Börsen in Asien: Massive Verluste, erneuter Kursrutsch in.


22.10.08 13:01
Meldung
 
Tokio (aktiencheck.de AG) - Die größten Börsen in Asien haben am Mittwoch massive Verluste hinnehmen müssen.
Belastet von überaus schwachen Vorgaben aus New York und anhaltenden Rezessionsängsten sackten der Hang Seng um 5,2 Prozent, der Shanghai Composite um 3,2 Prozent und der KOSPI um 5,1 Prozent ab. Den Aktienmarkt in Tokio traf es allerdings noch härter. Der Nikkei-Index brach bis Handelsende um 6,79 Prozent ein auf 8.674,69 Punkte. Der marktbreitere TOPIX fiel um 7,05 Prozent zurück auf 889,23 Zähler.

Die schlechte Stimmung auf dem Tokioter Börsenparkett war mitunter einem Pressebericht geschuldet, demzufolge die Großbank Mitsubishi UFJ Financial in Kürze eine drastische Gewinnwarnung aussprechen wird. Der Wert verlor in der Folge 8,8 Prozent. Ferner sackten Mizuho Financial und Sumitomo Mitsui Financial um 8,5 Prozent bzw. um 8 Prozent ab.

Der größte japanische Automobilkonzern Toyota wird in 2008 Presseangaben zufolge seinen ersten Absatzrückgang seit zehn Jahren verbuchen. Bislang stellt der Konzern noch ein Absatzplus in Aussicht. Der Titel brach daraufhin um 6,7 Prozent ein. Ein weiterer Belastungsfaktor für den stark vom Export abhängigen Automobilsektor war die jüngst verschärfte Talfahrt des Euro. Für Mazda ging es um 13 Prozent in die Tiefe. Honda verloren 7,2 Prozent, Nissan 8,9 Prozent und Mitsubishi 3,8 Prozent.

Der Chip-Hersteller NEC Electronics hat seine Anleger gestern nach Börsenschluss mit einer Ergebniswarnung geschockt. Die Quittung erfolgte auf dem Fuße. Der Wert knickte um 19,9 Prozent ein. Papiere des Mutterkonzerns NEC schlossen mit 11,3 Prozent im Minus. Im Chip-Segment sackten außerdem Elpida Memory und Advantest um jeweils mehr als 11 Prozent ab. Deutliche Abschläge verzeichneten mitunter auch Sony (-9,3 Prozent), Nikon (-10,1 Prozent), Olympus (-11,4 Prozent) und Panasonic (-8,4 Prozent).

In Seoul gaben Samsung 2,1 Prozent ab. Der Elektronikkonzern verzichtet auf die Übernahme des amerikanischen Speicherchip-Herstellers SanDisk.

Japan:

Nikkei 225: 8.674,69 (-6,79 Prozent)

TOPIX: 889,23 (-7,05 Prozent)

China:

Hang Seng: 14.266,60 (-5,15 Prozent)

Shanghai Composite: 1.895,82 (-3,20 Prozent)

Thailand:

SET-Index: 465,24 (-2,83 Prozent)

Südkorea:

Seoul Composite KOSPI: 1.134,59 (-5,14 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die japanische Mitsubishi UFJ Financial Group Inc. (ISIN JP3902900004 / WKN 657892 ) wird einem Pressebericht zufolge ihre Ergebnisschätzung für das abgelaufene erste Halbjahr deutlich zurücknehmen, was auf die Bereinigung fauler Kredite sowie auf Abschreibungen auf Unternehmensbeteiligungen zurückzuführen sei. Eine entsprechende Mitteilung werde noch im laufenden Monat erwartet. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" heute berichtet, dürfte der Nettogewinn der größten japanischen Bank auf grob geschätzt 100 Mrd. Japanische Yen (JPY) gefallen sein. Der Konzern habe zuletzt noch einen Nettogewinnanstieg um 5 Prozent auf 270 Mrd. JPY in Aussicht gestellt.

Der größte japanische Automobilkonzern Toyota Motor Corp. (ISIN JP3633400001 / WKN 853510 ) wird in 2008 Presseangaben zufolge seinen ersten Absatzrückgang seit zehn Jahren verbuchen. Wie der "Nikkei" heute berichtet, wird der Konzern in diesem Jahr nach jetzigen Schätzungen voraussichtlich 8,3 Millionen Fahrzeuge absetzen, nach 8,43 Millionen in 2007. Dies würde einem Rückgang von 2 Prozent entsprechen. Laut der Zeitung wäre dies bereits das zweite Mal innerhalb von vier Monaten, dass Toyota seine Absatzplanung für das Gesamtjahr senken würde. Inklusive der beiden Tochtergesellschaften Daihatsu Motor Co. Ltd. (ISIN JP3496600002 / WKN 857493 ) und Hino Motors Ltd. (ISIN JP3792600003 / WKN 853852 ) dürfte der Absatz auf rund 9,3 Millionen Fahrzeuge sinken, nach 9,37 Millionen im Vorjahr. Toyota hatte die Prognose zuletzt auf 9,5 Millionen Einheiten zurückgenommen.

Der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors Corp. (ISIN JP3899800001 / WKN 876551 ) stellt für das abgelaufene erste Halbjahr ein deutlich positives Nettoergebnis in Aussicht. Bislang war man lediglich von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen. Gleichzeitig wurde die operative Gewinnschätzung angehoben. Der Konzern begründet die Anhebung mit der günstigen Wechselkursentwicklung. Dagegen wurde die Umsatzprognose angesichts der schleppenden Absätze gesenkt.

Der japanische Automobilkonzern Nissan Motor Co. Ltd. (ISIN JP3672400003 / WKN 853686 ) will Presseangaben zufolge rund 20 Prozent der Anteile an der Chrysler LLC erwerben und den angeschlagenen US-Hersteller damit in die bestehende Allianz mit der Renault S.A. (ISIN FR0000131906 / WKN 893113 ) einbringen. Wie die "Detroit News" heute berichten, liegt die Offerte nun der Private Equity-Gesellschaft Cerberus Capital Management vor, die 80 Prozent der Chrysler-Anteile hält. Cerberus-Gründer und -CEO Stephen Feinberg bevorzuge jedoch nach wie vor eine Transaktion mit der General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052 / WKN 850000 ).

Die KDDI Corp. (ISIN JP3496400007 / WKN 887603 ), der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber in Japan, meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 24 Prozent gestiegen ist, was auf geringere Subventionszahlungen für Mobiltelefone zurückzuführen ist. Der operative Gewinn stieg daneben um 27 Prozent. Der Umsatz verringerte sich dagegen leicht um 1,5 Prozent.

Der japanische Chip-Hersteller NEC Electronics Corp. (ISIN JP3164720009 / WKN 812960 ), eine Tochter der NEC Corp. (ISIN JP3733000008 / WKN 853675 ), hat seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten revidiert. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern nun einen Nettoverlust in Aussicht, statt eines ausgeglichenen Ergebnisses. Die operative Gewinnprognose wurde ebenso wie die Umsatzschätzung zurückgenommen. Der Konzern begründete die Anpassung mit der anhaltenden Finanzkrise und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung der Chip-Industrie.

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics Co. Ltd. (ISIN US7960502018 / WKN 881823 ) verzichtet auf die Übernahme des amerikanischen Speicherchip-Herstellers SanDisk Corp. (ISIN US80004C1018 / WKN 897826 ). Unternehmensangaben von heute zufolge will man aufgrund der schlechten Geschäftsaussichten von SanDisk von der rund 5,85 Mrd. Dollar schweren Transaktion absehen. Der US-Konkurrent musste am Montag einen unerwartet hohen Verlust ausweisen. Samsung hat in seiner Offerte Mitte September 26 Dollar in bar je SanDisk-Aktie geboten, dieses Angebot wurde jedoch als zu niedrig zurückgewiesen.

Die Wipro Ltd. (ISIN US97651M1099 / WKN 578886 ), Indiens drittgrößter Software-Hersteller, meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 19 Prozent gestiegen ist, die Erwartungen jedoch verfehlt wurden. Der Umsatz kletterte um 36 Prozent. (22.10.2008/ac/n/m)


 

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