Paris (aktiencheck.de AG) - Panikartige Verkäufe bestimmen das Geschehen an den europäischen Aktienmärkten. Der Dow Jones
EURO STOXX 50 bricht aktuell um 8,98 Prozent ein auf 2.392,40 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verliert daneben 8,63 Prozent auf 2.093,97 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 büßt 7,77 Prozent ein auf 541,45 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls massive Verluste. Die Wall Street hat am Vorabend angesichts der anhaltenden Kreditkrise kräftige Kursverluste erlitten. Der Dow Jones verlor 7,3 Prozent. In Tokio gab der Nikkei-Index fast 10 Prozent ab.
Belastet von schwachen Sektorenvorgaben aus den USA und der Pleite des japanischen Versicherers Yamato Life Insurance stehen Finanzwerte europaweit verstärkt unter Druck. In London brechen Barclays um rund 15 Prozent ein. Die Bankgesellschaft will das von der Regierung zur Verfügung gestellte Hilfspaket in Anspruch nehmen, wobei unter anderem die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung in Erwägung gezogen werde. Daneben verlieren mitunter HBOS über 18 Prozent, Lloyds gut 6 Prozent und RBS fast 18 Prozent.
In Paris geben Crédit Agricole über 10 Prozent und BNP Paribas sowie Société Générale jeweils mehr als 14 Prozent ab. AXA liegen mit 14,6 Prozent im Minus. In Zürich fallen Credit Suisse um 15,2 Prozent, Zurich Financial um 14,2 Prozent, Swiss Life um 13,9 Prozent und Swiss Re um 11,3 Prozent zurück. UBS geben 4 Prozent ab und halten sich damit besser als der Gesamtmarkt. Dagegen brechen Nobel Biocare um 26 Prozent ein. Der Dentalimplantatehersteller hat im abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Ferner werden der Umsatzrückgang und der hohe operative Leverage das Erreichen der Prognosen erschweren.
Am Morgen wurde der Handel an der Wiener Börse ausgesetzt. Inzwischen wurde der Handel wieder aufgenommen, allerdings ist die Lage nicht weniger dramatisch als an den übrigen Länderbörsen. Der ATX verliert 10 Prozent. Papiere der Bankengruppe Raiffeisen knicken dabei um mehr als 20 Prozent ein.
Indexstände (14:15 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.392,40 (-8,98 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.093,97 (-8,63 Prozent)
EURONEXT 100: 541,45 (-7,77 Prozent)
FTSE 100 (London): 3.983.94 (-7,65 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.157.30 (-8,29 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 20.403.00 (-6,71 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 9.109,80 (-8,01 Prozent)
SMI (Zürich): 5.410.22 (-6,70 Prozent)
ATX (Wien): 1.944.27 (-10,04 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die britische Bankgesellschaft Barclays plc (
ISIN GB0031348658 /
WKN 850403 ) will das von der Regierung zur Verfügung gestellte Hilfspaket in Anspruch nehmen. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, ziehe man derzeit mehrere Optionen in Betracht, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Unter anderem werde die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung in Erwägung gezogen. Zuvor hatten einige führende britische Bankgesellschaften mit der britischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, welche die Stärkung der Eigenkapitalbasis (Tier I) der betroffenen Banken bis zum Jahresende um insgesamt 25 Mrd. Britische Pfund (GBP) vorsieht.
Der französische Luxusgüterkonzern LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A. (
ISIN FR0000121014 /
WKN 853292 ) gab am Donnerstag seine Umsatzzahlen für das ersten neun Monate 2008 bekannt. Demnach beliefen sich die Erlöse des Konzerns in den ersten drei Quartalen 2008 auf 11,96 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 4,5 Prozent entspricht. Organisch ist der Umsatz um 10 Prozent gewachsen.
Die Flughafen Wien AG (
ISIN AT0000911805 /
WKN 884216 ) konnte im September bei der Passagierzahl einen Anstieg vorweisen. Wie der führende österreichische Flughafenbetreiber heute erklärte, erhöhte sich die Passagierzahl im Berichtsmonat gegenüber dem Vorjahreswert um 1,2 Prozent auf 1.831.781. Die Flugbewegungen nahmen um 4,3 Prozent zu. (10.10.2008/ac/n/m)