Tokio (aktiencheck.de AG) - Die größten Aktienmärkte in Asien haben zum Wochenauftakt massive Verluste hinnehmen müssen. Wie erwartet hat das geplante Rettungspaket der US-Regierung am Freitag auch das Repräsentantenhaus passiert.
Die Wall Street hat allerdings mit kräftigen Kursabschlägen reagiert. Nach anfänglichen Gewinnen ging es für den Dow Jones um 1,5 Prozent nach unten. Verluste von jeweils rund 5 Prozent wurden heute aus Hongkong und Shanghai gemeldet. Der SET-Index brach in Bangkok um 6,5 Prozent ein. Nicht viel besser war es um den japanischen Aktienmarkt bestellt. Der Nikkei-Index verlor 4,25 Prozent auf 10.473,09 Punkte. Der TOPIX gab 4,67 Prozent ab auf 999,05 Zähler.
Die Verluste zogen sich quer durch alle Branchen. Papiere des Automobilriesen Toyota schlossen mit 4,4 Prozent im Minus. Außerdem fielen Mazda um 5,3 Prozent, Honda um 4,6 Prozent und Nissan um 6 Prozent zurück. Für Papiere von Isuzu ging es um 9 Prozent in die Tiefe.
Im Technologiesektor sackten unter anderem Elpida Memory um 10,4 Prozent, Tokyo Electron um 9,1 Prozent und Advantest um 8,1 Prozent ab. Sony schlossen mit 6,6 Prozent im Minus. Außerdem gaben Panasonic 6,3 Prozent, Nintendo 7,4 Prozent und Nikon 6,2 Prozent ab. Sharp schlossen 5,4 Prozent schwächer. Nach Börsenschluss hat der Technologiekonzern dann eine drastische Gewinnwarnung ausgesprochen.
Finanzwerte standen ebenfalls unter Verkaufsdruck, nachdem der deutsche Immobilienfinanzierer HRE offenbar nur knapp an der Pleite vorbeigeschrammt ist. Papiere der Großbank Mitsubishi UFJ Financial rutschten um 9,2 Prozent ab. Außerdem verloren Mizuho Financial 7,8 Prozent, Sumitomo Mitsui Financial 3,3 Prozent und Resona 9,5 Prozent.
In Hongkong ging es für China Life als Umsatzspitzenreiter um 3,7 Prozent nach unten. HSBC büßten 2,2 Prozent, China Mobile 5,8 Prozent, CCB 7,3 Prozent und ICBC 5,3 Prozent ein.
Japan:
Nikkei 225: 10.473,09 (-4,25 Prozent)
TOPIX: 999,05 (-4,67 Prozent)
China:
Hang Seng: 16.803,76 (-4,97 Prozent)
Shanghai Composite: 2.173,74 (-5,23 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 551,80 (-6,48 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.358,75 (-4,29 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der japanische Technologiekonzern Sharp Corp. (
ISIN JP3359600008 /
WKN 855383 ) hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Demnach rechnet der Konzern nun nur noch mit einem Nettogewinn von 60 Mrd. Japanischen Yen (JPY) für das Geschäftsjahr 2008 (-41 Prozent zum Vorjahr), gegenüber ursprünglich erwarteten 105 Mrd. JPY (+3 Prozent zum Vorjahr). Hintergrund für die deutlich schlechtere Prognose seien eine rückläufige Nachfrage nach Mobiltelefonen in Japan sowie eine Schwäche bei den Preisen für LCD-Panels. Zudem wurde die Umsatzplanung für das Gesamtjahr um 180 Mrd. JPY auf 3,42 Bio. JPY gesenkt, während die Prognose für den Vorsteuergewinn von zunächst 175 Mrd. JPY auf nun 100 Mrd. JPY revidiert wurde.
Der japanische Energiekonzern INPEX Holdings Inc. (
ISIN JP3294460005 /
WKN A0JD4G ) wird einem Zeitungsartikel zufolge in Indonesien im Rahmen der Erschließung eines Gasfeldes im Masela Block in der Timorsee voraussichtlich das weltweit erste Offshore-LNG-Terminal errichten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Sonntag unter Berufung auf INPEX-President Naoki Kuroda berichtete, soll in den kommenden zwei bis drei Monaten eine finale Entscheidung gefällt werden. Die Investitionskosten würden sich dem Artikel zufolge auf mehr als 1 Bio. Japanische Yen (JPY) belaufen.
Der japanische Speicherchip-Hersteller Elpida Memory Inc. (
ISIN JP3167640006 /
WKN A0DK2L ) nutzt künftig ein schlankeres Chip-Design mit der neuesten 65-Nanometer-Produktion, um die Herstellungskosten zu senken. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" heute berichtet, sollen so etwa 1.100 bis 1.200 oder ein Fünftel mehr 1-Gigabyte-DRAM-Chips pro 300mm Wafer entstehen.
Der chinesische PC-Hersteller Lenovo Group Ltd. (
ISIN HK0992009065 /
WKN 894983 ) will einem Pressebericht zufolge in Europa verstärkt ins Endkundengeschäft einsteigen und das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen ausbauen. "Wir wollen zunächst unser Geschäftsmodell, mit dem wir in China erfolgreich sind, auf andere Länder übertragen. Wir bieten kleinen und mittleren Geschäftskunden Anlagen zu günstigen Preisen. In Deutschland wachsen wir damit zurzeit zweistellig", erklärte Lenovo-CEO Bill Amelio in einem Interview mit dem China-Sonderheft der "WirtschaftsWoche". Außerdem kündigt der Lenovo-Chef den Einstieg ins Geschäft mit Privatkunden an. "In Frankreich steigen wir jetzt auch ins Privatkundengeschäft ein. Wenn das funktioniert, kommen wir damit auch nach Deutschland." Ob damit eine Übernahme von Fujitsu Siemens Computer, dem Gemeinschaftsunternehmen der Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) und des japanischen Technologiekonzerns Fujitsu Ltd. (
ISIN JP3818000006 /
WKN 855182 ) gemeint ist, ließ Amelio offen. (06.10.2008/ac/n/m)