
WKN 891624 ) befindet, meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 35,8 Prozent gestiegen ist. Das operative Ergebnis stieg um 9,7 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich gleichzeitig um 8,2 Prozent.
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics Co. Ltd. (
ISIN US7960502018 /
WKN 881823 ) musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der Technologiekonzern heute erklärte, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 15 Prozent. Beim operativen Ergebnis wurde hingegen ein Rückgang von 50 Prozent verzeichnet. Im Halbleitersegment verringerte sich der operative Gewinn dabei um 74 Prozent, während man bei LCDs einen Rückgang von 44 Prozent beim operativen Ergebnis hinnehmen musste. Der Nettogewinn verringerte sich ebenfalls deutlich. (24.10.2008/ac/n/m)