Börsen in Europa: Drastische Kurseinbrüche, Automobilwert.


24.10.08 14:32
Meldung
 
Paris (aktiencheck.de AG) - Sorgen vor einer tiefen Rezession haben den asiatischen Börsen heute schwer zugesetzt. In Tokio brach der Nikkei-Index um 9,6 Prozent ein.
Unter anderem stand hier die jüngste Gewinnwarnung des Unterhaltungselektronik-Konzerns Sony im Blick. Die US-Futures liegen weiter am "Limit-Down". Alleine diese Regel verhindert hier ein weiteres Absacken. Der Dow Jones EURO STOXX 50 liegt aktuell mit 8,76 Prozent im Minus bei 2.237,23 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 knickt um 8,26 Prozent ein auf 2.042,69 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 sackt gleichzeitig um 7,72 Prozent ab auf 516,54 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls drastische Verluste.

Automobilwerte haben es besonders schwer. In Stockholm verlieren Volvo fast 19 Prozent. Der Mischkonzern hat im dritten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang eingefahren. Besonders stark getroffen wurde Volvo durch die rückläufige Nachfrage bei Nutzfahrzeugen in Europa und Nordamerika. Hohe Rohstoffpreise hätten ebenfalls belastet. Der Nutzfahrzeughersteller Scania hat in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Ergebnisanstieg ausweisen können. Angesichts der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der deutlich rückläufigen Auftragseingänge blieb man allerdings einen Ausblick für das Fiskaljahr 2009 schuldig. Der Wert verliert 11 Prozent.

In Paris liegen Peugeot und Renault mit 9,8 bzw. mit 15,4 Prozent im Minus. Beide Automobilkonzerne haben zuvor die Umsatzzahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben und gleichzeitig die Prognosen gesenkt. Air France-KLM knicken um fast 7 Prozent ein, obwohl der Ölpreis trotz der beschlossenen Förderkürzung der OPEC nach wie vor nur den Weg nach Süden kennt. Wie die Airline zuvor erklärte, sehe man in Zusammenhang mit den derzeitigen konjunkturellen Rahmenbedingungen Schwierigkeiten, das Planziel beim operativen Ergebnis für das Gesamtjahr erreichen zu können. Papiere des Einzelhandelskonzerns Carrefour, der seinen Umsatz im dritten Quartal um 7 Prozent steigern konnte, entwickeln sich mit -0,4 Prozent deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Gegen den Trend gewinnen Ahold in Amsterdam gut 3 Prozent. Der Einzelhandelskonzern gab heute bekannt, dass er seinen Umsatz im dritten Quartal um 3,9 Prozent steigern konnte.

Indexstände (14:03 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.237,23 (-8,76 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.042,69 (-8,26 Prozent)

EURONEXT 100: 516,54 (-7,72 Prozent)

FTSE 100 (London): 3.778,01 (-7,58 Prozent)

CAC40 (Paris): 3.023,56 (-8,68 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 19.988,00 (-7,13 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 8.216,90 (-6,74 Prozent)

SMI (Zürich): 5.493,73 (-6,79 Prozent)

ATX (Wien): 1.744,68 (-9,35 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die Prudential plc (ISIN GB0007099541 / WKN 852069 ), einer der größten Versicherungskonzerne in Großbritannien, ist Presseangaben zufolge nicht nur an den Asien-Aktivitäten der American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073 / WKN 859520 ) interessiert. Wie die "Financial Times" heute unter Berufung auf Prudential-CEO Mark Tucker berichtet, hält der britische Versicherer derzeit auch Ausschau nach potenziell zu erwerbenden AIG-Unternehmensteilen, die über das Asien-Geschäft hinausgehen. Laut der Zeitung könnte Prudential demnach auch an Teilen des US-Lebensversicherungsgeschäfts des angeschlagenen AIG-Konzerns interessiert sein.

Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour S.A. (ISIN FR0000120172 / WKN 852362 ) meldete am Donnerstagabend, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 7 Prozent zulegen konnte, was mit einem Wachstum in Brasilien, Argentinien und China sowie einer besser als erwarteten Nachfrage in Frankreich zusammenhängt. Auf vergleichbarer Fläche lag das Wachstum bei 2,9 Prozent, bereinigt um Wechselkursbewegungen bei 6,8 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 7 Prozent bei konstanten Wechselkursen.

Die Fluggesellschaft Air France-KLM (ISIN FR0000031122 / WKN 855111 ) hat Schwierigkeiten, die eigenen Gewinnziele für das laufende Fiskaljahr erreichen zu können. Wie der Konzern heute erklärte, sehe man in Zusammenhang mit den derzeitigen konjunkturellen Rahmenbedingungen Schwierigkeiten, das Planziel von 1 Mrd. Euro beim operativen Ergebnis für das Gesamtjahr erreichen zu können. Das operative Ergebnis werde zwar deutlich positiv ausfallen, wobei diese Aussage jedoch unter dem Vorbehalt stehe, dass sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht noch weiter deutlich verschlechtern.

Der französische Automobilhersteller Renault S.A. (ISIN FR0000131906 / WKN 893113 ) gab am Donnerstag die Umsatzzahlen für das dritte Quartal bekannt. Zudem wurde die Prognose gesenkt. Demnach erzielte der Konzern einen leichten Umsatzrückgang. Renault erwartet trotz der Abschwächung im europäischen Automobilmarkt dennoch eine leichte Absatzverbesserung gegenüber 2007. Die operative Marge soll sich auf 2,5 bis 3,0 Prozent belaufen.

Der französische Automobilkonzern Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) (ISIN FR0000121501 / WKN 852363 ) gab heute bekannt, dass sein Umsatz im dritten Quartal um 5,2 Prozent gesunken ist, was mit einem rückläufigen europäischen Automobilmarkt zusammenhängt. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Absatzrückgang um rund 3,5 Prozent gegenüber 2007. Angesichts dessen geht man nun von einer operativen Marge von nur noch rund 1,3 Prozent (zuvor: 3,5 Prozent) aus.

Der schwedische Mischkonzern Volvo AB (ISIN SE0000115446 / WKN 855689 ) musste im dritten Quartal angesichts hoher Rohstoffpreise und einer gesunkenen Nachfrage bei Nutzfahrzeugen einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Besonders stark getroffen wurde Volvo durch die rückläufige Nachfrage bei Nutzfahrzeugen in Europa und Nordamerika. Hohe Rohstoffpreise hätten ebenfalls zu dem deutlichen Ergebnisrückgang beigetragen.

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania AB (ISIN SE0000308280 / WKN 899846 ) konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Ergebnisanstieg ausweisen. Angesichts der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der deutlich rückläufigen Auftragseingänge blieb der Konzern einen Ausblick für das Fiskaljahr 2009 schuldig. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Scania nach wie vor einen Anstieg beim Ergebnis gegenüber dem Vorjahreswert. Gleichzeitig verwies CEO Leif Östling auf die sich verschärfenden Rahmenbedingungen. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten gab der Konzern keinen Ausblick für das Fiskaljahr 2009.

Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold N.V. (ISIN NL0006033250 / WKN A0MZBE ) gab heute bekannt, dass er seinen Umsatz im dritten Quartal um 3,9 Prozent steigern konnte, was mit Preissenkungen in den USA und einem soliden Wachstum in den Niederlanden zusammenhängt. Bei Ahold Europe wurde im Berichtszeitraum ein Umsatzplus von 12,8 Prozent erzielt. (24.10.2008/ac/n/m)


 

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