Paris (aktiencheck.de AG) - Ängste vor einer globalen Rezession haben den asiatischen Börsen heute abermals schwer zugesetzt. In Tokio schloss der Nikkei-Index dann auch auf einem 26-Jahres-Tief.
Zu allem Überfluss deuten auch die US-Futures auf einen schwachen Auftakt der Wall Street hin. Der Dow Jones
EURO STOXX 50 verliert aktuell 3,43 Prozent auf 2.253,24 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 knickt um 3,99 Prozent ein auf 2.033,75 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 büßt 4,28 Prozent auf 516,55 Indexpunkte ein. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls rote Vorzeichen.
Anteilsscheine von DSM brechen in Amsterdam um gut 14 Prozent ein. Der Chemiekonzern konnte seinen Gewinn im dritten Quartal um 28 Prozent steigern. Der Umsatz erhöhte sich ebenfalls. Für das Gesamtjahr hat der Konzern allerdings seine Prognose zurückgenommen. Die Aktie des Logistikkonzerns TNT, dessen Ergebnis im abgelaufenen Quartal zurückgegangen ist, liegt mit über 8 Prozent im Minus. Für AEGON geht es um gut 5 Prozent nach unten. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Versicherer möglicherweise das staatliche Hilfspaket zum Schutz vor den Auswirkungen der Finanzkrise in Anspruch nehmen will.
Gegen den schwachen Trend legen Electrolux in Stockholm mehr als 4 Prozent zu. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Haushaltsgeräten hat im letzten Quartal mehr verdient und die Erwartungen übertroffen.
In Zürich stehen Finanzwerte massiv unter Druck. Unter anderem verlieren Swiss Re fast 12 Prozent, Credit Suisse mehr als 9 Prozent und Julius Bär annähernd 9 Prozent. In Paris stürzen Société Générale um fast 14 Prozent ab.
Indexstände (14:19 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.253,24 (-3,43 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.033,75 (-3,99 Prozent)
EURONEXT 100: 516,55 (-4,28 Prozent)
FTSE 100 (London): 3.806,25 (-1,99 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.046,98 (-4,60 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 19.107,00 (-3,88 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.060,30 (-3,51 Prozent)
SMI (Zürich): 5.463,41 (-3,73 Prozent)
ATX (Wien): 1.708,03 (-8,01 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der niederländische Logistikkonzern TNT N.V. (
ISIN NL0000009066 /
WKN A0EQU5 ) gab heute bekannt, dass sein Umsatz im dritten Quartal leicht gestiegen ist, das Ergebnis jedoch zurückgegangen ist. Das EBITDA ging um 13,7 Prozent zurück, das EBIT sank um 19 Prozent. Der den Aktionäre zuzurechnende Gewinn nahm um 32,3 Prozent ab. Wie der Konzern bereits in seinem Trading Update vom 16. Oktober mitteilte, haben sich die Bedingungen im europäischen Express-Geschäft im September und in den ersten Oktober-Wochen signifikant verschlechtert.
Der niederländische Chemiekonzern DSM N.V. (
ISIN NL0000009827 /
WKN A0JLZ7 ) meldete heute, dass er seinen Gewinn im dritten Quartal um 28 Prozent steigern konnte, was auf eine anhaltende starke Profitabilität der Sparte Nutrition und nach wie vor gute Geschäftsbedingungen im Düngemittelgeschäft zurückzuführen ist. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 9 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 26 Prozent auf. Für das Gesamtjahr verringerte der Konzern seine Prognose für das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten auf nun rund 1,00 Mrd. Euro.
Der niederländische Versicherer AEGON N.V. (
ISIN NL0000303709 /
WKN A0JL2Y ) will einem Pressebericht zufolge möglicherweise ebenfalls das staatliche Hilfspaket zum Schutz vor den Auswirkungen der Finanzkrise in Anspruch nehmen. Wie das "Wall Street Journal" heute unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Person berichtet, sehe sich AEGON angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise zu diesem Schritt gezwungen. Eine entsprechende Entscheidung könnte in den kommenden Tagen offiziell bekannt gegeben werden, so der Bericht. Zuvor hatte bereits der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep N.V. (
ISIN NL0000303600 /
WKN 881111 ) das staatliche Rettungspaket der Niederlanden in Anspruch genommen.
Die schwedische Electrolux AB (
ISIN SE0000103814 /
WKN 853138 ), der weltweit zweitgrößte Hersteller von Haushaltsgeräten, meldete heute, dass sie ihren Gewinn im dritten Quartal gesteigert hat. Hintergrund sind geringere Produktionskosten und ein höherer Absatz hochpreisiger Produkte. Die Jahresprognose wurde indes bestätigt. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau. (27.10.2008/ac/n/m)