Tokio (aktiencheck.de AG) - Der US-Standardwerteindex Dow Jones ist am Dienstag in einer fulminanten Kursrallye um fast 11 Prozent in die Höhe geschnellt. Ähnliche Gewinne waren auch beim S&P 500 und an der Technologiebörse NASDAQ auszumachen.
Nicht ganz so euphorisch gestimmt waren die Anleger in Asien. So wurden deutliche Verluste aus Seoul, Bangkok und Shanghai gemeldet. In Tokio war die Lage, gestützt auf Zinssenkungsphantasien, spürbar besser. Der japanische Leitindex Nikkei zog um 7,74 Prozent an auf 8.211,90 Punkte. Der marktbreitere TOPIX legte 5,90 Prozent zu auf 830,32 Zähler.
Die Kursgewinne zogen sich dabei quer durch alle Branchen. Überdurchschnittlich gut schnitt der Automobilsektor ab. Hier stiegen unter anderem Toyota um 10,4 Prozent, Mazda um 12,5 Prozent und Nissan um 11,3 Prozent. Honda gingen mit +18,2 Prozent aus dem Handel. Angesichts der Stärke des Japanischen Yen und schwacher Verkaufszahlen in den USA und Europa hat der Konzern im abgelaufenen Quartal deutlich weniger verdient.
Papiere des Konsumelektronik-Herstellers Panasonic gewannen nach den gestern vorgelegten Quartalszahlen 4,6 Prozent. Nintendo schlossen mit 12,2 Prozent im Plus. Bei Softbank war ein Aufschlag von 15,4 Prozent auszumachen. Sony legten im Vorfeld der nachbörslich veröffentlichten Ergebnisse 2 Prozent zu.
Nikkei 225: 8.211,90 (+7,74 Prozent)
TOPIX: 830,32 (+5,90 Prozent)
China:
Hang Seng: 12.702,07 (+0,84 Prozent)
Shanghai Composite: 1.719,81 (-2,94 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 384,15 (-3,49 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 968,97 (-3,02 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die japanische Sony Corp. (
ISIN JP3435000009 /
WKN 853687 ), der weltweit zweitgrößte Unterhaltungselektronik-Konzern, gab heute nach Börsenschluss bekannt, dass sie im zweiten Quartal bei leicht rückläufigen Erlösen einen kräftigen Gewinnrückgang verbucht hat. Belastet von ungünstigen Wechselkursen und der schwachen Entwicklung der Segmente Elektronik und Finanzen sank das Nettoergebnis um 71,8 Prozent. Das operative Ergebnis sank um 90,1 Prozent. Der Umsatz verringerte sich daneben um 0,5 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hat der Konzern seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zum 31. März 2009 deutlich zurückgeschraubt.
Die Toshiba Corp. (
ISIN JP3592200004 /
WKN 853676 ), der zweitgrößte Elektronikkonzern und Chip-Hersteller in Japan, verbuchte im zweiten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang, was auf die schwache Entwicklung der Chip-Sparte zurückzuführen ist. Wie der Konzern heute mitteilte, war das Nettoergebnis negativ, nach einem Gewinn im Vorjahr. Das operative Ergebnis verschlechterte sich daneben um rund 99 Prozent. Der Umsatz verringerte sich um 7 Prozent. Die zuletzt gesenkte Nettogewinnprognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
Das japanische Internet- und Mobilfunkunternehmen Softbank Corp. (
ISIN JP3436100006 /
WKN 891624 ) meldete heute, dass sein Nettogewinn im zweiten Quartal trotz der schwachen Entwicklung der Mobilfunksparte um 1,9 Prozent gestiegen ist. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 6,6 Prozent. Der Gesamtumsatz verringerte sich dagegen um 2,8 Prozent.
Die japanische Nippon Steel Corp. (
ISIN JP3381000003 /
WKN 859164 ), der größte asiatische Stahlkonzern und die Nummer zwei weltweit, verbuchte im ersten Halbjahr aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise einen Gewinnrückgang. Unternehmensangaben von heute zufolge erhöhte sich der Umsatz um rund 12 Prozent. Dagegen sank das operative Ergebnis um 6 Prozent. Das Nettoergebnis verringerte sich um gut 8 Prozent. Für das aktuelle Geschäftsjahr hat der Konzern seinen Nettoergebnisausblick angesichts zuletzt wieder gesunkener Rohstoff- und Energiekosten sowie höherer Absatzpreise und die operative Gewinnschätzung angehoben. Die Umsatzprognose wurde indes gesenkt.
Die Fujitsu Ltd. (
ISIN JP3818000006 /
WKN 855182 ), der viertgrößte Elektronikkonzern in Japan, teilte heute mit, dass sie im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn erzielt hat, was teilweise auf Kostensenkungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Der operative Gewinn sank dagegen um 12,3 Prozent. Der Umsatz lag um 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für das laufende Geschäftsjahr hat Fujitsu seinen Nettogewinnausblick, die operative Gewinnschätzung und die Umsatzprognose gesenkt.
Die Sumitomo Mitsui Financial Group Inc. (SMFG) (
ISIN JP3890350006 /
WKN 778924 ), die drittgrößte Bankgesellschaft in Japan, hat heute aufgrund höherer Kreditkosten und Wertberichtigungen auf Anlagevermögen eine drastische Ergebniswarnung ausgesprochen. Für das laufende Geschäftsjahr hat SMFG den Nettogewinnausblick von 480 Mrd. Papanische Yen (JPY) auf 180 Mrd. JPY zurückgenommen. (29.10.2008/ac/n/m)