Börsen in Europa: Fester, Gerüchte um Liquiditätsengpässe.


07.10.08 14:13
Meldung
 
Paris (aktiencheck.de AG) - Nach einer Berg- und Talfahrt liegen die europäischen Börsen inzwischen wieder im Plus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 kann aktuell 1,14 Prozent zulegen auf 2.905,05 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 rückt um 0,87 Prozent vor auf 2.544,80 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verfestigt sich daneben um 0,90 Prozent auf 645,69 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden überwiegend Gewinne.

Laut einem Zeitungsartikel gebe es Spekulationen darüber, dass die britischen Großbanken RBS, Barclays und Lloyds insgesamt 50 Mrd. Britische Pfund benötigen würden, die vom Staat zur Verfügung gestellt werden sollten. Der Bericht kommt bei den Anlegern erwartungsgemäß weniger gut an. RBS verlieren aktuell 26 Prozent, obwohl der Finanzkonzern entsprechende Marktgerüchte dementiert hat. Der Wert leidet allerdings auch unter einer Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poors. Barclays verlieren gut 4 Prozent und Lloyds über 7 Prozent. HBOS geben knapp 14 Prozent ab, während HSBC gut 1 Prozent zulegen können.

In Paris fallen Dexia um mehr als 7 Prozent und Société Générale um 1,4 Prozent zurück. BNP Paribas und Crédit Agricole gewinnen unterdessen 2,2 bzw. 1,6 Prozent. Titel der Fluggesellschaft Air France-KLM ziehen nach der Vorlage von Passagierzahlen um 0,6 Prozent an. Bei Renault schlägt ein Plus von 4 Prozent zu Buche, nachdem die Aktie des Konkurrenten Volkswagen in Frankfurt kräftig zulegen kann.

In Zürich gewinnen Julius Bär nach einem schwachen Auftakt mehr als 3 Prozent. Gesucht sind außerdem die drei Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis. UBS und Credit Suisse verlieren dagegen 2,2 bzw. 1,3 Prozent. In Wien brechen unter anderem Raiffeisen um 25 Prozent, Intercell um 24 Prozent und Erste Bank um 19 Prozent ein.

Indexstände (14:00 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.905,05 (+1,14 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.544,80 (+0,87 Prozent)

EURONEXT 100: 645,69 (+0,90 Prozent)

FTSE 100 (London): 4.644.71 (+1,21 Prozent)

CAC40 (Paris): 3.785.45 (+1,98 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 24.021.00 (+1,03 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 10.982,20 (+2,39 Prozent)

SMI (Zürich): 6.536.90 (+1,21 Prozent)

ATX (Wien): 2.436.56 (-5,75 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Guardian" gebe es Spekulationen darüber, dass die Royal Bank of Scotland Group plc (RBS) (ISIN GB0007547838 / WKN 865142 ), die Barclays plc (ISIN GB0031348658 / WKN 850403 ) sowie Lloyds TSB Group plc (ISIN GB0008706128 / WKN 871784 ) insgesamt 50 Mrd. Britische Pfund (GBP) benötigen würden, die vom Staat zur Verfügung gestellt werden sollten. Dabei habe es am Vorabend ein Treffen von Vertretern der drei britischen Großbanken mit dem britischen Schatzkanzler Alistair Darling gegeben, auf dem man über die derzeitige Situation beraten habe. Dabei werde eine staatliche Intervention nicht ausgeschlossen, hieß es in dem Artikel.

Die britische Großbank Royal Bank of Scotland Group plc hat heute Marktgerüchte über einen Hilferuf der Bankgesellschaft beim britischen Staat dementiert. Wie der Finanzkonzern im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, habe es keine Anfrage der RBS bei der britischen Regierung bezüglich einer staatlichen Kapitalspritze gegeben.

Der britische Personaldienstleister Michael Page International plc (ISIN GB0030232317 / WKN 658848 ) konnte im dritten Quartal trotz der durch die internationale Finanzkrise hervorgerufenen Verwerfungen einen Ergebnisanstieg vorweisen. Dabei profitierte der Konzern vor allem von der guten Geschäftsentwicklung im Ausland, während man in Großbritannien einen Ergebnisrückgang ausweisen musste. Wie der Konzern heute im Rahmen seines Trading Updates erklärte, verzeichnete man im Berichtszeitraum beim Bruttogewinn auf Konzernebene einen Anstieg von 14,6 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr geht der Konzern von einem weiterhin herausfordernden Umfeld aus, zeigte sich jedoch optimistisch, dank der starken geographischen Diversifizierung die gesteckten Ziele erreichen zu können.

Die Fluggesellschaft Air France-KLM (ISIN FR0000031122 / WKN 855111 ) verbuchte im September einen Rückgang bei der Zahl der beförderten Passagiere. Wie der führende europäische Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurden im Berichtzeitraum insgesamt 6,52 Millionen Fluggäste befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Minus von 1,5 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 80,9 Prozent. (07.10.2008/ac/n/m)


 

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