Paris (aktiencheck.de AG) - Die in den letzten Tagen zu beobachtende Erholung findet heute ein jähes Ende.
Belastet von überaus negativen Vorgaben aus New York und Fernost sowie schwachen US-Futures verliert der Dow Jones
EURO STOXX 50 zur Stunde 4,62 Prozent auf 2.478,92 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 sackt um 4,41 Prozent ab auf 2.240,52 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 liegt mit 3,99 Prozent im Minus bei 563,80 Indexpunkten. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls deutliche Verluste.
Die Aktie von GlaxoSmithKline entwickelt sich mit einem Abschlag von rund 1 Prozent deutlich besser als der britische Leitindex FTSE 100. Europas größter Pharmakonzern musste im dritten Quartal einen kräftigen Rückgang beim Ergebnis ausweisen. Die Erwartungen wurden dabei allerdings übertroffen. Überdurchschnittlich hohe Kursverluste sind im Rohstoffsektor auszumachen. So verlieren BHP Billiton gut 10 Prozent, Rio Tinto fast 8 Prozent und BP knapp 6 Prozent. Finanzwerte präsentieren sich ebenfalls schwach. Unter anderem geben Barclays 6,7 Prozent und RBS 12,5 Prozent ab.
Angesichts der ungebremsten Talfahrt der europäischen Gemeinschaftswährung gewinnen EADS in Paris fast 5 Prozent. Titel des Lebensmittelherstellers Danone verlieren nach Umsatzzahlen 1,5 Prozent. Das Schlusslicht bilden AXA mit -8 Prozent. Kursverluste von jeweils mehr als 7 Prozent fahren Vallourec und Alstom ein. Total geben gut 6 Prozent ab.
An der Wiener Börse brechen Papiere von Austrian Airlines um rund 25 Prozent ein. Hier belastet ein Pressebericht, demzufolge der geplante Verkauf der Fluglinie zunächst gescheitert zu sein scheint. In Zürich rutschen Titel des Mischkonzerns OC Oerlikon nach enttäuschenden Umsatzzahlen um fast 14 Prozent ab.
Gegen den Trend legen KPN in Amsterdam 1,3 Prozent zu. Die Telefongesellschaft meldete heute, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal leicht verringert hat. Das operative Ergebnis konnte indes verbessert werden. Zudem wurde ein Aktienrückkauf angekündigt. In Madrid stechen unter anderem Repsol mit -14,6 Prozent und Telefónica mit -9,1 Prozent ins Auge.
Indexstände (14:19 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.478,92 (-4,62 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.240,52 (-4,41 Prozent)
EURONEXT 100: 563,80 (-3,99 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.078,74 (-3,57 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.339,25 (-3,92 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 21.257,00 (-2,82 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 9.136,30 (-6,72 Prozent)
SMI (Zürich): 5.960,61 (-3,64 Prozent)
ATX (Wien): 2.023,26 (-3,58 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Europas größter Pharmakonzern, die britische GlaxoSmithKline plc (GSK) (
ISIN GB0009252882 /
WKN 940561 ), musste im dritten Quartal 2008 einen kräftigen Rückgang beim Ergebnis ausweisen. Wie der Konzern heute bekannt gab, erhöhten sich die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 Prozent. Dagegen schrumpfte der Nettogewinn um 21,5 Prozent. Die
Analystenprognose wurde damit allerdings übertroffen.
Der französische Lebensmittelhersteller Groupe Danone S.A. (
ISIN FR0000120644 /
WKN 851194 ) meldete heute, dass er seinen Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert hat. Zudem wurden die Jahresziele bekräftigt. Den Angaben zufolge stieg der Konzernumsatz um 31,2 Prozent. Organisch, d.h. ohne Währungs- und Übernahmeeffekte, wurde ein Plus von 8,3 Prozent ausgewiesen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen bekräftigte der Konzern seine Jahresziele.
Die schweizerische OC Oerlikon Corporation AG (
ISIN CH0000816824 /
WKN 863037 ) musste in den ersten neun Monaten 2008 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Wie der Mischkonzern heute bekannt gab, sank der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum um 7,4 Prozent. Der Bestellungseingang verringerte sich um 16,9 Prozent. Aufgrund des verringerten Volumens erwartet Oerlikon ein EBIT von ca. 250 Mio. Schweizer Franken vor Wertminderungsaufwand und Restrukturierungskosten.
Der geplante Verkauf der österreichischen Fluglinie Austrian Airlines AG (AUA) (
ISIN AT0000620158 /
WKN 875224 ) scheint Presseangaben zufolge zunächst gescheitert zu sein. Nach Informationen der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" liege für die angeschlagene Fluggesellschaft nach dem gestrigen Stichtag kein verbindliches Angebot vor. Im Vorfeld wurden vor allem die deutsche Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) sowie Air France-KLM (
ISIN FR0000031122 /
WKN 855111 ) als Kandidaten für eine Übernahme der AUA gehandelt. Wie die Tageszeitung am Dienstag berichtete, habe die Deutsche Lufthansa eine Offerte mit Einschränkungen vorgelegt, während Air France/KLM lediglich Interesse signalisiert, aber keine Offerte vorgelegt habe. Franzosen und Deutsche kritisieren laut dem Bericht vor allem die "Rahmenbedingungen".
Die niederländische Telefongesellschaft KPN N.V. (
ISIN NL0000009082 /
WKN 890963 ) meldete heute, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal leicht verringert hat, was mit höheren Ausgaben zusammenhängt. Zudem wurde ein Aktienrückkauf angekündigt. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 21 Prozent zu und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er im November einen Aktienrückkauf im Volumen von 1 Mrd. Euro starten, der bis Ende 2009 laufen soll.
Der schwedische Telekommunikationskonzern Tele2 AB (
ISIN SE0000314312 /
WKN 900760 ) meldete heute, dass er im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erwirtschaftet hat. Der Umsatz erhöhte sich um 4 Prozent. Das EBITDA kletterte um 28 Prozent, das EBIT um 62 Prozent. (22.10.2008/ac/n/m)